Urlaubstage, Familienfeste und neue Corona-Bestimmungen

Nach ein paar Urlaubstagen und einer Hochzeit stehen wir vor neuen Corona-Einschränkungen

| Themen: Guten Morgen
Allenby Straße, Tel Aviv Foto: Dov Eilon

Guten Morgen liebe Leser!

Nach ein paar Tagen Urlaub, in denen ich unter anderem unseren ältesten Sohn unter die Haube gebracht habe und nur vier Tage später die Brit Mila des neugeborenen Enkels meines Schwagers mitgefeiert habe, sitze ich nun wieder vor meinem Laptop und begrüße Sie, liebe Leser.

Es waren in der Tat unvergessliche Urlaubstage, auch ohne in das Ausland geflogen zu sein, was ja gerade jetzt wieder fast unmöglich geworden ist, nachdem ein Land nach dem anderen wieder Rot gefärbt wird. Und wie gesagt, mein Urlaub war auch so sehr aufregend und vielseitig. Er war der Familie gewidmet. Unser ältester Sohn ist seit einer Woche ein verheirateter Mann, ein neuer Lebensabschnitt beginnt, nicht nur für ihn und seine Frau, meine erste Schwiegertochter, sondern auch für uns. Die Hochzeit war ein besonderes Erlebnis, auch wenn es gerade am Abend der Hochzeit wie verrückt geregnet hatte. Das hat uns nicht gestört. Nur die Tatsache, dass meine Schwester die Zeremonie unter der Chupa nur per Zoom sehen konnte, stimmte mich doch etwas traurig. Allerdings wurde diese Traurigkeit sofort mit dem Zerbrechen des Glases durch den Fuß unseres Sohnes von enormer Freude abgelöst. Ein toller Moment.

Nach den ganzen Familienfeiern nutzen meine Frau und ich einen der letzten freien Tage für einen Ausflug nach Tel Aviv. Innerhalb der Woche ist die Stadt deutlich leerer als an den Wochenenden. Und auch die Touristen fehlten wieder. Kaum hatte man den Himmel über Israel wieder für sie geöffnet, machte die Regierung die Grenzen des Landes nach einigen Wochen schon wieder zu. Die Angst vor Omikron scheint zu groß zu sein.

Es war relativ leer an der Strandpromenade von Tel Aviv

So erschien mir Tel Aviv leerer als je zuvor. Es gab sogar einen Parkplatz direkt an der Strandpromenade. Wir machten einen kleinen Spaziergang vom Strand in Richtung Carmel-Markt (Schuk HaKarmel) und wieder zurück zur Strandpromenade. 

Vor dem Eingang zum Karmel-Markt war es dann doch etwas belebter.

Es tat gut, während des Spazierganges durch die Stadt etwas abzuschalten. Ich machte mir Gedanken darüber, wie es jetzt weitergehen wird mit Corona und Omikron. Auf den Straßen spürt man gar nichts von der ganzen Panik, die uns in den täglichen Meldungen vermittelt wird. 84 Omikron-Infizierte soll es bei uns im Land geben, viele Länder in Europa werden bald in die Rote Liste übernommen werden, der Flug dorthin wird dann verboten sein. Unter den Ländern befindet sich neben Großbritannien und Dänemark jetzt auch Deutschland. Und täglich können neue Länder hinzukommen.

Allenby Strasse, Tel Aviv. Von Omikron keine Spur

Als wir dann wieder zu Hause in Modiin waren, schaltete ich den Fernseher für die Abendnachrichten ein. Die Regierung hat eine weitere Corona-Maßnahme beschlossen, die schnell für Unruhe und viele Diskussionen sorgte. Der sogenannte „Grüne Pass“ (Tav Jarok) soll ab morgen (Freitag) auch für die großen Einkaufszentren gelten. Das heißt, wer keinen Grünen Pass hat, darf die Einkaufszentren nur noch für den Kauf von  Lebensmitteln, Medikamente und Drogerie-Artikel oder für einen Arztbesuch in der Krankenkasse betreten. Für ein besonderes Aufsehen sorgte der Plan von Ministerpräsident Naftali Bennett, wonach Geimpfte oder Genesene, die einen gültigen Grünen Pass haben,  am Eingang ein Armband bekommen sollten, was ihnen ermöglichen sollte, sich frei im Einkaufszentrum bewegen und alle Geschäfte besuchen zu können. Die Leiter der Einkaufszentren reagierten mit Empörung, man sei nicht bereit, Kunden nach ihrem Impfstatus zu kennzeichnen und damit in zwei Klassen aufzuteilen. Auch sei es für die Geschäfte unmöglich, zu kontrollieren, wer ein Armbad trägt und wer nicht. Man drohte, mit dieser Anordnung nicht zu kooperieren. Gestern Abend meldete dann das Gesundheitsministerium, dass man auf das Verteilen von Armbändern verzichten werde, der Grüne Pass müsse aber ab morgen beim Betreten der Einkaufszentren vorgezeigt werden, um sich frei in allen Geschäften bewegen zu können. Wie das Ganze jetzt ausgeführt werden soll, das weiß momentan  niemand.

Ich bin sehr gespannt, ob es tatsächlich dazu kommen wird. Wie soll so etwas überhaupt kontrolliert werden? Warten wir noch ein wenig, morgen werden wir schlauer sein.  Ich bin mir nicht sicher, ob das der richtige Weg ist, Menschen davon zu überzeugen, sich impfen zu lassen.

Und nun zum Wetter, ein viel netteres Thema. Momentan ist es sehr wechselhaft, mal regnet es ein wenig, dann scheint wieder die Sonne von einem wolkenlosen Himmel. Allerdings hat man uns für die kommenden Tage etwas mehr winterliches Wetter versprochen.

Am Strand von Tel Aviv

Das Wetter für heute in Israel

Teilweise bedeckt mit gelegentlichen Regenschauern im Norden und an der Küste. Etwas kühler. Für heute werden folgende Höchsttemperaturen erwartet: Jerusalem 13 Grad, Tel Aviv 17 Grad, Haifa 14 Grad, Tiberias am See Genezareth 20 Grad, am Toten Meer 20 Grad, Beersheva 17 Grad, Eilat am Roten Meer 21 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth liegt bei – 210,775 m unter dem Meeresspiegel. Es fehlen 1,975 Meter bis zur oberen Grenze.

Und jetzt wünsche ich Ihnen im Namen aller meiner Kollegen von Israel Heute einen angenehmen Donnerstag und schon jetzt ein schönes Wochenende und einen gesegneten Schabbat. Machen Sie es gut.

 

Schalom aus Modiin!

 

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