Israel hat am Wochenende erneut mehrere Raketenangriffe erlebt. In der Nacht heulten in verschiedenen Teilen des Landes wiederholt die Sirenen, nachdem Iran mehrere Salven ballistischer Raketen auf Israel abgefeuert hatte. Die israelische Luftabwehr fing einen Großteil der Geschosse ab, dennoch gingen Trümmerteile und Submunitionen an mehreren Orten nieder.
Auch im Zentrum des Landes kam es zu Schäden. Rettungskräfte meldeten mehrere Einschlagstellen, nachdem Fragmente abgefangener Raketen oder Submunitionen auf Gebäude und Straßen gefallen waren.
In Shoham lösten Teile einer solchen Submunition einen Brand auf dem Dach eines Wohngebäudes aus. Rund 30 Bewohner mussten vorübergehend ihre Wohnungen verlassen. Auch in Rishon LeZion wurden Fahrzeuge beschädigt, nachdem Fragmente auf eine Straße und geparkte Autos gefallen waren.

Bereits am Samstag hatte es bei iranischen Raketenangriffen Schäden im Zentrum Israels gegeben. In Nes Ziona wurden Gebäude beschädigt, nachdem Teile einer abgefangenen Rakete in der Stadt niedergingen.
Ebenfalls am Samstag wurden bei einem iranischen Raketenangriff auf die südlichste Stadt Israels, Eilat, zwei Menschen verletzt. Ein 12-jähriger Junge und ein 39-jähriger Mann wurden durch Splitter verletzt, nachdem Teile einer abgefangenen Rakete in der Stadt niedergingen. Beide wurden zur Behandlung in das Yoseftal-Krankenhaus gebracht.
Der Mann berichtete, dass er während des Raketenalarms mit seinen Hunden unterwegs gewesen sei und es nicht mehr rechtzeitig in einen Schutzraum geschafft habe. Die Explosion ereignete sich in seiner Nähe, als Fragmente der Rakete in der Stadt niedergingen. Einsatzkräfte meldeten mehrere Einschlagsorte und suchten anschließend das Gebiet nach weiteren Teilen der Rakete sowie möglichen Blindgängern ab.

Die Rakete trug offenbar einen Gefechtskopf mit Streu- beziehungsweise Fragmentationsmunition. Solche Gefechtsköpfe öffnen sich während des Abstiegs und verteilen zahlreiche kleinere Sprengkörper über ein größeres Gebiet, wodurch mehrere Einschlagstellen entstehen können. Schätzungen israelischer Sicherheitskreise zufolge waren in diesem Krieg bereits rund die Hälfte der von Iran abgefeuerten Raketen mit solchen Gefechtsköpfen ausgestattet.
Am Sonntagmorgen gab es erneut Raketenalarm im Süden Israels. Nach israelischen Medienberichten richtete sich ein iranischer Angriff gegen die Region Dimona, wo sich das israelische Atomforschungszentrum befindet. Nach Angaben des Militärs wurden die Raketen abgefangen oder schlugen in unbewohntem Gebiet ein.
Raketen auch aus dem Libanon
Parallel dazu kam es am Morgen auch zu Raketenbeschuss aus dem Libanon. Die vom Iran unterstützte Terrororganisation Hisbollah feuerte Raketen auf israelisches Gebiet ab und löste in mehreren Orten nahe der Nordgrenze Alarm aus.
Raketen aus dem Libanon stellen für die Bevölkerung eine besondere Gefahr dar. Während ballistische Raketen aus Iran aufgrund der großen Entfernung früh erkannt werden können und oft mehrere Minuten Vorwarnzeit ermöglichen, erreichen die wesentlich kürzer fliegenden Geschosse aus dem Libanon ihr Ziel deutlich schneller. Je nach Entfernung bleiben den Bewohnern im Norden oft nur wenige Sekunden, im Zentrum des Landes meist rund eine Minute, um Schutzräume zu erreichen.




