Guten Morgen Israel – Kritik und Optimismus

Es ist Dienstag, daher versuche ich heute trotz vieler Kritik an unseren Politikern optimistisch zu bleiben.

von Dov Eilon | | Themen: Guten Morgen
Dizengoff Platz Tel Aviv Foto: Miriam Alster/Flash90

Boker Tov liebe Leser!

Die neue Woche hat kaum begonnen, da befinden wir uns schon wieder in der Mitte, es ist Dienstag. Erinnern Sie sich? Dienstag wird hier bei uns als ein besonders guter Tag angesehen, darüber hatte ich schon im vergangenen Sommer geschrieben. Aber eigentlich liegt es doch auch an uns selbst, wie der neue Tag werden wird. Wenn wir pessimistisch sind und alles nur schlecht sehen, dann kann ein Tag nicht gut werden. Es fehlt dann einfach die nötige Energie, den Tag gut zu gestalten.

Ich könnte mich jetzt wieder beschweren, dass dieser ganze Lockdown überhaupt nichts bringt, da wir auch heute noch mehr neue Coronafälle pro Tag haben als zu Beginn des Lockdowns vor fünf Wochen. Ich könnte mich einfach weiter über unsere Regierung beschweren, die sich sehr schwer dabei tut, Entscheidungen zu treffen, da diese Entscheidungen fast ausschließlich politisch sind. Ich könnte mich über das Benehmen unserer Politiker beschweren, die sich nicht schämen, sich in einer derart schweren Zeit wie kleine Kinder zu streiten. Als hätten wir keine anderen Probleme. Ich hörte immer, es sei an der Zeit, dass Ego beiseite zu legen, aber das ist niemandem unserer Politiker gelungen. Es geht dort nur um das Ego. Jeder meint plötzlich, nur er könne alle Probleme unseres Landes lösen, ohne sich wirklich um die Probleme der Bürger zu kümmern. Schnell wurden neue Parteien gegründet und riesige Schilder mit leeren Wahlslogans in der Stadt aufgestellt.

„Benny, ehrlich wählen“

So meint Benny Gantz, dass man bei der Wahl seiner Blau-Weiß-Partei ehrlich wählen würde, was immer das auch bedeuten mag. Gut, das hilft mir wirklich sehr bei der Entscheidung, wem ich am Ende meine Stimme geben werde. Einer der Kandidaten, die sich als die Lösung unserer Probleme sahen, ist mittlerweile abgesprungen, Moshe (Boogi) Jaalon hat wenigstens eingesehen, dass er mit seiner fast Ein-Mann-Partei Telem, bis vor kurzem Partner von Yair Lapid und seiner Jesh Atid – Partei, nichts erreichen kann. Auch der ehemalige Justizminister Nisenkorn, der das sinkende Schiff von Blau-Weiß verlassen hatte, um Tel Avivs Bürgermeister mit seiner Die Israelis – Partei zu unterstützen, hat verstanden, dass er auf das falsche Pferd gesetzt hat, und erklärte, bei den kommenden Wahlen nicht anzutreten. Huldai bekam zu Beginn Umfragen zufolge noch fast 8 Sitze in der Knesset, jetzt ist er unter die Prozenthürde gerutscht und wird sich einer anderen Partei anschließen müssen, um noch in die nächste Knesset zu kommen. Ein trauriges Schauspiel. Und dann haben wir noch Ofer Shelach, auch ein ehemaliger Partner und Freund von Yair Lapid. Er bekam Größenwahn und dachte, es alleine zu schaffen. Mit seiner Partei „Tnufa“, übersetzt „Aufschwung“ gelang es ihm allerdings nicht, die Stimmen der Wähler zu gewinnen. Gerade mal 0,3 Prozent würden ihn wählen, da ist nichts mit „Aufschwung“. Am Donnerstag müssen bis Mitternacht die endgültigen Listen für die Wahl angemeldet werden. Ich bin gespannt, was bis dahin noch passieren wird. Alle diese Kandidaten hatten als Wahlprogramm eigentlich nur ein Ziel: Netanjahu zu stürzen. Dabei scheinen sie allerdings vergessen zu haben, dass wir hier viele Probleme haben, die gelöst werden müssen.

Aber wie gesagt, heute beschwere ich mich nicht über das alles. Ich bleibe optimistisch an diesem Dienstag. Ich freue mich für unsere Tochter, wie sie trotz Corona ihr Studium von zu Hause aus meistert und jetzt schon das erste Semester beendet. Ich bin stolz auf unseren jüngsten Sohn, der jetzt schon fast ein Jahr seines Armeedienstes abgeleistet hat und eigentlich sehr zufrieden ist. Und ich bin sehr stolz auf unseren Erstgeborenen für seinen Erfolg an seinem Arbeitsplatz. Seit fast  einem Jahr arbeitet er von zu Hause aus und macht dennoch Karriere. Wir haben das Glück, zu Hause arbeiten zu können und dafür sollten wir dankbar sein, denn Corona hat uns dadurch eigentlich kaum geschadet. Nur die Klavierschüler meiner Frau, die fehlen leider. Aber auch hier bleibe ich optimistisch, denn ich bin mir sicher, dass sich in diesem Jahr etwas ändern wird. Wir werden lernen, mit diesem Virus zu leben. Es war und ist ein schwerer Lernprozess, aber am Ende werden wir es schon irgendwie schaffen, meinen Sie nicht?

Und ich freue mich auf das Ende dieses Lockdowns. Als Erstes werden wir nach Tel Aviv fahren, um unseren Sohn zu sehen und dann gemeinsam am Strand spazieren zu gehen, gerade heute wäre das Wetter wunderbar dafür, kein Wunder, wir haben ja auch Dienstag.

Israelis genießen das sonnige und warme Winterwetter. Gestern in Tel Aviv.

Das Wetter für heute in Israel

Ein sonniger Dienstag steht uns bevor. Es wird noch etwas wärmer. Für heute werden folgende Höchsttemperaturen erwartet: Jerusalem 18 Grad, Tel Aviv 25 Grad, Haifa 21 Grad, Tiberias am See Genezareth 25 Grad, am Toten Meer 25 Grad, Beersheva 25 Grad, Eilat am Roten Meer 28 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist um einen halben Zentimeter gestiegen und liegt jetzt bei – 209,65 m unter dem Meeresspiegel. Es fehlen nur noch 85 Zentimeter  bis zur oberen Grenze!

Im Namen der gesamten Redaktion von Israel Heute wünsche ich Ihnen einen angenehmen Dienstag. Bleiben Sie optimistisch, dann ist vieles einfacher. Machen Sie es gut.

 

Schalom aus Modiin!

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