Mitten im Krieg gerät die Koalition von Benjamin Netanjahu ins Wanken: Das Vereinigte Thorajudentum (UTJ) hat seine Abgeordneten aus der Regierung zurückgezogen. Alle sieben Mitglieder der UTJ-Fraktion reichten ihre Rücktrittserklärungen ein – ein symbolisch wie praktisch bedeutsamer Schritt. Damit schrumpft die Koalition auf nur noch 61 Sitze in der Knesset. Ein Machtverlust, der die politische Stabilität ins Wanken bringt.
Der Konflikt schwelt nicht erst seit gestern. Seit Jahren versuchen israelische Regierungen, einen tragfähigen Kompromiss zwischen Wehrpflicht und religiösem Lebensstil zu finden – bislang ohne Erfolg.
Ein Wendepunkt war das Urteil des Obersten Gerichts, das die jahrzehntelange pauschale Aussetzung der Wehrpflicht für Haredim kippte. In der Folge wurden bereits erste Einberufungsbescheide an Jeschiwa-Schüler verschickt. Für viele in der Haredi-Gemeinschaft war das ein beispielloser Angriff auf ihre Lebensweise. Für viele andere in der israelischen Gesellschaft ist es hingegen eine längst überfällige Korrektur.
Denn während an der Front gekämpft wird und Soldaten fallen, wächst im Hinterland die Wut. Fast täglich...
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