Guten Morgen Israel – Corona, besser als ein Pogrom

Man muss die richtige Einstellung finden, um die Krise zu überstehen, ohne komplett durchzudrehen.

von Michael Selutin | | Themen: Guten Morgen
Foto: Yonatan Sindel/Flash90

Boker Tov liebe Leser!

Die jüdische Geschichte im Exil ist voller Leid und erst die letzten Jahrzehnte haben trotz der Kriege in Israel eine Phase der Ruhe gebracht, die für unsere jüdischen Vorfahren kaum vorstellbar wäre. Wenn meine Eltern, die nach dem Krieg geboren wurden, nach Israel kommen, ist es für sie immer noch ein Wunder, jüdische Polizisten und Soldaten zu sehen. So etwas gab es seit der Vertreibung aus dem Königreich Juda nicht mehr und nichtjüdische Polizisten und Soldaten waren in den letzten 2000 Jahren nicht unbedingt zum Schutz der jüdischen Bevölkerung da, um es mal freundlich auszudrücken.

Jetzt kommt auch noch dieses Coronavirus daher und zeigt uns, dass das Schicksal jederzeit wieder zuschlagen und unsere Sicherheit und Ruhe schlagartig beenden kann. Natürlich trifft es dieses Mal nicht nur die Juden, die ganze Welt befindet sich im Panikmodus, aber aus jüdischer Sicht ist die aktuelle Krise lediglich eine von vielen, während die Ruhe der letzten Jahre eher die Ausnahme war. Anstatt von Kosaken niedergemetzelt zu werden, müssen wir uns mit unseren unerzogenen Kindern herumschlagen und auch wenn ich manchmal nicht sicher bin, was schlimmer ist, im Grunde haben wir es gar nicht so schlecht. Wir sitzen bequem zu Hause, haben uns mit Lebensmitteln eingedeckt und das Internet bietet uns die Unterhaltung und Ablenkung, die wir brauchen, um nicht durchzudrehen.

In unserem Wochenabschnitt, Wajachel-Pekudei, wird auch Gott ein Haus gebaut, sodass seine „Präsenz“ unter den Kindern Israel weilen kann.

„Und er (Mose) richtete den Vorhof auf rings um die Wohnung und um den Altar, und hängte den Vorhang für den Eingang des Vorhofs auf. So vollendete Mose das Werk. Da bedeckte die Wolke die Stiftshütte, und die Herrlichkeit des Herrn erfüllte die Wohnung. Und Mose konnte nicht in die Stiftshütte gehen, weil die Wolke darauf ruhte und die Herrlichkeit des Herrn die Wohnung erfüllte.“

(2. Mose 40, 33-35)

Wir wissen, dass die Israeliten auch keine einfachen Kinder waren. Immer wieder meckerten und rebellierten sie, wie es aktuell auch unsere gelangweilten Kinder tun. Leider ist unsere Geduld nicht so ausgeprägt, wie die Göttliche und wenn man viel Zeit miteinander verbringt, liegen die Nerven manchmal blank, sodass man sich streitet. Dann heißt es, tief durchatmen und daran denken, „es ist immer noch besser als ein Kosakenpogrom“.

Strand Tel Aviv

Der leere Strand von Tel Aviv

Und jetzt noch das Wetter für heute in Israel:

Vereinzelte Regenschauer im Norden und Zentrum des Landes. Gegen Mittag wird der Regen noch stärker und wird sich auch auf den nördlichen Negev ausweiten. In den nördlichen Golanhöhen und auf dem Hermon-Berg kann es sogar zu leichten Schneefällen kommen. Für die Jahreszeit zu kalt. Für heute werden folgende Höchsttemperaturen erwartet: Jerusalem 8 Grad, Tel Aviv 14 Grad, Haifa 11 Grad, Tiberias am See Genezareth 13 Grad, am Toten Meer 18 Grad, Beersheva 12 Grad, Eilat am Roten Meer 20 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist um weitere zwei Zentimeter gestiegen und liegt jetzt bei –209.40 m unter dem Meeresspiegel, es fehlen nur noch 60 Zentimeter bis zur oberen Grenze!

Im Namen der gesamten Redaktion von Israel Heute wünsche ich Ihnen ein angenehmes Wochenende und einen gesegneten Schabbat. Bleiben Sie gesund.

Schabbat Schalom!

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