Naher Osten

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Entsteht ein neuer drusischer Staat mit Israels Hilfe?

Mit Israel an ihrer Seite haben die Drusen in Südsyrien und vielleicht auch im Libanon Hoffnung auf eine bessere Zukunft.

Drusen
Drusische Kinder in der Stadt Majdal Shams in den nördlichen Golanhöhen. Foto von Michael Giladi/Flash90

Israel hat kürzlich geschworen, die drusische Bevölkerung in Südsyrien angesichts der Angriffe der neuen sunnitischen Dschihadisten-Herrscher in Damaskus zu verteidigen. Neuen Berichten zufolge nehmen die Drusen diese israelische Unterstützung an und streben eine Autonomie, wenn nicht gar die Unabhängigkeit an.

In viralen Videoclips in den sozialen Medien sind Drusen im Gouvernement Suwayda in Südsyrien zu sehen, die die israelische Flagge hissen.

Die libanesische Zeitung Al-Akhbar berichtet, dass der geistliche Führer der Drusen in Israel, wo 120.000 Drusen leben (weitere 23.000 auf den Golanhöhen), Geld an die drusischen Gemeinden in Syrien und im Libanon geschickt und sie ermutigt hat, sich unter israelischem Schutz abzuspalten.

Die Drusen sind als Volk historisch loyal gegenüber dem Staat, in dem sie leben, und das gilt auch für Israel. Die Drusen in Israel haben sich vor langer Zeit mit den Juden als „Blutsbrüder“ verbunden und sind die einzige Minderheit im Land, die darauf besteht, neben ihren jüdischen Landsleuten den Wehrdienst abzuleisten.

In Syrien und im Libanon werden die Drusen, die sich all die Jahrzehnte loyal verhalten haben, jedoch zunehmend von den Dschihadisten der Hisbollah und Hay’at Tahrir al-Sham (HTS), der ISIS-ähnlichen sunnitischen Bewegung, die kürzlich die Macht in Damaskus übernommen hat, angegriffen.

Die Drusen auf den israelischen Golanhöhen stellen einen Sonderfall dar. Die Golanhöhen kamen 1967 unter israelische Kontrolle, lange nachdem die Drusen von Galiläa dem jüdischen Staat die Treue geschworen hatten. Die meisten Drusen auf den Golanhöhen haben nie die Staatsbürgerschaft angenommen und melden sich nicht freiwillig zum Dienst bei den israelischen Streitkräften, da sie befürchten, als „Verräter“ gebrandmarkt zu werden, falls die Golanhöhen eines Tages im Rahmen eines Friedensabkommens an Syrien zurückgegeben werden sollten. Dennoch stehen sie Israel freundlich gegenüber, obwohl ihre Hauptsorge ihren Brüdern gilt, die auf der syrischen Seite der Grenze bleiben.

Israel betrachtet die Drusen des Golan und Südsyriens als potenzielle Verbündete und sogar als „Blutsbrüder“ wie die Drusen von Galiläa. Der drusische Glaube verehrt Moses‘ Schwiegervater Jethro, wodurch eine tiefe und uralte Verbindung zwischen den Drusen und den Kindern Israels entsteht.

Letzte Woche warnten Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und Verteidigungsminister Israel Katz das neue syrische Regime davor, seine Streitkräfte südlich von Damaskus zu entsenden und insbesondere die Bedrohung des drusischen Vororts Jaramana einzustellen.

„Wir werden nicht zulassen, dass das terroristische Regime des radikalen Islam in Syrien den Drusen Schaden zufügt. Wir haben die israelischen Streitkräfte angewiesen, eine deutliche und unmissverständliche Warnung vorzubereiten und zu überbringen: Wenn das Regime den Drusen Schaden zufügt, werden wir ihm Schaden zufügen“, so die israelischen Politiker in einer gemeinsamen Erklärung.

„Wir sind unseren drusischen Brüdern in Israel verpflichtet, alles zu tun, um Schaden von ihren drusischen Brüdern in Syrien abzuwenden, und wir werden alle erforderlichen Maßnahmen ergreifen, um ihre Sicherheit zu gewährleisten“, so die Erklärung weiter.

Berichten zufolge begannen drusische Truppen aus dem Süden unter dem Schutz der israelischen Luftwaffe nach Norden in Richtung Jaramana zu marschieren. Zusammen mit dem libanesischen Bericht über die Aktivitäten des israelischen drusischen Anführers Mowafaq Tarif löste dies Spekulationen aus, dass die Drusen eine autonome Zone, wenn nicht gar die Unabhängigkeit im Gouvernement Suwayda in Südsyrien, anstreben könnten.

Die Region Suwayda hat eine Bevölkerung von fast einer halben Million, von denen über 85 % Drusen sind. Weitere 10 % sind Christen, eine Minderheit, die in diesem neuen Syrien ebenfalls angegriffen wird. Unter drusischer Führung und unter israelischem Militärschutz wäre Suwayda zweifellos das sicherste Gebiet für syrische Christen.

In den sozialen Netzwerken und in den Medien sprechen Drusen heute offen darüber, dass sie nicht unter einem islamistischen Staat in Syrien leben wollen.

Mit Israel an ihrer Seite hoffen sie auf eine bessere Zukunft.

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Patrick Callahan

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Ein Kommentar zu “Entsteht ein neuer drusischer Staat mit Israels Hilfe?”

  1. Stephan Wolf sagt:

    Wenn die Drusen einen eigenen Staat anstreben, werden sie ihn bekommen. Auch die Kurden werden im heute noch syrischen Gebiet einen Staat haben.

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