Weltmeisterschaft verdeutlicht Israelis den muslimischen Hass

Linksgerichtete israelische Journalisten berichten, ihre Erfahrungen in Doha hätten ihnen die Realität des israelisch-arabischen Konflikts deutlich gemacht.

von Ryan Jones | | Themen: Palästinenser, WM
Die palästinensische Flagge ist bei der Fußballweltmeisterschaft in Katar prominent vertreten, obwohl keine palästinensische Mannschaft an dem Turnier teilnimmt.
Die palästinensische Flagge ist bei der Fußballweltmeisterschaft in Katar prominent vertreten, obwohl keine palästinensische Mannschaft an dem Turnier teilnimmt. Foto: EPA-EFE/Noushad Thekkayil

Bei dieser Weltmeisterschaft sollte ein “Neuer Naher Osten” entstehen, in dem die Stimmen der Menschen die Stimmen der kriegführenden Regierungen überwiegen und zu einer regionalen Versöhnung zu jedermanns Vorteil führen.

Doch die Israelis beginnen zu begreifen, dass dies Wunschdenken war. Einen ähnlichen Fehler begingen sie Mitte der 1990er Jahre, als sie fast euphorisch auf die “Osloer Abkommen” reagierten.

Diesmal haben die Israelis diese Ernüchterung der Fußballweltmeisterschaft in Katar zu verdanken.

Israel unterhält zwar keine offiziellen diplomatischen Beziehungen zu Katar, aber die Israelis erhielten die Erlaubnis, an dem größten Sportereignis der Welt teilzunehmen. Und die Atmosphäre, die vermutlich durch die Abraham-Abkommen geschaffen wurde, ließ viele glauben, sie würden willkommen geheißen oder zumindest mit neu gewonnenem Respekt behandelt.

Sie haben sich geirrt.

Vor der Eröffnung der Weltmeisterschaft wurden die israelischen Fans angewiesen, ihre nationale Identität so weit wie möglich zu verbergen.

Die vielen israelischen Journalisten, die nach Doha gereist waren, konnten dies natürlich nicht tun, und ein ständiger Strom von Berichten zeigt, dass sie auf weit verbreitete Feindseligkeit stießen. Einige sind sogar aus Angst vor körperlichen Angriffen überstürzt nach Israel zurückgekehrt.

Diese Journalisten und hoffentlich auch ihre vielen israelischen Zuschauer mussten sich der Tatsache bewusst werden, dass ein echter Frieden weder in dieser noch in der nächsten Generation in Sicht sein wird.

Ein Paradebeispiel dafür lieferte Raz Shechnik, ein Korrespondent von Yediot Ahronot, Israels größter bezahlter Zeitung.

 

 

Nachdem er wiederholt nicht nur von palästinensischen, sondern von fast allen arabischen Fans abgewiesen und beschimpft wurde, schrieb Shechnik auf Twitter:

“Ich bin hier zum ersten Mal nüchtern geworden. Dabei war ich immer ein Zentrist, liberal und aufgeschlossen, mit zuallererst einem großen Wunsch nach Frieden. Ich dachte immer, das Problem [zwischen Arabern und Juden] seien die Regierungen, die Führer – unsere eingeschlossen. Aber in Katar habe ich erfahren, wie weit der [arabische] Hass unter den Menschen auf der Straße verbreitet ist, wie sehr sie uns vom Angesicht der Erde tilgen wollen. In welchem Ausmaß alles, was mit Israel zu tun hat, den Hass schürt.“

Was Shechnik und andere wie er lange Zeit ignoriert haben, jetzt aber mit Verspätung begreifen, ist, dass die modernen Probleme zwar von den Führern und Regierungen ausgingen, aber inzwischen weit über die Politik hinausgehen.

Diese Führer und Regierungen haben ihre Völker jahrzehntelang dazu erzogen und indoktriniert, Israel als völlig illegitim zu betrachten und es mit Leib und Seele zu verabscheuen. Und die Lektion hat Wurzeln geschlagen.

In dem obigen Videoclip fällt auf, dass die Araber, mit denen Shechnik zu sprechen versucht, nicht ihre Frustration über Israel zum Ausdruck bringen, sondern darauf bestehen, dass es kein Israel gibt.

Sie wollen keine Verhandlungslösung für den Konflikt. Sie wollen, dass Israel verschwindet. Damit kann ihre Überzeugung bestätigt werden, dass ein jüdischer Staat nicht existiert und nicht existieren kann.

Sie denken so, weil sie dazu erzogen worden sind, so zu denken. Daran wird sich auch durch die Unterzeichnung von 100 Friedensabkommen nichts ändern.

Und ich spreche hier nicht von der Erziehung im Klassenzimmer, obwohl dies natürlich auch in den Schulen im gesamten arabischen Nahen Osten geschieht. Viel wichtiger ist die Lehre des Islam, dass die jüdische Souveränität in ehemals von Muslimen beherrschten Gebieten illegitim ist und abgelehnt werden muss.

Die lange Weigerung liberaler westlicher Friedensstifter, einschließlich Israelis wie Shechnik, zu akzeptieren, dass es sich hier letztlich um einen religiösen Konflikt handelt, ist der Grund dafür, dass all ihre bisherigen Bemühungen, wenn überhaupt, nur wenig Früchte getragen haben.

 

Mehr dazu finden Sie unter: Der fatale Fehler in den Abraham-Abkommen

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