Israel Heute Morgen

Wäre unser jüngster Sohn nur sechs Tage früher geboren worden, hätte er an den vorgezogenen Wahlen zur Knesset teilnehmen können. Ein paar Worte und Gedanken zu der Meldung über die Auflösung der Knesset und den Wahlen am 9. April 2019 und natürlich das Wetter für heute in Israel.

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Guten Morgen liebe Leser!

Kurz nach der Meldung über Wahlen am 9. April, musste ich an meinen jüngsten Sohn denken. Er feiert am 15. April seinen 18. Geburtstag, was bedeutet, dass er seine erste Teilnahme an Parlamentswahlen wegen sechs Tage verpasst. So müssen die Politiker ohne seine Stimme zurechtkommen. Wäre alles nach Plan gegangen, also Wahlen im November, hätte unser Sohn seine Stimme abgeben können. Als ich ihn gestern Abend darauf ansprach, sagte er, es sei nicht so schlimm, dass er diesmal noch nicht mit dabei sei. Er wisse eh nicht, wen er wählen solle. Was sich in der Knesset und Regierung abspiele, sei nicht in Ordnung. Ich glaube in meinem Gespräch das Wort Kindergarten gehört zu haben.

Eigentlich war es gar keine Überraschung. Es war doch nur eine Frage der Zeit, dass diese Koalition mit ihrer hauchdünnen Mehrheit von einer einzigen Stimme, nicht mehr weiter regieren kann. Es ist Zeit, die Wähler zu fragen, wer das Land in den nächsten vier Jahren angesichts der vielen Probleme und Herausforderungen führen soll.

Am 9.4. ist es wieder soweit. Was sollen wir bloß wählen? (Foto: Nati Shohat/Flash90)

Jetzt wird es wieder losgehen mit den Spekulationen, wer mit wem und wo, jede Seite, rechts und links, und jede Zeitung werden alle möglichen Umfrage-Ergebnisse veröffentlichen. Dass man sich auf Umfragen nicht verlassen solle, das haben wir bei den letzten Wahlen gelernt. Die 105 Tage bis zu den Wahlen sind ein wahres Fest für die Presse. Jeder Fernsehsender wird jetzt mit der Planung seines Wahlstudios beginnen. Mit beeindruckender Technik und dreidimensionalen Grafiken und Hologrammen werden die Sender um die Gunst der Wähler kämpfen. Auch das ist eine Art Wahlkampf. Die Jagd auf Rating hat begonnen.

Ich werde mich davon nicht beeindrucken lassen. Aber eins ist sicher, die nächsten 105 Tage werden alles andere als langweilig sein. Wird es Netanjahu ein weiteres Mal schaffen, trotz seiner Probleme mit den ganzen Akten 1000, 2000, 3000, 4000? Gibt es eine Alternative? Die Parteivorsitzenden zeigen sich natürlich alle optimistisch. Das gehört zum Wahlkampf, der nun begonnen hat. Ich bin gespannt.

Ich muss jetzt daran denken, dass Sie heute einen hoffentlich besinnlichen ersten Weihnachtstag feiern, während bei uns Alltag ist und sich alle Politiker jetzt mit voller auf die Wahlen vorbereiten. Ich habe mir gestern um Mitternacht nur ein paar Minuten die Live-Übertragung des Gottesdienstes aus Nazareth angesehen. Einfach nur, um etwas daran teilzuhaben. Es ist schon seltsam, dass die ganze christliche Welt an diesen Tagen auf uns schaut. Schließlich hat hier alles begonnen. Und wir, also wir Juden, leben dabei unseren ganz normalen Alltag weiter.

Auch im deutschen Fernsehen gab es kurze Berichte aus Israel. Das heißt, eigentlich gab es mehr Berichte aus Bethlehem und aus Gaza. Es wurde betont, dass es den wenigen Christen aus Gaza nicht erlaubt sei, nach Bethlehem zu kommen. Naja, irgendetwas Negatives musste man ja auch melden. Es war ein Beitrag der RTL-Nachrichten. Ich darf übrigens auch nicht nach Bethlehem fahren, denn Juden ist das aus Sicherheitsgründen verboten. Alle Gebiete der Palästinensischen Autonomiebehörde sind tabu für uns.

So, und nun bin ich Ihnen noch das Wetter für heute schuldig. Draußen scheint die Sonne von einem strahlend blauen Himmel. Ein guter Tag für einen Spaziergang durch die Altstadt von Jerusalem, denke ich.

Blick vom Balkon unserer Redaktion. Blauer Himmel satt (Foto: Dov Eilon)

Und hier ist das Wetter für heute in Israel:

Teils heiter, teils wolkig mit für die Jahreszeit normalen Temperaturen. Folgende Höchsttemperaturen werden erwartet: Jerusalem 16 Grad, Tel Aviv 20 Grad, Haifa 19 Grad, Tiberias am See Genezareth 20 Grad, am Toten Meer 23 Grad, Beersheva 20 Grad, Eilat am Roten Meer 23 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist um einen halben Zentimeter gestiegen und liegt jetzt bei -214.545 m unter dem Meeresspiegel.

Und nun wünsche ich Ihnen einen angenehmen und ruhigen Dienstag und einen gesegneten ersten Weihnachtstag. Wir freuen uns, wenn Sie auch an diesem Tag bei uns sind. Gleich beginnen wir wieder mit unserer täglichen Berichterstattung. Machen Sie es gut.

Shalom aus Jerusalem!

Dov

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