Meine Alija – Der Umzug nach Israel               

„Das Leben schien perfekt, so dachten wir jedenfalls“ – Israel Heute Mitarbeiterin Christina mit weiteren Erlebnissen ihrer Alija nach Israel.

von Christina Cohen | | Themen: Guten Morgen, Christinas Einwanderung
Foto: Christina Cohen

Guten Morgen liebe Leser!

In der vergangenen Woche erzählte ich Ihnen von unserer Ankunft in Israel. Es schien alles perfekt so sein, aber die kommenden Monate waren nicht so, wie wir es uns vorgestellt hatten, als wir von unserem neuen Leben in Israel träumten.

Die Realität, in diesem Land traf uns hart. Meine Schwester und ich wohnten bei meiner Großmutter im Immigranten-Aufnahmezentrum, damit meine Eltern losziehen und uns ein Leben aufbauen konnten, da wir kaum Geld hatten und die Sprache nicht kannten. Dies war nicht das moderne, makellose, organisierte oder perfekte Land unserer Träume, sondern sah aus und fühlte sich eher wie eine Wildnis an.

Nach einer miserablen Erfahrung bei der Wohnungssuche im Süden Israels, wo wir einige entfernte Verwandte hatten, sahen meine Eltern eine Anzeige über erschwingliche Häuser im Norden am schönen See Genezareth, wo es, wie uns gesagt wurde, vielleicht Arbeitsmöglichkeiten für neue Einwanderer gab. Nichts hätte damals besser klingen können als das, und wir fanden uns am Ufer des Sees Genezareth wieder, wo wir bis heute leben.

See Genezareth

Nachdem wir die Wohnung gesichert und alles Geld, das wir hatten, für die Miete verwendet hatten, fanden wir einen Ulpan für hebräische Sprachstudien und richteten uns schließlich ein. Zu diesem Zeitpunkt machte sich Traurigkeit breit. Ich erinnere mich, wie meine Eltern, meine Schwester und ich auf dem Bett im leeren Schlafzimmer meiner Eltern saßen, über das Leben und die Freunde sprachen, die wir in der Ukraine hatten, und hysterisch zusammen weinten.

Meine Eltern haben diese harten Zeiten mit Humor, Selbstdisziplin und Hingabe durchgestanden. Sie kämpften sich durch den hebräischen Ulpan und überlebten mit dem kleinen Stipendium für Neueinwanderer, das wir von der Regierung erhielten. Sie arbeiteten in Aushilfsjobs, die alles andere als bequem oder gut bezahlt waren. Sie taten alles, was sie konnten, um sicherzustellen, dass wir etwas zu essen und etwas zum Anziehen haben würden. Einige Monate waren schwerer als andere, es gab viele Tränen und Verzweiflung.

Meine Schwester und ich wurden eingeschult, und obwohl es für uns als Kinder einfacher war, die Sprache zu lernen, hatten wir auch unsere eigenen kleinen Opfer zu bringen. Ich musste in der zweiten Klasse wieder von vorne anfangen, weil ich die Sprache nicht beherrschte, und obwohl ich anfangs bewundert wurde, weil ich das einzige blonde, grünäugige Mädchen in der Schule war, wich die Neugier bald der Ablehnung. Ich wurde „das russische Mädchen“, das nicht für sich selbst sprechen konnte.

Erst später im Leben, während meines Dienstes in den Israelischen Verteidigungsstreitkräften (IDF), lernte ich, für mich selbst einzustehen und israelisch genug zu sein, um Lebenssituationen mit Selbstvertrauen und Durchsetzungsvermögen zu begegnen, Chutzpa, wie wir sagen.

Während wir ums Überleben kämpften, halfen uns viele gute Menschen zu verstehen, was es bedeutet, ein Jude zu sein und in Israel zu leben. Ich war damals etwa 10 Jahre alt, als meine Schwester und ich endlich persönlich die Bibel zu hören bekamen, und ich war gefesselt. Wer war dieser Gott, mit dem ich eine persönliche Beziehung haben konnte? Die Bibel wurde für mich lebendig, als ich lernte, wie die hebräischen Schriften und Verheißungen an Abraham durch den Messias Jesus erfüllt wurden.

Als Kind wusste ich, dass ich eine Sünderin war und schon in unglaublich jungem Alter mein eigener schlimmster Kritiker sein konnte, da ich in einer russischen Kultur aufgewachsen war, in der uns beigebracht wurde, dass man nie gut genug ist. Jetzt höre ich von diesem guten und vergebenden Gott, der mich so sehr liebt, dass er seinen einzigen Sohn für mich opfern würde. Ich war 11 Jahre alt, als ich mich entschied, dem Gott Israels zu folgen.

Mit der Zeit fing meine Familie an, in diesem Land Wurzeln zu schlagen. Schlechte Jobs wurden durch bessere ersetzt, neue hebräische Wörter wurden gelernt, und neue Freundschaften wurden geschlossen. Das Wissen um die historische, biblische, prophetische und zionistische Bedeutung für uns als Juden in Israel verwandelte diese herausfordernde Reise in ein kraftvolles und befriedigendes Leben.

Meine Eltern haben die harten Zeiten mit Humor, Selbstdisziplin und Hingabe durchgestanden.  

Eine weitere Hilfe, meine jüdische Identität zurückzufordern, kam, als ich anfing, für eine Wohltätigkeitsorganisation zu arbeiten, zu der nichtjüdische Freiwillige aus der ganzen Welt kommen, um neuen Einwanderern in Israel zu helfen. Als ich weiter in der Bibel las und Verse, die über die Rückkehr des jüdischen Volkes in sein Heimatland sprechen, fragte ich mich, „sprechen diese Verse über mich? Bin ich einer dieser Juden, die nach Hause zurückkehren? Möchte ich überhaupt Jude sein? Was denkt Gott, wer ich bin?“

Als ich mir Zeit mit Gott allein nahm und über Aliyah las, war ich zu Tränen gerührt. Ich verstand, dass ich eine dieser Jude bin, die Gott zurück nach Hause gebracht hat. Hier gehöre ich hin. Hier ist meine Bestimmung, und hier kann ich all das werden, was Er für mich hat. Nichts und niemand sonst ist wichtig. Damit klarzukommen, wer ich in Gottes Augen bin, und nicht davor zurückzuschrecken, weil andere etwas anderes denken, gab mir das Gefühl, ganz zu sein, und gab meinem Leben einen Sinn.

Schließlich schloss ich die Schule mit Auszeichnung ab, hatte die besten Ergebnisse im Abschlusstest der hebräischen Sprache, wurde private Hebräischlehrerin, gründete mein eigenes Unternehmen, heiratete einen Israeli, Cohen ist sein Name, was auf Hebräisch „Priester“ bedeutet, und wir gründeten eine Familie hier in Israel, in der Gott unser Zentrum ist.

Mit der Zeit und durch Gottes Wirken in meinem Leben habe ich viele Traditionen und Gewohnheiten aufgegeben, die nicht mehr zu meiner jüdischen Identität passen. In unserem Haus feiern wir die jüdischen Feiertage, lehren unsere Kinder, was es bedeutet, jüdisch zu sein, warum es wichtig ist und wie Gott Israel erwählt hat.

Wenn mich Leute fragen, wer ich bin, wo ich mich zugehörig fühle oder warum ich Christina Cohen heiße, brauche ich nicht einmal einen Sekundenbruchteil, um zu antworten – ich bin Israel.

 


Das Wetter für heute in Israel

Teilweise bewölkt mit einem leichten Rückgang der Temperaturen. Im Landesinneren und in den Bergen wird es jedoch auch weiterhin überdurchschnittlich warm sein.  Für heute werden folgende Höchsttemperaturen erwartet: Jerusalem 28 Grad, Tel Aviv 26 Grad, Haifa 24 Grad, Tiberias am See Genezareth 33 Grad, am Toten Meer 35 Grad, Beersheva 33  Grad, Eilat am Roten Meer 38 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist um einen weiteren halben Zentimeter gesunken und liegt jetzt bei – 209,17  m unter dem Meeresspiegel. Es fehlen 37 Zentimeter bis zur oberen Grenze.

Die Redaktion von Israel Heute wünscht allen Lesern einen wunderbaren Montag und einen guten Start in die neue Arbeitswoche. Machen Sie es gut.

 

Schalom aus Jerusalem!

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