Fußball hat mich niemals wirklich interessiert. Alle vier Jahre Weltmeisterschaft im Sommer, war schon was anderes. Einmal, weil es im Sommer war und wir die Spiele draußen mit kalter Wassermelone und Schafskäse verfolgten. Das war Spaß und alle vier Jahre im Sommer war jeder von uns ein Fußballexperte. Aber nun, kein Sommer, keine Wassermelone und kein Schafskäse. Diesmal ist die WM im Winter, zur Adventszeit und Chanukka, bis eine Woche vor Weihnachten im arabischen Nahen Osten. Etwas, was vielen nicht in den Kopf passt. Diesmal rollt der Ball in eine andere Richtung und dies ist für viele schwer zu verkraften. „Weltmeisterschaft der Schande“ kritisiert der Westen das Turnier im Persischen Golf. Das winzige Emirat Katar und FIFA-Präsident Gianni Infantino werden für den Ablauf, Korruptionen und Verletzung der Menschenrechte verurteilt. Auch in Israel wird der 52-Jährige Schweizer tüchtig kritisiert.

Was im Fokus der westlichen Kritik nicht genügend zum Ausdruck kommt, ist die Tatsache, dass die Monarchie in Doha seit Jahren den islamischen Terror sponsert, darunter die ägyptische Muslimbruderschaft, die Terrororganisation Hamas im Gazastreifen und die IS-Dschihadisten im Nahen Osten. Und heute, während man schon die Klänge von „Jingle Bells“ und „Ihr Kinderlein kommet“ um sich hört, amüsieren sich die Fußballfans aus der ganzen Welt in Doha. Trotz Direktflügen von TLV nach Doha, sind Israelis in der Monarchie unerwünscht und spüren auf den Straßen Feindseligkeit. Die israelischen Reporter und Blogger berichten jeder auf seiner Art und Weise wie unwohl und unsicher ihre Arbeit in der Monarchie ist. „Weltmeisterschaft des Hasses“, heißt die Überschrift in der israelischen Tageszeitung Jediot Achronot heute. Für die arabischen Fußballfans scheint Israel nicht zu existieren, nur Palästina.
Alle westlichen Regierungen und Jerusalem waren sich bewusst, dass der Emir Tamim bin Hamad Al Thani ein Geldautomat des islamischen Terrorismus ist. Finanziert Doha nicht bis heute das Hamasregime im Gazastreifen, das Israel immer wieder mit Raketen angreift. Wie viele Menschen sind wegen der katarischen Terrorfinanzierung ums Leben gekommen? Aber mit genügend Geld kann man, wenn nicht alles, doch sehr vieles sauberwaschen.
Auf alle Fälle, interessiert mich diesmal nicht der Ball, sondern die Politik drumherum und was zwischen den Fußballspielen in Doha abläuft. Über verschiedene Quellen erhalten wir zahlreiche Videos aus dem Persischen Golf. Wie zum Beispiel die islamischen Freitagsgebet neben den Stadien.

Dieses Foto zeigt deutlich den Unterschied zwischen Westen und dem islamischen Nahen Osten. Kann sich jemand in Europa vorstellen, während der WM neben den Fußballspielen christliche Massengebete außerhalb der Stadien abzuhalten? Politik und Religion integriert, prägt die Gesellschaft und bestimmt die Politik. Aus diesem Grund ist der Konflikt zwischen dem Judenstaat Israel und den arabischen Nationen so schwierig. Nicht nur das, islamische Werte fordern eine alkoholfreie Fußballweltmeisterschaft rund um die Stadien. Mit Geld kann man jedoch auch diese Verbote umgehen und so wird in den VIP-Logen während der Spiele weiterhin Alkohol erhältlich sein.
Ein anderes Video zeigt europäische Fußballfans, die sich als Kreuzritter verkleidet haben und so in das Stadion hineinwollten. Die Muselmanne am Eingang haben den beiden Kreuzrittern natürlich den Zutritt verweigert. Was sich die beiden Kreuzritter dabei gedacht haben, weiß ich nicht. Aber in der islamischen Geschichte zählen die christlichen Kreuzritter zu den größten Feinden der Muslime, die während den Kreuzzügen viel Unheil im Nahen Osten und in Jerusalem hinterlassen haben. Wie oft haben wir davon berichtet, wie die arabische Presse den christlichen Westen als natürlichen Nachfolger der historischen Kreuzritter und ihrer Kreuzzüge betrachtet.
Dies sagte selbst der Schweizer FIFA-Präsident, ohne es wörtlich auszudrücken: „Ich denke, was wir Europäer in den vergangenen 3.000 Jahren weltweit gemacht haben, da sollten wir uns die nächsten 3.000 Jahre entschuldigen, bevor wir anfangen, moralische Ratschläge an andere zu verteilen“. Für ihn „sei es auch traurig, diese Doppelmoral erleben zu müssen“. Gianni Infantino hat schon Recht mit Europas Doppelmoral, die immer wieder auffällt. Aber in diesem Fall regen sich die europäischen Regierungen wegen den mangelnden Menschenrechte und Korruptionen beim Aufbau der Stadien in Doha auf, nicht aber weil die Monarchie den islamischen Terror finanzierte.
Zudem ist die WM in Doha zum Spielfeld aller möglichen Proteste geworden. Arabische Proteste sind erlaubt, nicht aber die westlichen Proteste. One-Love-Proteste sind auf jeder Weise verboten, egal ob mit One-Love-Kapitänsbinde, T-Shirts oder Fahnen. Die iranische Nationalmannschaft hatte im Spiel gegen England, ihre eigene Nationalhymne nicht mitgesungen. Iranischer Protest. Aber der populärste Protest in Doha ist Free Palestine und davon haben wir genügend Fotos und Videos. Natürlich regt sich Europa wegen dem One-Love-Verbot in Doha auf, nicht aber wegen Free Palestine. Beides sind Proteste.
Etliche Reporter und Blogger sind unter den Tausenden israelischen Fußballfans in Doha. Es wird besonders amüsant, wenn der israelische Video Blogger Guy Hochmann unterwegs ist und die arabischen Fußballfans als Israeli überrascht. Ist alles wirklich nur Sport, sowie es die Fußballfans ständig sagen? Nein, Sport ist schon lange ein politisches Spielfeld, auf dem sich gute und böse Mannschaften austoben.





Das Foto mit den knieenden, betenden Muslimen, Schuhe auch auf der Wiese
abgelegt, ist wirklich bewegend….was können müssen wir Christen noch alles lernen und man staune: auch von Muslimen…
Im >>Spiegel<< vom 21.9.22 ist zu lesen, dass das deutsche Top-Unternehmen FC Bayern München seit 2011 jährlich ein Trainingslager in Katar durchführt (außer Corona Jahre) und dieses auch im Januar 2023 geplant hat. Manuel Neuer ist seit 2011 Arbeitnehmer beim FC Bayern München. Aktuell bei der WM protestiert er – der Kapitän der Nationalmannschaft von Deutschland – gegen die Verhältnisse im Staat Katar. Übrigens, QATAR AIRWAYS ist auch ein Sponsor vom Unternehmen FC Bayern München.