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Guten Morgen Israel – Erfindervolk

Not oder Einengung machen erfinderisch. Das lernt man bei dem jüdischen Volk und besonders in Israel ganz schnell.

Guten Morgen Israel – Erfindervolk
Olivier Fitoussi/Flash90

Boker Tov liebe Leser!

Bei der Entstehung des jüdischen Staates vor 72 Jahren war viel Erfindergeist notwendig, mit nichts so viel wie möglich aufzubauen. Und es ist gelungen, sogar innerhalb kürzester Zeit.

Aber auch heute sind wir noch sehr erfinderisch, so gibt es unzählige Start-Ups und Erfindungen in Israel. Auch die Religiösen sind wahre Helden im Erfinden. Vieles ist verboten, man ist sehr eingeengt, so versucht man innerhalb dieser Regeln das beste draus zu machen. Zurzeit befinden wir uns in der „Omer“-Zeit, man zählt 49 Tage von Pessach bis zum Wochenfest Schawuot. Nach ca. 2/3 dieser Zeit ist Lag BaOmer (der 33. Omer). Von Pessach bis Lag BaOmer hört man keine Musik und es finden keine Hochzeiten statt. Keine Musik? Das erzählen sie mal den Jugendlichen… Aber, für was ist man denn erfinderisch, so wird jedes Lied vokalisch extra für diese Zeit nochmal neu gesungen.

Internet wegen Verderben verboten? Kein Problem, so gibt es halt koscheres Internet, mit einer Filterung, die alles unkeusche usw. sperrt.

Milch und Fleisch trennen? Wozu gibt es Sojamilch und “Haze’uba” (der Gelbe, wie der Ersatz für den gelben Käse genannt wird), der nicht milchig ist (das gab es mal auf einer Hochzeit, wir konnten es kaum glauben, Fleisch und „Haze’uba“ dazu, irgendwas Synthetisches, ich möchte gar nicht wissen, aus was das hergestellt wird…).

Kein Strom am Schabbat? Schabbat-Zeituhr! Die regelt den Strom von ganz allein.

Fastentag? Vitaminbomber-Tablette vor dem Fastentag… Soll angeblich helfen, ich habe es noch nicht ausprobiert.

Und so könnte man noch ewig aufzählen. In Israel hört man theoretisch nie „da kann man nichts machen“… Es gibt immer eine Lösung. Und so hoffen wir, auch die Zeit, in der das Coronavirus unseren Alltag bestimmt und uns zwingt, in unseren Häusern zu bleiben, zu überstehen und sinnvoll zu gestalten. Ein Beispiel dafür hat unser Kollege Michael am Freitag gegeben. Anstatt in der Synagoge werden die Gebete jetzt auf den Balkons verrichtet. 

Hoffen wir, dass wir bald wieder mit unseren “normalen” Problemen leben werden.

 

Corona-Alltag auf dem Machane Jehuda Markt

 

Und jetzt das Wetter für heute in Israel:

Teils heiter, teils wolkig und noch etwas wärmer als gestern. Für heute werden folgende Höchsttemperaturen erwartet: Jerusalem 28 Grad, Tel Aviv 25 Grad, Haifa 23 Grad, Tiberias am See Genezareth 34 Grad, am Toten Meer 36 Grad, Beersheva 31 Grad, Eilat am Roten Meer 33 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist um einen weiteren halben Zentimeter angestiegen und liegt jetzt bei –208.94 m unter dem Meeresspiegel, es fehlen nur noch 14 Zentimeter bis zur oberen Grenze!

Und nun wünsche ich Ihnen im Namen der gesamten Redaktion von Israel Heute einen angenehmen Montag. Bleiben Sie gesund.

Schalom aus Jerusalem!