Naher Osten

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Aktivitäten der Türkei in Syrien bedrohen Israel

Es ist an der Zeit, dass die Vereinigten Staaten Erdoğans Exzesse ansprechen.

Türkei
Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan. Foto: Adobe Stock & EPA-EFE

Recep Tayyip Erdoğan, der Präsident der Türkei, ist keine sympathische Persönlichkeit – weder außerhalb der Türkei noch bei vielen im eigenen Land. Von vielen wird er als größenwahnsinnig betrachtet, als jemand, der sich selbst als Kalif der sunnitisch-muslimischen Welt sieht und das Osmanische Reich wiederherstellen will.

Einige bewundern ihn dennoch – etwa die Dschihadisten, die mit Erdoğans Ausrüstung, Ausbildung und Geld Syrien übernahmen. Zwar war der Sturz von Baschar al-Assad zu einem gewissen Grad auch Israels Werk: Die schweren Schläge, die Israel der Hisbollah und iranischen Stellungen in Syrien versetzte, ebneten den von Ahmad al-Sharaa (Kampfname: Mohammad al-Julani) geführten Dschihadisten den Weg zum Sieg über Assads Truppen.

Wie ein Artikel der Zeitung Türkiye vom 17. März berichtet, „wird die Türkei die Armee des Landes an zwei Militärstützpunkten ausbilden, die sie in Syrien errichten wird“. Weiter heißt es: „Die Türkei und Syrien werden ein gemeinsames Verteidigungsabkommen unterzeichnen. Demnächst soll die Vereinbarung abgeschlossen werden, laut der Ankara Syrien im Falle einer plötzlichen Bedrohung helfen wird.“

Ebenfalls berichtet wurde über den Plan der Regierung, 50 Kampfflugzeuge vom Typ F-16 der türkischen Luftwaffe auf den neuen Basen zu stationieren, um Hayat Tahrir al-Scham (HTS) vor dem Zusammenbruch zu bewahren – bis eine neue syrische Luftwaffe aufgebaut ist.

Erdoğans Ambitionen gehen jedoch weit über die Ausbildung sunnitischer Rebellen hinaus.

Die in Großbritannien ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete über eine großangelegte militärische Mobilmachung türkischer Streitkräfte sowie den Einsatz zahlreicher Minenräumkommandos in den Dörfern Mar’anaz, Al-Alqamiyah und Menagh im Norden Syriens.

Sollte Erdoğan tatsächlich F-16-Kampfflugzeuge in Syrien stationieren, würde dies Israels Sicherheit bedrohen und israelische Präventivmaßnahmen in Syrien behindern.

Israel hat auf den syrischen Hängen des Hermon-Gebirges eine provisorische Pufferzone eingerichtet, um seine Bürger auf den Golanhöhen vor Dschihadisten zu schützen. Gleichzeitig will es das Abschlachten drusischer Bürger Syriens verhindern, die bei Israel Schutz suchen.

Erdoğan warnte – mutmaßlich Israel –, dass es seine Truppen aus syrischem Gebiet abziehen müsse, sonst drohe ein „ungünstiger Ausgang für alle Seiten“.

Für jemanden wie Erdoğan, der wiederholt die türkische Armee zum Einmarsch in Syrien befahl, um kurdische Zivilisten zu töten, und der selbst große Teile Nordsyriens kontrolliert, ist eine solche Warnung an Israel eine gewaltige Chuzpe. Erdoğan strebt die vollständige Kontrolle über Syrien an – im Sinne seines Traums eines neo-osmanischen Imperiums.

Das israelische Außenministerium reagierte umgehend auf Erdoğans Einschüchterungsversuche und erklärte: „Israel weist die Aussagen des türkischen Präsidenten entschieden zurück.“ Weiter hieß es: „Der aggressive, imperialistische Akteur in Syrien (sowie in Nordzypern, Libyen und anderen Teilen des Nahen Ostens) ist die Türkei selbst. Es wäre ratsam, wenn sich der türkische Präsident mit Drohungen zurückhielte. Der Staat Israel wird weiterhin alle notwendigen Maßnahmen ergreifen, um seine Grenzen gegen jede Bedrohung zu schützen.“

Bereits im Juli 2024 drohte Erdoğan mit einer Invasion Israels zur Unterstützung der Palästinenser. Damals sagte er: „Wir müssen sehr stark sein, damit Israel Palästina nicht so etwas antun kann.“ Und weiter: „So wie wir nach [Berg-]Karabach gegangen sind, so wie wir nach Libyen gegangen sind, könnten wir das auch dort tun. Es gibt nichts, was wir nicht tun können. Wir müssen nur stark sein.“

Seit dem Hamas-Massaker vom 7. Oktober, bei dem über 1.200 Menschen getötet wurden, hat Erdoğan seine Angriffe auf Israel verschärft. Er versucht, die sunnitisch-muslimische Welt gegen Israel aufzuhetzen. Viele Israelis sehen in Erdoğan mittlerweile eine ebenso große Bedrohung wie im schiitischen Halbmond unter der Führung des iranischen Ayatollahs Khamenei – nur dass Erdoğan den sunnitischen Halbmond anführt.

Eine türkische Militärpräsenz in Syrien könnte für den Staat Israel eine echte Bedrohung darstellen.

Die Trump-Regierung muss Maßnahmen gegen den größenwahnsinnigen türkischen Staatschef prüfen, der im Kontext der NATO als unzuverlässig gilt. Erdoğan kaufte russische S-400-Raketen, die zum Abschuss von NATO-Flugzeugen entwickelt wurden, und Russland stattete die türkischen Streitkräfte mit modernen Waffen aus, die große Teile Syriens und sogar den alten NATO-Rivalen Griechenland abdecken – ein klarer Verstoß gegen die NATO-Regeln.

Unter Erdoğan geht es auch religiösen Minderheiten in der Türkei schlecht – das geht aus Berichten der US-Kommission für Internationale Religionsfreiheit hervor. Die Kommission stellte einen deutlichen Anstieg von Vandalismus und Gewalt gegen religiöse Minderheiten fest, vor allem gegen Christen. Sie erklärte: „Religiöse Minderheiten in der Türkei äußern Sorgen, dass die Rhetorik und Politik der Regierung ein zunehmend feindliches Klima schaffen und gesellschaftliche Aggressionen und Gewalt begünstigen.“

Da Erdoğan die türkische Wirtschaft schlecht managt und die nötigen Reformen meidet, sucht er außenpolitische „Siege“ – etwa durch Einmischung in die Verwaltung islamischer Heiligtümer in Jerusalem.

Im September beschuldigte Erdoğan Israel, die Al-Aqsa-Moschee anzugreifen – im Rahmen eines angeblich expansionistischen Ziels. Zudem rief er die Organisation für Islamische Zusammenarbeit zu einem Notsummit über den Gaza-Krieg auf und beschuldigte Israel, Muslime in Jerusalem anzugreifen.

Die Trump-Regierung sollte ihre Haltung zur Lieferung von F-16-Kampfflugzeugen an die Türkei ebenso überdenken wie die NATO-Mitgliedschaft des Landes. Außerdem müssen die Vereinigten Staaten die Kurden im Nordosten Syriens vor den wiederholten Angriffen der türkischen Streitkräfte schützen.

Die Türkei unter Erdoğan bekämpft die Syrischen Demokratischen Kräfte, einen Verbündeten der USA, und bedroht Israel – Amerikas einzigen verlässlichen Partner im Nahen Osten. Es ist an der Zeit, dass die Vereinigten Staaten Erdoğans gefährlichem Größenwahn entgegentreten.

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Patrick Callahan

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Ein Kommentar zu “Aktivitäten der Türkei in Syrien bedrohen Israel”

  1. Luise H. sagt:

    Viele Deutsch-Türken nennen ihn Erdowahn! Zurecht.

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