Ägypten und Jordanien haben eine Erklärung von Premierminister Benjamin Netanjahu begrüßt, in der er klarstellte, Israel habe keine territorialen Ansprüche gegenüber benachbarten arabischen Staaten. Regierungsvertreter, die mit der Angelegenheit vertraut sind, bezeichneten diesen Schritt laut einem Bericht der Kan Reshet Bet-Korrespondenten Roi Kais und Suleiman Maswadeh vom Donnerstag als „diplomatischen Erfolg“.
Die Klarstellung erfolgte als Reaktion auf die heftigen Reaktionen auf Äußerungen, die Netanjahu vor einigen Wochen in einem Interview mit dem israelischen Nachrichtensender i24 News gemacht hatte, in dem er Sympathie für die Idee eines „Großisrael“ bekundete. Dieses Konzept umfasst nicht nur Judäa und Samaria (das sogenannte „Westjordanland”), sondern auch Teile Jordaniens, des Libanon, Ägyptens und Syriens. Seine Äußerungen lösten heftige Reaktionen aus, wobei die Außenministerien Jordaniens und Katars sie als Bedrohung der Souveränität verurteilten.
Prime Minister Benjamin Netanyahu:
Contrary to the false accusation, Israel has no territorial claims against any neighboring countries.
Our goal is peace and security.
— Prime Minister of Israel (@IsraeliPM) August 31, 2025
Der ägyptische Außenminister Badr Abdelatty wies die Äußerungen damals öffentlich zurück und erklärte, Kairo werde Israel niemals erlauben, solche Ambitionen zu verfolgen, die in der gesamten Region als Zeichen expansionistischer Bestrebungen interpretiert wurden.
In den folgenden Wochen arbeiteten Vertreter in Amman und Kairo Berichten zufolge hinter den Kulissen daran, eine offizielle Klarstellung zu erreichen. Dem Bericht zufolge drängte Ägypten Netanjahus Büro sogar, eine klare Erklärung in englischer Sprache abzugeben, da es sich um ein sensibles Thema handelte und die Gefahr bestand, die Beziehungen in einer ohnehin schon angespannten Zeit zu beeinträchtigen, die durch den anhaltenden Krieg im Gazastreifen und Unruhen im biblischen Kernland geprägt war.
Die Veröffentlichung von Netanjahus Klarstellung wurde daher in Kairo und Amman als Rückzieher von seiner früheren Rhetorik und als Zeichen der Bereitschaft angesehen, auf ihre Bedenken einzugehen.




