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Tacheles mit Aviel – „Die Politiker müssen unserer würdig sein“

Tacheles, offen und unverblümt sage ich meine Meinung. Sind wir unserer Soldaten würdig, die ihr Leben für unser Land geopfert haben?

Goldfuß
Brigadegeneral Dan Goldfuß. Bild: IDF-Sprecher

Wenn wir uns nicht zusammenreißen, werden wir unserer Soldaten auf dem Schlachtfeld nicht würdig sein, geschweige denn der gefallenen Soldaten. Diese Gefühle tragen viele Menschen in sich, aber gestern wurden sie von einem der anerkanntesten Helden der israelischen Armee laut ausgesprochen. In einer ungewöhnlichen Rede mahnte gestern ein General die israelische Führung, ihre Aufgabe im Volk so zu erfüllen, wie es die Soldaten auf dem Schlachtfeld tun. „Die Politiker müssen unserer würdig sein“, sagte der Kommandeur der 98. Division, Brigadegeneral Dan Goldfuß, vor laufender Kamera. Ein dringender Appell an die gegenseitige Würde im Volk!

In einer deutlichen Ansprache an die politischen Führer Israels sagte der Kommandeur, die Armee werde sich ihrer Verantwortung nicht entziehen, und forderte die Politiker auf, den Extremismus in der Bevölkerung zurückzudrängen, um eine Rückkehr zum 6. Oktober zu verhindern.

„Aber ihr, ihr müsst uns würdig sein. Ihr müsst der Soldaten würdig sein, die ihr Leben verloren haben. Ihr müsst euch der Reservisten würdig erweisen, denen es egal ist, auf welcher politischen Seite sie stehen, die Schulter an Schulter gekämpft haben und weiter kämpfen.“

Goldfuß und viele andere im Volk sehen die Gefahr in der israelischen Gesellschaft und weniger auf dem Schlachtfeld. Israel ist heute gespalten. Das Volk an der Front und die Politik und das ganze Drumherum im Hinterland. Zwei verschiedene Welten, die immer deutlicher zum Vorschein kommen. Auf dem Schlachtfeld kämpfen Geschwister gegen einen gemeinsamen Feind, im Hinterland kämpfen Geschwister gegeneinander. In der Politik, in den Medien, in dem System, in dem wir leben, gerät der siebte Oktober langsam in Vergessenheit. Man streitet und beschuldigt sich wieder wie damals.


„Ich möchte diese Gelegenheit nutzen, um mit unseren Führern auf beiden Seiten zu sprechen, und ich hoffe, dass sie Zeit haben, auf das Herz eines Soldaten zu hören“, betonte der Brigadegeneral bei einer spontanen Pressekonferenz an der Grenze zum Gazastreifen. Goldfuß tat dies ohne Absprache mit dem Armeesprecher, was sehr selten vorkommt. Goldfuß ist eine lebende Legende, ein Rambo und Spitzengeneral, der in den letzten Monaten mit seinen Spezialkräften im südlichen Gazastreifen operierte und nur auf grünes Licht für eine Operation in Rafah wartet. Aus tiefstem Herzen drückte er die Gefühle und den Schmerz der Soldaten im Krieg aus. Im Laufe der Nacht wurde Goldfuß nicht nur von seinen Soldaten für sein „gutes Herz“ gelobt, sondern auch von rechten und linken Politikern. Er forderte die Führung auf, den Soldaten auf dem Schlachtfeld ebenso würdig zu sein wie den Soldaten im Krieg. Glauben Sie mir, ich weiß, wovon er spricht und was ihn und viele im Volk schmerzt.

„Seit dem Morgen des Hamas-Angriffs am 7. Oktober kämpfe ich und habe seitdem nicht aufgehört zu kämpfen. Seitdem habe ich nicht aufgehört, Soldaten ins Feuer zu schicken und mit ihnen zu kämpfen. Wir kämpfen, wir werden nicht müde, wir sind entschlossen zu gewinnen, entschlossen, die Geiseln nach Hause zu bringen, direkt oder indirekt“.

Es war mein Sohn, der mir Dans kurze Rede per Telegramm schickte. „Papa für dich und Grüße von Dan“, schrieb er mir. Ich habe Dan Goldfuß im Dezember zweimal in Gaza getroffen, weil einer meiner Söhne sein Offizier unter ihm war und fast vier Monate an seiner rechten Seite in Khan Yunis gekämpft hat. Mehr möchte ich dazu nicht sagen.

„Keine Sorge, wir in der Armee, die Kommandeure und die Truppen, haben die Verantwortung für jede Operation übernommen und werden sie auch in Zukunft übernehmen. Wir werden nicht davonlaufen, so wie wir auch nicht vor dem Beschuss im Gazastreifen davonlaufen. Wir werden nicht vor der Verantwortung davonlaufen“.

Damit wandte er sich indirekt an die israelischen Politiker an der Spitze, die sich alle davor hüten, Verantwortung für das größte Versagen in der Geschichte des Staates Israel zu übernehmen.

Hat keine Verantwortung übernommen. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu bei der Abstimmung über den Staatshaushalt in der Knesset, 13. März 2024. Foto: Yonatan Sindel/Flash90

Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat es im Gegensatz zum Verteidigungsminister und vielen hohen Offizieren der israelischen Armee vermieden, die Verantwortung für den Angriff vom 7. Oktober zu übernehmen. Übrigens wird jetzt ein Disziplinarverfahren gegen den General wegen seiner scharfen Worte über die politische Garde des Landes angekündigt.


Goldfuß fuhr in seiner emotionalen und direkten Rede fort:

„Wir beugen unsere Häupter über unser eklatantes Scheitern am 7. Oktober, aber gleichzeitig schreiten wir voran, operieren auf höchstem Niveau, verteidigen unsere Werte und erzielen viele Erfolge auf dem Schlachtfeld. Aber Ihr, Ihr müsst unserer würdig sein.“

Im gleichen Atemzug erinnert Goldfuß die Politiker daran, dass die Lastenverteilung innerhalb des Volkes gerecht sein müsse. Ohne die orthodoxen Juden zu erwähnen, forderte er die Politiker auf: „Ihr müsst dafür sorgen, dass alle mitmachen“. Damit meint er offenbar die Befreiung der ultraorthodoxen Juden vom dreijährigen Wehrdienst.

Goldfuß schloss:

„Ihr müsst dafür sorgen, dass wir nicht zum 6. Oktober zurückkehren, dass all die Mühen und Opfer nicht umsonst waren. Daran müsst ihr jeden Tag, jede Stunde denken. Und es uns versprechen. Ich bitte euch von ganzem Herzen, seid zusammen, seid vereint im Volk, verdrängt den Extremismus und umarmt das Miteinander im Volk. Findet das, was euch eint. Wir auf dem Schlachtfeld haben es gefunden, und wir werden es nicht aufgeben“.

Am Ende fügte Goldfuß auf Englisch hinzu: „Lasst alles würdig sein“.

Die Politiker sollen sich um die Einheit und den Respekt zwischen den Brüdern und Schwestern im Volk kümmern. Foto: Yonatan Sindel/Flash90.

Wer will, kann darin eine Art Mahnung aus dem Märchen „Des Kaisers neue Kleider“ von Hans Christian Andersen erkennen. Der General warnt die israelischen Politiker davor, „nackt zu sein“, wenn sie nicht auf die Einheit und den Respekt zwischen den Brüdern und Schwestern im Volk achten. Die Politiker – links und rechts – beharren nur auf ihrer Rechthaberei und meinen, sie seien alle angezogen. In Wirklichkeit sind sie nackt und dienen nicht dem Volk, sondern nur sich selbst.

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Patrick Callahan

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2 Kommentare zu “Tacheles mit Aviel – „Die Politiker müssen unserer würdig sein“”

  1. Uwe Janke sagt:

    Sehr geehrter Hr. Brigadegeneral Goldfuß,
    ich danke Ihnen für Ihr klares Statement. Dafür allein müssten sie einen Streifen oder Stern? mehr bekommen.
    Shalom

  2. marie.luise.notar sagt:

    HERVORRAGENDE REDE EINE ANKÜNDIGUNG BZG DISZIPLINAR-VERFAHREN GEGEN DIESEN KÄMPFER FÜR SEIN LAND—ICH DACHTE
    ISRAEL SEI EINE D E M O K R A T I E !!!!! oder sollte man diese Tatsache langsam aber sicher in Frage stellen ???!!!

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