Weiße Farbe und das Erbe im Land

von David Shishkoff

Bezahlbarer Wohnraum steht sowohl bei den jüdischen als auch bei den arabischen Bürgern Israels ganz oben auf der Wunschliste.

Foto: Blue Bird/Pexels

Guten Morgen liebe Leser!

Die letzten Flecken der weißen Farbe kleben noch hartnäckig an meinen Fingernägeln.

Letzte Woche habe ich mir einige Tage freigenommen, um das Haus in Galiläa, das wir gemietet hatten, zu streichen. Mein ältester Sohn, der vor kurzem seinen Armeedienst beendet hat, lieferte – zusammen mit seinen Brüdern – den Großteil der Arbeitskraft.

Einige Tage reiner körperlicher Arbeit waren trotz der Hitzewelle erstaunlich erfrischend. Ich hatte die therapeutische, reinigende Wirkung des Schweißes vergessen.

Symbolbild – Körperliche Arbeit kann auch in der Hitze erfrischend sein

Während ich Bilderhaken aus den Wänden zog, spachtelte, schleifte, malte und putzte, hatte ich reichlich Zeit, darüber nachzudenken, was ein Erbe und eine zeitliche Behausung bedeuten. Wir sind nicht nur geistliche und emotionale Wesen, sondern auch stark an Dinge wie 22 T-Shirts, 51 Pappkartons mit verschiedenem Kram, eine schwarz-gesprenkelte Marmor-Küchentheke und einen alternden Betonbau mit vier Außenwänden und einem durchhängenden roten Ziegeldach gebunden!

Einige der Familien in diesem Dorf in Galiläa leben schon seit hundert Jahren hier, seit ihre Vorväter Alijah gemacht haben. Andere sind erst jetzt hierhergezogen, um auszuprobieren, wie es ist, weit weg vom Lärm und Druck der Metropole Tel Aviv.

Was bedeutet es, ein Haus zu besitzen, ein Erbe zu haben? In jedem Land? Und hier in Israel?

Hat der Schöpfer der Menschheit beabsichtigt, dass Großfamilienmitglieder nahe beieinander wohnen?

Der Thoraabschnitt dieser Woche wirft einen Blick auf einige dieser Fragen. 4.Mose 34 -36 spricht über die Aufteilung des Landes Kanaan in ein Erbe für jeden Stamm, jede Familie und jeden Haushalt.

„…jeder Israelit soll das Stammesland behalten, das er von seinen Vorvätern geerbt hat…“ (Numeri 36:5-7)

Während meine Söhne heranwachsen und nach und nach ausziehen, bin ich froh, dass sie etwas Übung bezüglich der Malerarbeiten bekommen haben, in der Erwartung, dass sie eines Tages ihre eigenen Häuser hier im Land der Verheißung haben werden. Bei den israelischen Wohnungs- und Hauspreisen, die zu den teuersten der Welt gehören, könnte das eine nicht geringe Glaubensherausforderung sein.

Eine australische Studie untersuchte das Verhältnis der durchschnittlichen Wohnungspreise pro Quadratmeter zum Durchschnittseinkommen in 39 Ländern. Die Studie ergab, dass Israel die zweitteuerste Nation der Erde für Wohnraum ist, gefolgt von der Schweiz und nur noch übertroffen von Südkorea. Das Verhältnis der Wohnkosten für Israel war 4,8-mal teurer als das der USA, die knapp hinter der Türkei als günstigster Ort für den Kauf eines Hauses im Verhältnis zum Einkommen hervorgingen. Gründe für Israels teuren Wohnraum sind unter anderem:

  • Geringe Grundstücksgröße
  • Hohe Nachfrage
  • Hohes Bevölkerungswachstum
  • Teure Betonbauweise
  • Langsame Genehmigungsverfahren für Landentwicklung

Mindestens seit dem letzten Jahrzehnt ist bezahlbarer Wohnraum eines der Top-Themen, die die israelischen Wähler beschäftigen, zumindest diejenigen, die noch keine Hausbesitzer sind. Netanjahu und Co. versuchten mit wenig Erfolg, die steigenden Hauspreise zu dämpfen. Nun hat auch die neue Regierung dieses Thema ins Visier genommen. Die kommenden Monate werden zeigen, ob die Koalition lange genug durchhalten kann, um dieses und andere hartnäckige Probleme anzugehen.

Proteste gegen zu hohe Lebenskosten und Wohnungspreise im Sommer 2011, viel gebracht hat es leider nicht

Bezahlbarer Wohnraum steht sowohl bei den jüdischen als auch bei den arabischen Bürgern Israels ganz oben auf der Wunschliste. Dies war ein zentraler Faktor, der dazu führte, dass zum ersten Mal eine arabische politische Partei der Regierungskoalition beitrat. Wer weiß? Vielleicht wird das arabisch-israelische politische Beharren auf Fortschritt in dieser Angelegenheit dazu führen, dass mehr arabische und jüdische Bürger ein Erbe im Land bekommen. Wäre das nicht poetische Gerechtigkeit?

Und nun das Wetter:

 

Das Wetter für heute in Israel

Teils heiter, teils wolkig ohne eine bemerkenswerte Veränderung der Temperaturen. Sommerlich warm. Für heute werden folgende Höchsttemperaturen erwartet: Jerusalem 31 Grad, Tel Aviv 30 Grad, Haifa 28 Grad, Tiberias am See Genezareth 37 Grad, am Toten Meer 39 Grad, Beersheva 35 Grad, Eilat am Roten Meer 40 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist um einen weiteren Zentimeter gesunken und liegt jetzt bei – 209,665 m unter dem Meeresspiegel. Es fehlen 86,5 Zentimeter bis zur oberen Grenze.

Im Namen der gesamten Redaktion von Israel Heute wünsche ich Ihnen einen angenehmen Sonntag. Machen Sie es gut.

 

Schalom aus dem wunderschönen Galiläa!

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