Israel

Israel

Warum gibt Israel dem Libanon so viel, fragt sich der ehemalige US-Botschafter

Der ehemalige Trump-Botschafter zeigt sich schockiert über die bedeutenden israelischen Zugeständnisse im neuen, von den USA vermittelten Libanon-Seeabkommen.

Foto: Hillel Maeir/TPS

(TPS) David Friedman, der ehemalige US-Botschafter in Israel, hat sich verwundert über den anstehenden Vorschlag für ein Abkommen über eine Seegrenze zwischen Israel und dem Libanon geäußert, der offenbar erhebliche israelische Zugeständnisse beinhaltet.

Auf die derzeitige gemeinsame Seegrenze zwischen Israel und dem Libanon haben sich beide Ländern nie geeinigt. Die Frage wird seit über einem Jahrzehnt diskutiert. Das Hauptaugenmerk beider Seiten liegt auf den Öl- und Gasvorkommen in den umstrittenen Hoheitsgewässern.

In den letzten Jahren haben die beiden Länder unter Vermittlung der USA und unter der Schirmherrschaft des Büros des Sonderkoordinators der Vereinten Nationen für den Libanon (UNSCOL) in Rosh Hanikra Gespräche geführt. Amos Hochstein, der Sondergesandte der Biden-Regierung für internationale Energie, ist derzeit als Vermittler tätig. Er reiste in den letzten Wochen zwischen Jerusalem und Beirut hin und her und brachte, obwohl er sich optimistisch zeigte, keine endgültige Lösung zustande.

Premierminister Yair Lapid erklärte jedoch während der wöchentlichen Kabinettssitzung letzten Sonntag, dass seine Regierung „die letzten Details diskutiert, sodass es noch nicht möglich ist, einen abgeschlossenen Deal zu loben; wie wir jedoch von Anfang an gefordert haben, gewährleistet der Vorschlag Israels volle Sicherheit – sowohl die diplomatischen als auch unsere wirtschaftlichen Interessen.“

Oppositionsführer Benjamin Netanjahu wirft Lapid derweil vor, vor der Hisbollah kapituliert zu haben.

Arabischen Medienberichten zufolge wird das Karish-Feld, mit dessen Erschließung Israel vor kurzem begonnen hat, in israelischer Hand bleiben, während das nahegelegene Kana-Feld vollständig auf libanesischem Gebiet liegen wird – ein offensichtliches israelisches Zugeständnis.

In seiner Antwort twitterte Friedman, dass er als Botschafter „jahrelang versucht hat, ein Abkommen zwischen Israel und dem Libanon über die umstrittenen maritimen Gasfelder zu vermitteln. Mit einer vorgeschlagenen Aufteilung von 55-60% für den Libanon und 45-40% für Israel war er sehr nahe dran. Niemand konnte sich damals vorstellen, dass 100 % an den Libanon und 0 % an Israel gehen würden. Ich würde gerne verstehen, wie es dazu gekommen ist.“


„Wir haben jahrelang versucht, eine Einigung zwischen Israel und dem Libanon über die umstrittenen Gasfelder im Meer zu erzielen. Mit einer vorgeschlagenen Aufteilung von 55-60 % für den Libanon und 45-40 % für Israel waren wir sehr nahe dran. Niemand konnte sich damals vorstellen, dass 100 % an den Libanon und 0 % an Israel gehen würden. Ich würde gerne verstehen, wie es dazu gekommen ist.“

 

Friedman, von 2017-2020 Botschafter in Israel, war an historischen Errungenschaften beteiligt, darunter die Abraham-Abkommen zwischen Israel und mehreren arabischen Ländern.

Der Generalsekretär der Hisbollah, Hassan Nasrallah, hat Israel in den letzten Wochen mehrmals mit einem Angriff wegen der Kontrolle über die Gasfelder gedroht. Am Wochenende hatte er offensichtlich seinen Ton geändert. Nasrallah erklärte, dass „das Dossier der Demarkation der Seegrenze angesichts des Schreibens des Vermittlers ein entscheidendes Stadium erreicht hat“ und dass die Hisbollah „den libanesischen Staat bei den Gesprächen mit dem US-Vermittler unterstützt“, was bedeutet, dass sie mit dem jüngsten Vorschlag zufrieden ist.

US-Senator Ted Cruz kommentierte, er sei „zutiefst beunruhigt, dass Biden-Politiker unsere israelischen Verbündeten unter Druck gesetzt haben, ihr Territorium an die vom Iran kontrollierte Terrorgruppe Hisbollah zu übergeben“.

„Ein weiteres Thema für den nächsten republikanischen Kongress, das untersucht werden muss“, schrieb er auf Twitter.

„Ich bin zutiefst beunruhigt, dass Biden-Politiker unsere israelischen Verbündeten unter Druck gesetzt haben, ihr Territorium der vom Iran kontrollierten Terrorgruppe Hisbollah zu überlassen. Ein weiteres Thema, mit dem sich der nächste republikanische Kongress befassen sollte.“

 

Die Einzelheiten des Abkommens sind in Israel noch nicht veröffentlicht worden. Mehrere Organisationen haben angekündigt, Lapids Schritt vor Gericht anzufechten, da er als Chef einer Übergangsregierung kein Mandat habe, solche Entscheidungen zu treffen, und dass eine Entscheidung über die Gestaltung der Grenzen Israels per Gesetz ein nationales Referendum erfordere.

Update: Mittlerweile scheint das Abkommen zwischen Israel und dem Libanon wieder in die Ferne gerückt zu sein, nachdem Israel die  Bemerkungen der libanesischen Regierung zu dem Abkommen abgelehnt hat. Einem Regierungsvertreter zufolge werde „Premierminister Yair Lapid keine Kompromisse in Bezug auf seine wirtschaftlichen und sicherheitspolitischen Interessen eingehen, auch wenn dies bedeute, dass es nicht zu einem baldigen Abkommen kommen werde.“

About the author

Patrick Callahan

This is an example of author bio/description. Beard fashion axe trust fund, post-ironic listicle scenester. Uniquely mesh maintainable users rather than plug-and-play testing procedures.

Mitglieder

Israel Heute Mitgliedschaft


Digital Monatlich Digital Jährlich Print + Digital (Deutschland) Print + Digital (International)
Preis
6.90
/ Monat

(€82,80 Jährlich)
51,00
/ Jahr
63,00
/ Jahr
73,00
/ Jahr
Voller Zugang zu allen Mitglieder-Inhalten
Gedrucktes Magazin (6 Ausgaben pro Jahr)
Magazin als E-Paper
Exklusive Zoom-Veranstaltungen
Werbefreies Lesen
Kostenloser Probemonat
Ersparnis gegenüber dem Monatsabo - 38,41% / €31,80 23,91% / €31,80 11,84% / €31,80
Effektiver Jahrespreis €82,80 €51,00 €63,00 €73,00

Ein Kommentar zu “Warum gibt Israel dem Libanon so viel, fragt sich der ehemalige US-Botschafter”

  1. marie.luise.notar sagt:

    UND WENN ISRAEL SÄMTLICHE GASFELDER ABGEBEN WÜRDE—könnten sie sich dafür keinen Frieden KAUFEN….der Hass und das Verlangen, Israel auszulöschen, ist endlos. Nur Gott hat da seine allmächtigen Möglichkeiten.

Schreibe einen Kommentar

Anmelden