Twitterkrach zwischen Gott und Israel um Jesus

Wieder einmal sind es vor allem Juden, die vorwärts treten, um das Judentum Jesu zu verteidigen

Twitterkrach zwischen Gott und Israel um Jesus
Public Domain

Auf Twitter hat „Gott“ sechs Millionen Follower. Und jetzt hat er sich auch noch mit Israel angelegt. Auf seinem englischen Account @TheTweetOfGod ließ er wissen, „dass Jesus zur Zeit der Römer ein Palästinenser war“. Israels offizieller Twitteraccount hat darauf prompt reagiert.

Der Twitter-Schlagabtausch begann mit einem Tweet von „Gott“ zur aktuellen Thematik „weißes Privileg“. Unter einem üblichen Jesusbild schrieb er: „Das Privileg kann nicht viel weißer werden, wenn man einen Palästinenser aus der Römerzeit so aussehen lässt.“ Dieser Satz bezog sich aber nicht nur auf die derzeitigen schwarzen Proteste in den USA, sondern auch auf die Behauptungen der Palästinenser, Jesus sei kein Jude gewesen, sondern Palästinenser. Mit dieser Behauptung versuchen die Palästinenser schon seit längerem, die Geschichte zu ihren Gunsten zu manipulieren.

Es dauerte nicht lange und Israels englischsprachiger Twitter Account, der vom Außenministerium geführt wird, tweetete eine Reaktion. „Was, Jesus war ein Palästinenser“, wunderte sich @Israel. Dann wandte sich Israels Twitter direkt an „Gott“, indem man „Jesus“ zitierte: „Hallo Papa, erinnerst du dich an deine Rede über jüdische Werte zu meiner Bar Mitzwa?“

Zwischen befürwortenden Tweets und abwertenden Antworten jubelten bereits einige Christen, Israel habe endlich die Göttlichkeit Jesu anerkannt! Twitter-„Gott“ selbst reagierte auf den israelischen Tweet nicht sofort, sondern erst viel später, als zahlreiche Follower bereits das Thema für sich entdeckt hatten und für die ein oder andere Seite kämpften. Wenn Jesus ein Jude gewesen sein soll, tweetete „Gott“, dann habe er wahrscheinlich eher wie ein Jude aus Polen ausgesehen.

 

Auf den Zwist zwischen Gott und Israel machte bei uns im Land eine Zeitung aufmerksam. Mich interessierte, wer denn eigentlich hinter „Gott“ auf Twitter steckt und so fand ich heraus, dass dieser Satire-Account einem amerikanischem Juden gehört, und zwar dem Comedian David Javerbaum (49). Für ihn ist Gott natürlich ein weißer, alter Mann mit Rauschebart. Ganz so wie auf dem Profilfoto des @TheTweetOfGod Accounts.

Twitter scheint in den letzten Jahren zu einer Art Schlachtfeld für Politiker und andere Persönlichkeiten avanciert zu sein, was unter anderem US-Präsident Donald Trump zu verdanken ist. In wenigen Worten wird vieles gesagt, was andere verärgert. Manches lässt sich leichter tweeten, als auszusprechen.

In diesem speziellen Fall hat der amerikanische Jude Javerbaum die Regierung seiner jüdischen Heimatstätte verärgert, obwohl man zugegebenermaßen seinen Tweet auch anders verstehen kann. Es war die blitzschnelle Reaktion des israelischen Außenministeriums, das den jüdischen Jesus sofort umarmte und öffentlich verteidigte.

Ich kann mir gut vorstellen, dass Javerbaum eigentlich versteht, dass Jesus eher mit seiner jüdischen Vergangenheit verbunden ist, als mit den Palästinensern. Fakt ist, es handelt sich hier um ein hochbrisantes Thema, das Menschen auf die Palme bringt. Palästinenser können so oft tweeten wie sie wollen, Jesus sei ein Palästinenser gewesen, es wird doch die Wahrheit nicht ändern.

Fakt ist auch, dass David Javerbaum und sein @TheTweetOfGod Schlagzeilen gemacht haben. Vielleicht unter anderem, weil @Israel in Jerusalem ihn missverstanden hat? Auch die besten Familien krachen sich, oder?