Nach Angaben der israelischen Armee waren die zwölf während des Krieges bei israelischen Angriffen getöteten Fußballspieler, Trainer und Schiedsrichter aus Gaza nicht wegen ihrer Verbindung zum Sport Ziel der Angriffe, sondern weil sie Mitglieder der Hamas oder des Palästinensischen Islamischen Dschihad waren.
Die IDF veröffentlichte am Mittwoch die Namen und Organisationszugehörigkeiten der Männer. Sie erklärte, diese seien international als unschuldige Sportler dargestellt worden, während ihre Verbindungen zu Terrororganisationen ignoriert oder verschwiegen worden seien.
Es war ein bekanntes Muster. Ein bei einem israelischen Angriff getöteter Bewohner Gazas wird der Welt zunächst mit einer mitfühlend wirkenden zivilen Bezeichnung vorgestellt: Journalist, Helfer, Arzt oder Sportler. Dann folgen die Schlagzeilen. Danach die Empörung. Erst später – wenn überhaupt – wird erwähnt, dass die betreffende Person der Hamas oder dem Islamischen Dschihad angehörte.
Diesmal lautete die zivile Bezeichnung „Fußballer“, und der Zeitpunkt hätte kaum günstiger sein können, da die Weltmeisterschaft derzeit die weltweite Aufmerksamkeit beherrscht.
Zu den von der IDF genannten Personen gehört Mohammed Emad Hassouna, Kapitän von Shabab Al-Zawaida. Das Militär identifizierte ihn als Hamas-Terroristen, der während des Massakers vom 7. Oktober nach Israel eingedrungen sei.
Die Armee nannte außerdem Mohammed Mansour, der als Spieler und Jugend-Fitnesstrainer für Khadamat Al-Nuseirat beschrieben wurde. Nach Angaben der IDF diente Mansour gleichzeitig als stellvertretender Kommandeur des Hamas-Bataillons in Nuseirat und nahm ebenfalls am Angriff vom 7. Oktober teil.
Meet some of Hamas & Islamic Jihad’s “soccer players”: pic.twitter.com/nRdvM08AvG
— Israel Defense Forces (@IDF) July 22, 2026
Ein weiterer Fall betrifft Mohammed Sami Mohammed Khattab, einen internationalen Schiedsrichterassistenten, der regionale Spiele leitete. Die IDF erklärte, er sei Mitglied der Zentral-Lager-Brigade des Islamischen Dschihad gewesen.
Auf der Liste stand auch Ahmed Abu al-Atta, Verteidiger mehrerer Vereine im Gazastreifen. Israel erklärte, der militärische Arm des Islamischen Dschihad habe später selbst ein Foto von ihm veröffentlicht und ihn als Zugführer identifiziert.
Zu den weiteren von der IDF veröffentlichten Namen gehören Ali al-Kurd, ein ehemaliger Mittelfeldspieler und Trainer, der als Zugführer des Islamischen Dschihad in Rafah gedient haben soll, Mahmoud Osama al-Jazzar, ein Torwart, den die Armee als Aktivisten des Islamischen Dschihad bezeichnete, sowie Abdullah Riyad Abdullah Khattab, den Israel dem Panzerabwehrverband des Islamischen Dschihad zurechnete.
Nach Angaben der IDF zeigen diese Fälle, wie Terrororganisationen zivile Berufe und das Mitgefühl der Öffentlichkeit ausnutzen, um die Grenze zwischen Kämpfern und Unbeteiligten zu verwischen.
Genau dieser Punkt werde so häufig übersehen oder bewusst ausgeblendet. Ein Beruf, eine Uniform, eine Kamera, ein Presseausweis oder ein Fußballtrikot hebe die Mitgliedschaft in einer Terrororganisation nicht auf.
Israel greife keine Sportler an. Israel greife Terroristen an. Und im Gazastreifen tue die internationale Gemeinschaft weiterhin so, als könnten beide niemals dieselbe Person sein.




