Die jetzige Regierungskoalition, die in Israel als die rechteste Regierung aller Zeiten gilt, macht nicht viel mehr als die sogenannten linken Regierungen. Ruhe und ab und zu rumpelt’s in der Kiste, mehr nicht.
Die Palästinenser finden jedes Mal eine Ausrede, um unsere Ruhe zu stören, entweder wegen Juden auf dem jüdischen Tempelplatz während des Ramadans oder, wie neulich, wegen eines palästinensischen Strafhäftlings, der einen Hungerstreik antrat und nach 83 Tagen daran starb. Deshalb hat der Islamische Dschihad über 100 Raketen auf Israel abgeschossen. Das Hamasregime im Gazastreifen hält sich aus politischen Gründen bedeckt und schickt dafür ihre Terrorkollegen. In den letzten Monaten entwickeln sich etliche Dinge, die nicht ignoriert werden können und diesen Trend verstärken. Wie vor wenigen Tagen, als der iranische Präsident Ebrahim Raisi in Damaskus empfangen wurde. Der letzte war 13 Jahre vorher Ahmadinedschad gewesen.

Wer aktiv dahinter steht ist der Iran. Dieser sieht Israels Schwachpunkt und greift Israel abwechselnd auf seinen vier Fronten an: Südlibanon, Syrien, Judäa und Samaria und der Gazastreifen. Aus diesem Grund reagiert Israel an diesen Fronten, jedoch nur um etwas Ruhe zu bringen. Dies schadet Israels ohnehin schon wackeliger Abschreckung. Auch wenn der palästinische Häftling und Dschihad-Terrorist Khader Adnan nicht im israelischen Gefängnis gestorben wäre, hätte der Iran in Absprache mit der Hamas oder Hisbollah einen anderen Grund gefunden, Israel anzugreifen.
Der arabische Verstand denkt in Begriffen von Ursache und Konsequenzen. „Sie sehen nicht das offensive, proaktive und listige Israel, und das ist Israels größtes Loch in unserer Verteidigungsstrategie“, sagte einmal der Nahost-Experte Zwi Yeheskeli. Wenn das Ziel Ruhe ist, kaufen wir Ruhe für weitere zwei Wochen, aber nicht mehr. Andere nennen dies „Konflikt-Management“, ein Begriff, der schon seit Jahren dem israelischen Regierungschef Benjamin Netanjahu nachgesagt wird. Anstatt das Problem zu lösen, wird der Konflikt gemanagt. Dazu gehört Ruhe und Eskalation. In seiner jetzigen Form ist Israel nicht fähig, den Konflikt mit einer operativen Chirurgie zu lösen.

Israels gezielte Vergeltungsangriffe im Gazastreifen infolge der Raketenangriffe helfen Israels Abschreckung nicht. Wie ich schon mehrmals geschrieben habe: Israel muss umdenken, aber dafür muss leider etwas Schlimmes im Land passieren. Ohne das wird keiner in der Regierung und im Sicherheitsgremium umschalten. Es stimmt, in einigen Punkten hat der Minister für nationale Sicherheit Itamar Ben-Gvir völlig recht, indem er sagt, dass Israel härter eingreifen muss. Aber die Sache ist, dass keiner den „Schreihals“ wirklich ernst nimmt. Manchmal muss man weniger schreien und mit Takt und Weisheit reagieren, um Dinge in Gang zu setzen.
Erst wenn in Jerusalem die Harddisk gewechselt wird, besteht eine Möglichkeit, vielleicht eine wahre Abschreckungskraft zurückzugewinnen. Auch wenn wir nicht allein auf diesem Kriegsfeld sind, so wird Israel im Fall eines totalen Krieges allein bleiben. Das ist weniger die Sicherheitspolitik einer Regierungskoalition, sondern eher die Militärstabsführung, Israels Armee, die Angst vor einem Einmarsch in den Gazastreifen hat.

So erklärte Israels Kultur- und Sportminister Miki Zohar, es gebe für die endlosen Raketenangriffe im Süden nur eine Lösung: den Gazastreifen wieder zu erobern. „Der Gazastreifen muss von dem Hamasregime befreit und entmilitarisiert werden. Danach muss der Streifen an die Palästinensische Autonomiebehörde übergeben werden“, so der Minister. „Eine andere Lösung gibt es nicht, das verstehen wir alle. Die Frage ist, zu welchem Zeitpunkt wir es tun werden und ob wir es in Übereinstimmung mit dem Diktat der Hamas tun oder nicht.“ Seine Worte überraschten viele im Land, denn Zohar gehört zu den relativ milden Ministern der Koalition. Doch auch er sprach aus, was wir alle verstehen. Die Armee hingegen rechnet bei einer Eroberung des Gazastreifens mit hunderten von toten Soldaten und diesen Preis will die Mehrheit nicht bezahlen. Daher geht es so weiter wie in den letzten Jahren, unabhängig davon, wer im Land regiert, die Linken oder die Rechten.





Der Gazastreifen muss erobert und behalten werden, genauso wie der Rest vom Land. Die Araber müssen nach Saudi Arabien zurück geschickt werden, wo sie ursprünglich herkommen.