Israel Heute Morgen

Die Jagd auf den Terroristen des Anschlags vom Sonntag ist auch heute Schlagzeile auf den Titelseiten aller großen Tageszeitungen. Ein paar Worte zur Rückkehr ins tägliche Leben trotz der Ereignisse der letzten Tage und vier Wahlzettel in unserem Briefkasten für die bevorstehenden Kommunalwahlen, an denen man bereits mit 17 teilnehmen kann.

von | | Themen: Guten Morgen

Guten Morgen liebe Leser!

Als ich heute früh in Jerusalem aus dem Bus stieg, war es zum ersten Mal so richtig kühl. Kalt möchte ich bei 16 Grad noch nicht sagen, aber nach diesem ewig langen Sommer war es doch einen angenehm frische Überraschung. Obwohl der Himmel gestern sehr grau war, ist es nicht zu dem in Aussicht gestellten leichten Regen gekommen, leider.

Wenn ich schon das Wetter erwähnt habe, hier das Wetter für heute in Israel:

Teilweise bewölkt mit einer weiteren leichten Abkühlung. Am Vormittag kann es im Norden und an der Küste zu vereinzelten leichten Regenschauern kommen. In den Bergen und im Landesinneren für die Jahreszeit etwas zu niedrige Temperaturen. Folgende Höchsttemperaturen werden erwartet: Jerusalem 25 Grad, Tel Aviv 28 Grad, Haifa 27 Grad, Tiberias am See Genezareth 31 Grad, am Toten Meer 33 Grad, Beersheva 29 Grad, Eilat am Roten Meer 34 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist um einen halben Zentimeter gesunken und liegt jetzt bei -214.465 m unter dem Meeresspiegel

Diesmal habe ich den neuen Tag also doch mal wieder mit dem Wetter begonnen. Trotz der Ereignisse hier bei uns muss man eben auch “abschalten” können, denn das Leben geht weiter, das muss es einfach. Aber ich gebe zu, dass dieses “Abschalten” nicht immer einfach ist, es sieht sogar etwas egoistisch aus, wenn ich jetzt an die Familien der Opfer des Anschlags von Barkan denke. Während ich also wieder vom Wetter rede, sitzen sie in ihren Häusern Shiv’a und trauern. Auch heute wird auf den ersten Seiten der Zeitungen nur von dieser Tragödie berichtet. Wenn es doch die letzten Opfer sein könnten.

Die Suche nach dem Terroristen ist die Schlagzeile auf den Titelseiten der heutigen Zeitungen

Gestern fand ich in unserem Briefkasten vier Postkarten. Es waren die Wahlscheine für die Kommunalwahlen, die am 30. Oktober stattfinden werden. Zum ersten Mal darf auch unser jüngster Sohn an Wahlen teilnehmen. Bei Kommunalwahlen darf man nämlich schon mit 17 wählen. Eine gute “Generalprobe” für die Wahlen zur Knesset, die irgendwann im nächsten Jahr stattfinden werden. Ich wunderte mich zunächst, warum nur vier Karten im Briefkasten lagen, dann erinnerte ich mich daran, dass unser ältester Sohn seine Adresse geändert hatte, er wohnt jetzt in Tel Aviv. Dort wird die Wahl zum Bürgermeister recht spannend werden im Vergleich zu Modiin, wo es außer dem amtierenden und bei allen sehr beliebten Bürgermeister keine weiteren Kandidaten gibt. Auch in Jerusalem wird es sehr spannend werden, da der bisherige Bürgermeister Nir Barkat nicht mehr antreten wird, er will sich jetzt in die Politik des Landes stürzen, als Mitglied der Likud-Partei. Der Tag der Wahlen wird ein freier Tag sein. Eigentlich war es bis jetzt, also seit 1989, nur bei den Knesset-Wahlen so, doch jetzt hat man sich entschieden, dass auch bei den Kommunalwahlen nicht gearbeitet werden muss. Damit möchte man eine höhere Wahlbeteiligung der Bürger erreichen. Ich bin gespannt, ob dieser Plan aufgehen wird, das wird vielleicht auch etwas vom Wetter abhängen. Bei gutem Wetter könnten viele den freien Tag für einen Ausflug mit der Familie nutzen. Dabei ist eine hohe Beteiligung an den Wahlen besonders hier in Jerusalem sehr wichtig. Sonst könnte es leicht passieren, dass Jerusalem am Tag nach der Wahl mit einem neuen jüdisch-orthodoxen Bürgermeister aufwacht. Nicht, dass ich jetzt persönlich etwas gegen ihn habe, aber ich denke, dies würde viele Probleme mit sich bringen, besonders wenn es um den Shabbat geht. Leider beschweren sich viele Bürger immer gerne, doch wenn es darauf ankommt, gehen sie einfach nicht ins Wahllokal, um ihre Stimme abzugeben. Indirekt stimmen sie dann genau für den Kandidaten den sie nicht haben wollten.

Vier Kandidaten für das Amt des Bürgermeisters von Jerusalem (Fotos: Yonatan Sindel, Noam Revkin Fenton/Flash90)

In drei Wochen werden wir wissen,wer der neue Bürgermeister in Jerusalem und allen anderen Städten in Israel sein wird. Ich bin gespannt.

Und nun wünsche ich Ihnen einen angenehmen und friedlichen Dienstag. Machen Sie es gut.

Shalom aus Jerusalem!

Dov

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