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Guten Morgen Israel – Zurück in den Alltag?

Unsere Praktikantin Nathalia berichtet von ihren Eindrücken aus Jerusalem, auch ein kurzes Video ist mit dabei

Guten Morgen Israel – Zurück in den Alltag?
Olivier Fitoussi/Flash90

Guten Morgen liebe Leser!

Nathalia

Nach dem Ende der fast absoluten Ausgangssperre zu den Pessach-Feiertagen sind die Straßen Jerusalems wieder belebter. Besonders, seitdem wieder mehr Geschäfte öffnen dürfen, tummeln sich immer mehr Menschen auf den Straßen.

Samuel und ich leben noch für den nächsten Monat für unser Praktikum bei Israel Heute hier in Jerusalem. Deswegen fühlt es sich besonders an, isoliert in einem Zuhause weit weg von zu Hause zu sein. Wahrscheinlich traf es uns noch stärker als unsere Familie und Freunde zu Hause, welche wir in dieser Zeit oft kontaktierten.

Glücklicherweise wurde die Ausgangssperre nach Pessach wieder etwas gelockert und wir dürfen wieder unser zu Hause verlassen. Besonders der Tag danach liegt mir im Sinn, bei dem wir durch die Ben Jehuda Straße gingen. Auffällig waren die vielen jüngeren Leute auf den Straßen, die es auch nicht mehr erwarten konnten, nach draußen zu gehen.

Es ist erleichternd, wieder Gelächter auf den Straßen zu hören. Die Geschäfte und Gewerbe dürfen wieder öffnen, die Sonne scheint und der Geruch von Backwaren liegt wieder in der Luft, besonders in der Nähe des Machane Jehuda Marktes. Diese Entwicklung lässt uns wieder auf Normalität hoffen.

Trotzdem leiden die kleinen Läden in Jerusalem und ganz Israel sehr von der Abwesenheit der Touristen. Die privaten Geschäfte würden finanziell fast nicht von der Regierung unterstützt, erzählt uns David, der Besitzer eines Souvenirladens auf der Ben Jehuda Straße. Kaum jemand komme in seinen Laden, sodass ihm nichts anderes übrig bleibe, so Gott wolle, auf die Touristenströme zu hoffen, wenn der Flugverkehr wiederaufgenommen werden wird.

Souvenir Geschäft Jerusalem
Hofft auf bessere Zeiten – David

Zwar geht es anderen Gewerben besser, wie zum Beispiel Optikern oder Technikläden, vor denen lange Schlangen anstehen. Aber wir merken, wie viel die Touristen in Jerusalem ausmachten. Die Touristen aus aller Welt, die sich auf der Ben Jehuda Straße und im Stadtzentrum tummeln. Die jüdischen Amerikaner aus Brooklyn, die sich Bagel auf der Jaffa Straße kaufen. Sie fehlen uns und der israelischen Wirtschaft.

Die Eröffnung der Läden und die Lockerung der Ausgangssperre geben trotzdem Hoffnung und ein Gefühl von alter, vermisster Normalität. Dennoch ist es noch unklar, wie die Zukunft aussehen wird. Die Wirtschaft und die Läden leiden, die Touristen fehlen. Ganz wie vorher wird es bestimmt nicht werden, jedenfalls nicht in der nächsten Zeit.

Hier ein Video unseres Spazierganges durch die Jerusalemer Innenstadt, als noch viele Geschäfte geschlossen waren:

Das Wetter für heute in Israel:

Teils heiter, teils wolkig mit für die Jahreszeit etwas zu niedrigen Temperaturen. Im Norden des Landes kann es in den Morgenstunden zu leichten Regenschauern kommen. Für heute werden folgende Höchsttemperaturen erwartet: Jerusalem 17 Grad, Tel Aviv 20 Grad, Haifa 18 Grad, Tiberias am See Genezareth 24 Grad, am Toten Meer 26 Grad, Beersheva 22 Grad, Eilat am Roten Meer 28 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist erstmals wieder etwas gesunken, um einen halben Zentimeter. Er liegt jetzt bei –208.93 m unter dem Meeresspiegel, es fehlen nur noch 13 Zentimeter bis zur oberen Grenze!

Wir wünschen Ihnen einen angenehmen Sonntag, auch im Namen aller Mitarbeiter von Israel Heute.

Schalom aus Jerusalem!