(JNS) Die Oscars zu verfolgen, war früher ein unkompliziertes Vergnügen. Filmstars nahmen ihre Statuetten entgegen, dankten ihren Agenten, dankten Gott und erinnerten sich gelegentlich sogar daran, ihren Eltern zu danken.
Heute sind die Oscars etwas anderes geworden: ein improvisiertes außenpolitisches Seminar, geleitet von Menschen, deren berufliche Expertise darin besteht, jemand anderen darzustellen.
Die diesjährige Zeremonie folgte dem inzwischen vertrauten Drehbuch. Der Komiker Conan O’Brien, diesjähriger Gastgeber, erinnerte die Zuschauer daran, dass dies „sehr chaotische, beängstigende Zeiten“ seien. Später erschien der Komiker und TV-Moderator Jimmy Kimmel, um die Kategorie Dokumentarfilm anzukündigen, und machte einen Witz über Mut und Meinungsfreiheit, indem er anmerkte, dass manche Länder dies nicht erlauben: „Nordkorea und CBS.“
Das Publikum kicherte. Die sozialen Medien applaudierten. Ein weiterer Abend moralischer Kommentare aus Hollywood nahm seinen Lauf.
Die Frage ist, warum die Oscars überhaupt zu einer Bühne für geopolitische Stellungnahmen geworden sind.
Krieg. Wahlen. Klimawandel. Israel. Gaza. Iran.
Jedes Jahr verschieben sich die Themen leicht, doch der Ton bleibt derselbe: eine Mischung aus moralischer...
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