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Nach 24 Jahren: Israel löst sein Versprechen ein

24 Jahre nach dem Rückzug aus dem Libanon kehrt Israel zurück. Mit einer Bodenoffensive gegen Hisbollah-Stellungen im Südlibanon will die IDF die Sicherheit im Norden wiederherstellen.

Israelische Soldaten an einem Sammelpunkt nahe der israelischen Grenze zum Libanon am 1. Oktober 2024. Foto: David Cohen/Flash90

Als Israel vor 24 Jahren im Juni 2000 die südlibanesische Sicherheitszone verließ, versprachen viele führende Politiker, darunter der damalige israelische Ministerpräsident Ehud Barak, beim ersten Raketenangriff aus dem Libanon hoch und heilig, wieder in den Libanon einzumarschieren oder ihn „dem Erdboden gleichzumachen“.

Die Angriffe auf Israel erfolgten bereits in den ersten Wochen danach und nichts passierte. Zur Erinnerung: Seit der Invasion im Juni 1982 sind 950 israelische Soldaten im Libanon gefallen, davon über 600 im Libanonkrieg. Das war meine Zeit und mein Krieg als junger Soldat im Libanon. Jetzt müssen Israel und unsere Söhne zurückkehren und wahrscheinlich die Pufferzone bis zum Litani-Fluss wieder einnehmen. Wenn die libanesische Regierung und Armee nicht in der Lage sind, ihr Versprechen einzuhalten und für Ruhe im Süden zu sorgen, wie sie es Israel versprochen haben, auch sechs Jahre später nach dem zweiten Libanonkrieg mit der Resolution 1701 des UN-Sicherheitsrates, dann darf sich niemand wundern, dass Israel heute wieder im Libanon ist. Besser später als nie. Aber Israel muss sehr aufpassen, dass es dieses militärische Momentum nicht verspielt. Der Libanon ist gefährlicher als der Gazastreifen.

In den frühen Morgenstunden hat die Bodenoperation gegen Terrorziele der Hisbollah im Südlibanon offiziell begonnen. Das israelische Sicherheitskabinett hatte die Operation gestern Abend gebilligt, und einige Spezialeinheiten begannen noch in der Nacht, im Südlibanon zu operieren. Bodentruppen der IDF, unterstützt von Luftwaffe und Artillerie, greifen in einer mit den Bodentruppen koordinierten Aktion militärische Ziele in der Region an. Vor Beginn der Operation rief die Armee die Bewohner der libanesischen Dörfer nahe der Grenze zu Israel zur Evakuierung auf. Wer sich in dem Gebiet aufhält, gilt als Hisbollah-Terrorist. Bereits gestern hatte sich die libanesische Armee auf Bitten der UNIFIL-Truppen von mehreren Stellungen entlang der Südgrenze, etwa fünf Kilometer von der libanesisch-israelischen Grenze entfernt, zurückgezogen.


Israelische Sicherheitskreise erklären, dass das Timing der Operation darauf abzielt, das Momentum der Erfolge gegen die Hisbollah im Libanon in den letzten zwei Wochen zu nutzen, um die operativen Strukturen der Hisbollah entlang des Grenzzauns zu Israel zu zerstören. Dazu gehören Tunnel und Angriffsstellungen, die Teil des Plans der Hisbollah waren, in bestimmte Gebiete Galiläas einzudringen und israelische Gemeinden und IDF-Stützpunkte zu erobern – ähnlich wie die Hamas am 7. Oktober letzten Jahres bei ihrem Angriff auf die israelischen Grenzgemeinden um Gaza. Dies ist die unmittelbare Bedrohung für die Gemeinden im Norden, die beseitigt werden muss, damit die zehntausenden evakuierten Israelis sicher in ihre Häuser zurückkehren können.

Eine weitere Bedrohung für die Gemeinden an der Grenze ist der Beschuss von Häusern in israelischen Ortschaften mit Panzerabwehrraketen durch die Hisbollah von der Grenze aus, wofür die IDF ebenfalls schnell eine Lösung finden muss. Nach Einschätzung der Armee wird die Operation mehrere Wochen dauern und je nach Entwicklung der Lage gegebenenfalls bis in das Gebiet des Litani-Flusses ausgedehnt werden, um weitere terroristische Infrastruktur der Hisbollah und versteckte Kämpfer auszuschalten.

Der Litani Fluss. Bild: Shutterstock.

Aus politischen Kreisen ist zu hören, dass Israel derzeit aufgrund des internationalen Drucks eine begrenzte und zeitlich befristete Operation vorzieht, ohne dauerhaft im Südlibanon zu bleiben. Parallel zu den militärischen Aktivitäten werden die diplomatischen Bemühungen um eine politische Einigung im Südlibanon intensiviert, die den Abzug der IDF-Truppen nach Beendigung ihrer Mission ermöglichen soll.

In Sicherheitskreisen wird auch davon ausgegangen, dass die Armee ihre Pläne schließlich ändern und sich auf die Einrichtung einer dauerhaften Sicherheitszone im Südlibanon vorbereiten muss, um die Rückkehr von Hisbollah-Terroristen an die Grenze zu verhindern. Die israelische Armee stand bereits 18 Jahre lang in der südlibanesischen Sicherheitszone, bis sie im Jahr 2000 abgezogen wurde, als alle führenden Politiker des Landes versicherten, dass die israelischen Truppen sofort wieder einmarschieren würden, sobald die erste Rakete wieder auf Israel abgefeuert würde. Das geschah in den ersten Monaten danach und nichts passierte. Heute, 24 Jahre später, löst Israel sein Versprechen ein.

Die US-Regierung lehnt den Einmarsch der IDF in den Südlibanon ab und fordert Israel auf, sich zurückzuziehen und einen Waffenstillstand im Libanon und im Gazastreifen zu erreichen, um einen Geiselaustausch zu ermöglichen. Der internationale Druck auf Israel wird in den kommenden Tagen zunehmen. Die Libanesen signalisieren bereits ihre Bereitschaft zu einer politischen Einigung. Der libanesische Parlamentspräsident Nabih Berri, der der Hisbollah nahesteht, sagte heute Morgen der Zeitung Asharq Al-Awsat, der Libanon sei den Vereinbarungen des US-Vermittlers Amos Hochstein zu einem politischen Prozess verpflichtet, der zu einem Waffenstillstand mit Israel und zur Umsetzung der UN-Resolution 1701 führe.

Verhandlungen sind wichtig, aber nur während des Kampfes und nicht während eines Waffenstillstands. Heute, nach fast 25 Jahren, in denen die schiitische Terrormiliz den gesamten Libanon politisch und gesellschaftlich als Geisel genommen hat, ist dies eine Erleichterung für die anderen Volksgruppen im Libanon, wie Christen, Sunniten und Drusen. Wenn der Libanon wirklich eine neue Ära beginnen und die schiitische Terrormiliz loswerden will, dann muss er hinter den Kulissen mit Israel zusammenarbeiten, um eine neue Hoffnung für beide Länder zu schaffen.

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Patrick Callahan

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