Pessachputz

Pessach rückt näher, der Countdown läuft, die Zeit arbeitet gegen uns

Pessachputz
Olivier Fitoussi/Flash90

Guten Morgen liebe Leser!

Michael und Kinder

Sobald Purim im Februar hinter uns liegt, müssen wir Juden uns mit den Gesetzen des Pessach-Festes beschäftigen, ja sie regelrecht erlernen. Die zwei Monate zwischen diesen Feiertagen reichen gerade einmal aus, alle Vorschriften zu lernen, die nötig sind, um die Wohnung von Chametz zu reinigen und sich auf das Pessach-Festmahl vorzubereiten.

Bei diesem Festmahl werden bestimmte Gerichte in einer bestimmten Reihenfolge auf eine bestimmte Weise gegessen, der Vater muss seiner Familie zudem vom Auszug aus Ägypten erzählen und sich den Fragen der Kinder stellen, denn das Wiedererleben der Befreiung aus Ägypten soll in einem Frage-Antwort-Spiel von Generation zu Generation weitergegeben werden.

Die Frau des Haushalts hingegen muss die Gesetze von Pessach nicht lernen, sie muss sie wissen, denn sie beginnt ab Purim in Panik auszubrechen. Sie kann nicht stundenlang herumsitzen und anhand von Büchern die tiefe Bedeutung der verschiedenen Symbole herausfinden, sie muss wissen, was „lemaisse“ (unterm Strich auf jiddisch) getan werden muss.

In der Praxis sieht es dann so aus, dass die Frau sich zum Diktator auf Zeit ernennt und alle herumkommandiert.

Pünktlich nach Purim wurde auch bei mir Zuhause die nervöseste Ehefrau von allen wirklich sehr nervös.

„Wir brauchen noch Töpfe für Pessach, was machen wir, wenn die Geschäfte bis dahin nicht wieder öffnen!?“ fragte sie am Tag nach Purim besorgt.

„Mach dir keine Sorgen“, antwortete ich, „wir haben noch fast zwei Monate, ich kaufe schon rechtzeitig welche.“

Wer keine neuen Töpfe kaufen kann oder will, kann sie für Pessach kaschern

Jetzt sind die zwei Monate schon fast vorbei, die Geschäfte sind wieder geöffnet, aber ich habe immer noch keine Töpfe gekauft. Die ansonsten humorvollste Ehefrau von allen findet das nicht so lustig und deswegen hat sie im Google Kalender einen Plan erstellt, in dem steht, was an welchem Tag von wem erledigt werden muss. Das funktioniert ganz gut. Eine Woche vor Pessach haben wir bereits ein Kinderzimmer, das Schlafzimmer und das Auto von Chametz befreit. In der kommenden Woche nimmt der Druck noch zu und die Küche ist dran, der Horror für alle Beteiligten.

Natürlich versuche ich zu helfen, aber ich darf nicht.

„Ach, du kannst das nicht!“ heißt es dann und ich werde mit den Kindern weggeschickt. Allerdings nur mit den kleinen Kindern, unser großer David wird ab nächste Woche der persönliche Sklave seiner Mutter und dafür hat er von der Schule auch freibekommen.

Ein positiver Effekt dieser Tatsache ist, dass er zu Pessachbeginn genau weiß, wie es sich anfühlt, aus der Sklaverei befreit worden zu sein.

Auch die Klagemauer wird für Pessach vorbereitet. Wie jedes Jahr werden alte Zettel aus der Mauer entfernt, um Platz für neue Bitten zu machen.

Das Wetter für heute in Israel

Teilweise bewölkt bis heiter. In den Bergen und im Landesinneren etwas wärmer. Für heute werden folgende Höchsttemperaturen erwartet: Jerusalem 16 Grad, Tel Aviv 19 Grad, Haifa 17  Grad, Tiberias am See Genezareth 22 Grad, am Toten Meer 23 Grad, Beersheva 21 Grad, Eilat am Roten Meer 26 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist unverändert und liegt bei – 209,215  m unter dem Meeresspiegel. Es fehlen noch 41,5 Zentimeter bis zur oberen Grenze.

Im Namen der gesamten Redaktion von Israel Heute wünsche ich Ihnen ein angenehmes Wochenende und einen gesegneten Schabbat. Machen Sie es gut.

 

Schabbat Schalom aus Bet Schemesch!

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