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Selenskyj in den USA und Putin ruft „Bibi“ an

Selenskyj in den USA und welche Auswirkungen Russlands Handlungen mit China währenddessen auf Israel haben könnten.

Selenskyj in den USA
Der damalige israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu trifft den russischen Präsidenten Wladimir Putin am 30. November 2015. Foto: Flash 90

Am Mittwoch und Donnerstag kam es zu einer merkwürdigen Verkettung von Ereignissen, die zwischen den Vereinigten Staaten und der Ukraine sowie zwischen Russland und Israel stattfand.

Der russische Präsident Wladimir Putin rief den Israeli an, um ihm zum Sieg bei den Parlamentswahlen sieben Wochen zuvor zu gratulieren. Nur wenige Stunden, nachdem der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in den USA am Mittwoch im Weißen Haus und im US-Kongress empfangen wurde. Und wenige Stunden, nachdem der neue israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu seine Regierungsbildung bekannt gegeben hatte.

Am Mittwochmorgen mitteleuropäischer Zeit berichteten europäische Medien, dass Selenskyj zum ersten Mal seit Beginn des Krieges sein Land verließ. Er machte sich auf den Weg in die USA, um sich mit Präsident Joe Biden zu treffen und vor dem US-Kongress auf dem Capitol Hill zu sprechen.

Der Ukrainer wurde in einem US-Militärflugzeug geflogen und von amerikanischen Kampfjets eskortiert. Somit sollte seine sichere Ankunft in Washington gewährleistet werden.

Während des Fluges zogen die Medien Vergleiche zwischen dem Ukrainer und dem früheren britischen Premierminister Winston Churchill. Der verließ sein Land ebenfalls mitten im Krieg, um auf dem Capitol Hill zu sprechen.

Der Kreml reagierte verärgert auf die Nachricht von der Reise und teilte Reportern mit, dass der Besuch den Konflikt zwischen Russland und der Ukraine nur verschärfen würde.

Selenskyjs Empfang in Washington war äußerst herzlich – ein Fest der Liebe. Biden legte wiederholt liebevoll den Arm um den kleineren Mann und überhäufte den Ukrainer mit Ehrerbietung. Dieser schaute buchstäblich zum Gesicht seines großen amerikanischen Gastgebers auf, so wie ein Junge zu seinem Vater aufschauen würde.

Selenskyj überreichte Biden eine Militärmedaille, die von dem ukrainischen Soldaten gestiftet worden war, der sie für Tapferkeit erhalten hatte. Auch der Kongress wurde mit einer ukrainischen Flagge beschenkt, die er von der Front im Osten der Ukraine mitgebracht hatte.

Das Parlament begrüßte Selenskyj in den USA mit begeisterten Ovationen und anhaltendem Beifall. (Einige republikanische Kongressabgeordnete blieben sitzen und applaudierten nicht).

In Israel spielte sich derweil ein anderes, offenbar völlig unabhängiges Drama ab, als die Zeit, die Netanjahu für die Bildung einer neuen Regierung zur Verfügung stand, ablief. Nur 20 Minuten bevor es so weit war, rief Netanjahu den israelischen Präsidenten an und teilte ihm mit, dass er es „geschafft“ habe.

Kaum hatte „Bibi“ am Donnerstagmorgen die Augen geöffnet, klingelte sein Telefon. Putin war am Apparat.

Berichten zufolge sprachen die beiden Staatsoberhäupter über die Ukraine. Wobei Netanjahu seiner Hoffnung Ausdruck verlieh, dass ein Weg zur Beendigung des Konflikts gefunden werden würde.

Außerdem gratulierte Putin Netanjahu und Israel zum Chanukka-Fest.

Einige Journalisten spekulierten, dass Netanjahu in Zukunft versuchen könnte, zwischen Kiew und Moskau zu vermitteln. Ebenfalls mutmaßen sie, dass Putin vielleicht nach einem Ausweg suchte und die Fühler ausgestreckt hatte, in der Hoffnung, dass der Israeli helfen könnte.

Andere Beobachter wiesen auf einen anderen „zufälligen“ Staatsbesuch hin, der stattfand, als Selenskyj in den USA war. Der ehemalige russische Präsident Dmitri Medwedew besuchte den chinesischen Präsidenten Xi Xinping in Peking, um „die bilateralen Beziehungen in einer neuen Ära voranzubringen und gemeinsam eine gerechtere und vernünftigere globale Ordnungspolitik zu fördern“.

Diese Kommentatoren deuteten an, dass Putin darüber nachdenken könnte, Israel in die russische Umlaufbahn zu manövrieren, indem er einen Keil zwischen die Verbündeten treibt.

Die Jerusalem Post schrieb: „Als Netanjahu das letzte Mal im Amt war, pflegte er enge Beziehungen sowohl zu Moskau als auch zu Washington, ein Schritt, der nun durch den Krieg in der Ukraine und Bidens unverhohlene Unterstützung für Kiew erschwert wird.“

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6 Kommentare zu “Selenskyj in den USA und Putin ruft „Bibi“ an”

  1. Mathias Winkler sagt:

    Das Hauptproblem in dieser heiklen Situation ist die Biden Regierung dessen willfähriger Vasall Zelensky ist.
    Biden könnte auf Zenlensky einwirken an den Verhandlungstisch zurück zu kehren.
    Aber mein Eindruck ist, das Amerika auf dem Rücken der Ukraine einen Krieg mit Russland führt. Die Ukrainische Bevölkerung sind die Leid tragenden. Doch die normale Bevölkerung ist den Machthabern doch egal.

  2. marie.luise.notar sagt:

    Gott gebe dem „BIBI“ viel WEisheit und Trittsicherheit bei seinen politischen Gradwanderungen.

  3. Ulrich Dinser sagt:

    @ Mathias Winkler

    An welchen Verhandlungstisch? Mit einem Putin, dessen Worten nicht im geringsten zu trauen ist, sollen die Ukrainer verhandeln? Bis zum nächsten Wortbruch … und danach zum übernächsten. Bis von der Ukraine nichts mehr übrig ist.

  4. j-glaesser sagt:

    Als Selensky die USA verließ blieb eine Eiseskälte (Blizzard) zurück. Nur Zufall oder ein Zeichen?

  5. j-glaesser sagt:

    Übrigens hat die ehemalige deutsche Bundeskanzlerin im SPIEGEL am 24.11. verraten, dass die Abkommen zwischen Ukraine und Rußland, bekannt als Minsk 1 und Minsk 2 im Jahre 2014 und 2015, nur taktischer Natur waren um die Zeit zur Aufrüstung der Ukraine durch den sogenannten Westen gewinnen. Somit waren auch die Autonomieversprechungen für die Ostukraine gegenüber Rußland nur eine Lüge der deutschen Vermittler. Man kann auch die deutschen Vermittlungen in den Minsk Abkommen als HUDNA bezeichnen.

  6. Ulrich Dinser sagt:

    @ j-glaesser (4)

    Ich kann Sie beruhigen. Ein kurzer Blick in meinen Kaffeesatz zeigt eindeutig, dass das eine mit dem anderen nichts zu tun hat.

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