Diasporaminister: Israel sollte die Ukraine gegen Russland aufrüsten

Jerusalem distanziert sich von den Äußerungen des Ministers, nachdem Moskau vor schwer beschädigten israelisch-russischen Beziehungen warnt

von Ryan Jones | | Themen: Russland, Ukraine
Israelis versammeln sich letzte Woche in Tel Aviv zur Unterstützung der Ukraine. Foto: Avshalom Sassoni/Flash90

Die westlichen Staaten rüsten die Ukraine zunehmend gegen die russischen Angreifer auf und fordern, dass Israel sich ihnen anschließt, indem es Kiew mit fortschrittlicher Raketenabwehrtechnologie ausstattet.

Vor Ort drängt die Ukraine die russischen Streitkräfte im Osten des Landes zurück. Doch Moskau antwortet mit  tödlichen Raketen- und Selbstmorddrohnenangriffen auf Städte in der gesamten Ukraine.

Israel hat einige der fortschrittlichsten Raketenabwehrtechnologien der Welt entwickelt, darunter die gepriesenen Systeme Iron Dome und Arrow.

Diasporaminister Nachman Shai ist der Ansicht, es sei für Israel an der Zeit, nicht länger untätig zu bleiben und der Ukraine diese lebensrettenden Waffen zu liefern.

“Es gibt keinen Zweifel mehr, wo Israel in diesem blutigen Konflikt stehen sollte. Es ist an der Zeit, dass die Ukraine auch Militärhilfe erhält, so wie es die USA und NATO-Länder bereits tun”, twitterte er am Sonntag.


Die Regierung von Premierminister Yair Lapid distanzierte sich sofort von Shais Äußerungen. Ungenannte Regierungsquellen erklärten gegenüber verschiedenen hebräischen Medien, der Aufruf zur Bewaffnung der Ukraine entspreche nicht der offiziellen israelischen Politik.

Israel ist Berichten zufolge besorgt, nachdem Russlands ehemaliger Präsident und Premierminister Dmitri Medwedew am Montag gewarnt hatte, Waffenlieferungen an die Ukraine würden die Beziehungen zwischen Israel und Russland zerstören.

“Es scheint, dass Israel dem Kiewer Regime Waffen liefern wird. Das ist ein sehr rücksichtsloser Schritt. Er wird alle diplomatischen Beziehungen zwischen unseren Ländern zerstören”, schrieb Medwedew in sozialen Medien.

Shai ist nicht der Einzige, der sich wünscht, Israel würde endlich einen festen Standpunkt zur Unterstützung der Ukraine und gegen die russische Invasion einnehmen. Viele stellen fest, dass Russland jetzt von Israels Erzfeind Iran mit Selbstmorddrohnen beliefert wird. Diese Drohnen haben in der Ukraine bisher Dutzende von Menschen getötet und könnten von Israels Raketenschutzschild leicht abgefangen werden.

Andere warnen davor, der Iran benutze die Ukraine als Testgebiet für diese Selbstmorddrohnen und  werde später versuchen, sie von Basen im Libanon und in Syrien gegen Israel einzusetzen. Sollte Israel Moskau verärgern, könnte es die Möglichkeit verlieren, im Luftraum über dem Libanon und vor allem Syrien, wo russische Streitkräfte stark vertreten sind, unbehelligt zu agieren.

Wie üblich befindet sich Israel in einer heiklen Situation. Und wieder einmal scheinen sich die Großmächte der Welt unverhältnismäßig stark darauf zu konzentrieren, was das kleine Israel inmitten eines Konflikts weitab seiner eigenen Grenzen tun wird.

3 Antworten zu “Diasporaminister: Israel sollte die Ukraine gegen Russland aufrüsten”

  1. j-glaesser sagt:

    Seit 1948 hat Israel mehrere Überlebenskriege geführt. Meistens war es auf sich (fast) allein (nur mit Gottes Hilfe) gestellt. Die BR Deutschland erlaubte nicht einmal, dass Hilfsflugzeuge für Israel auf ihrem Territorium zwischenlanden durften (1973).
    Warum sollte sich Israel in einem Weltkrieg zwischen Ukraine mit Nato und Rußland einmischen? Humanitäre Hilfe – Ja.

  2. Michael Hoeflich sagt:

    Israel sollte sich nicht von einem Herrn Medwedew einschüchtern bzw. ängstigen lassen. Wie seinem Chef Putin kann man ihm nicht vertrauen, weil sie so offensichtlich lügen und zahllose und offensichtliche Kriegsverbrechen begehen, dass Israel sich niemals auf diese Personen verlassen sollte.

    Sie schreiben zutreffend, dass Israel in allen großen existenziellen Konflikten (fast) immer auf sich alleine gestellt war, aber dennoch in allen existenziellen Situationen Dank Gottes Hilfe siegreich war. Der Gott Israels ist der einige Garant für das Wohlergehen Israels. Er schläft und schlummert nicht und steht für diejenigen ein, die sich auf IHN verlassen. Angst (auch vor Drohungen) ist immer ein schlechter Ratgeber. Das Gegenteil von Angst ist Vertrauen! Schalom

  3. Leopoldine Heigl sagt:

    Ich möchte nicht schreiben, die eigene Erfahrung, die ich hier in Judenburg mit einer arroganten Flüchtlinge aus der Ukraine gemacht habe.

    Ich war mit mein Rad von Wien nach Burgenland unterwegs unterwegs, kam mir ein Reporter von einer Tageszeitung unterwegs, blieb auf meiner Ebene stehen und fragte mich, was in der Nacht hier passiert sei? Ich teilte mir kurz mit, was ich gehört hab. Aber ich weiß nicht, ob das dies die Wahrheit sei. Den nächsten Tag, laß ich das was ich erzählte, dies die Wahrheit sei. Wo gleich ich ihm mitteilte, dass von denen ich gehört habe, auch nur geraten haben.
    Übrigens ein Schweizer in Puten Reich, der glücklich dort ist und reich geworden ist. Der schallten und nach seinen Erfolg schalten und walten kann, nach seinen, willen. Auch deutsche sind dort hingewandert und füllen sich wohl, möchten nicht mehr weg.

    Israel sollte selbst wissen, was recht ist oder nicht!

    Freundlichen Grüße
    Leopoldine Heigl

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