Naher Osten

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Katar weist Vorwürfe der Einmischung in Israels Wahlen zurück

Nach Berichten über eine mögliche Finanzierung von Wahlaktivitäten im arabischen Sektor bestreitet Doha jede Einflussnahme. Der israelische Inlandsgeheimdienst Schin Bet untersucht die Vorwürfe.

Madschid al-Ansari, Sprecher des katarischen Außenministeriums, bei einer Veranstaltung in Abu Dhabi am 7. September 2026. Katar weist Vorwürfe einer Einmischung in die israelischen Wahlen zurück. Foto: EPA/ALI HAIDER

Katar hat die Vorwürfe zurückgewiesen, sich in die israelischen Parlamentswahlen vom Dienstag eingemischt und Aktivitäten zur Beeinflussung des Wahlergebnisses finanziert zu haben. Der Sprecher des katarischen Außenministeriums, Madschid al-Ansari, bezeichnete die Anschuldigungen am Donnerstag als „lächerlich und gefährlich“ und warf israelischen Politikern vor, das Emirat in innenpolitische Auseinandersetzungen hineinzuziehen.

In einer Stellungnahme auf der Plattform X erklärte al-Ansari, Katar habe weder in die israelischen Wahlen eingegriffen noch Aktivitäten finanziert, die deren Ausgang beeinflussen sollten. Bestimmte israelische Politiker und ihre Kontakte in den Medien hätten eine weitere Desinformationskampagne gegen Doha gestartet.

Al-Ansari verwies dabei auf frühere Anschuldigungen gegen das Emirat. Katar werde vorgeworfen, Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, die israelische Linke und nun auch arabische Wähler gekauft zu haben. Würde man all diesen Behauptungen Glauben schenken, gehöre Katar offenbar ganz Israel, erklärte der Sprecher.

Das Emirat dürfe nicht zum Sündenbock für politische Misserfolge israelischer Politiker gemacht werden. Zugleich forderte al-Ansari die künftige israelische Regierung auf, das Völkerrecht und die einschlägigen UN-Resolutionen zu respektieren sowie das Recht der Palästinenser auf einen unabhängigen Staat auf Grundlage der Grenzen von 1967 mit Ostjerusalem als Hauptstadt anzuerkennen. Katar werde seine Rolle als Vermittler und seine diplomatischen Bemühungen in der Region fortsetzen.

Schin Bet untersucht Verdacht auf ausländische Einflussnahme

Hintergrund der Stellungnahme sind Ermittlungen zu einer möglichen ausländischen Einflussnahme auf die Wahlen zur 26. Knesset. Der Vorsitzende des Zentralen Wahlausschusses, der stellvertretende Präsident des Obersten Gerichtshofs Noam Sohlberg, hatte den Leiter des Inlandsgeheimdienstes Schin Bet, David Zini, aufgefordert, entsprechende Verdachtsmomente zu untersuchen.

In seinem Schreiben vom Mittwoch verwies Sohlberg auf schwerwiegende Hinweise, wonach ausländische Akteure durch finanzielle Mittel versucht haben könnten, den Wahlprozess unrechtmäßig zu beeinflussen. Er betonte allerdings, dass er die Stichhaltigkeit der Vorwürfe selbst nicht beurteilen könne.

Wie Israel Heute bereits berichtete, forderte Sohlberg den Geheimdienst auf, Beweise zu finden, die den Verdacht entweder bestätigen oder widerlegen. Erste Erkenntnisse sollen innerhalb einer Woche vorgelegt werden.

In dem Schreiben wurde kein ausländischer Staat ausdrücklich genannt.

Berichte über mögliche Geldzahlungen aus Katar

Nach Informationen des israelischen Fernsehsenders Kanal 12 und der Nachrichtenplattform Ynet richtet sich der Verdacht insbesondere gegen Katar. Demnach könnten mehrere Millionen Schekel aus dem Emirat nach Israel geflossen sein, um die Wahlbeteiligung im arabischen Sektor zu erhöhen.

Die Berichte sprechen von möglichen Geldtransfers an Organisationen, die arabische Wähler zur Stimmabgabe mobilisieren sollten. Ob dabei gegen israelisches Wahlrecht verstoßen wurde, ist Gegenstand der Untersuchungen.

Der Schin Bet hatte nach Angaben israelischer Medien bereits vor dem Wahltag Hinweise auf mögliche Unregelmäßigkeiten erhalten. Die Ermittlungen beruhen demnach auf eigenen Erkenntnissen des Geheimdienstes und nicht ausschließlich auf Beschwerden politischer Parteien.

Netanjahus Likud-Partei hatte nach der Wahl massive Vorwürfe des Wahlbetrugs erhoben und behauptet, arabische Parteien hätten durch unzulässige Praktiken das Wahlergebnis beeinflusst. Für einen systematischen Wahlbetrug wurden bislang jedoch keine öffentlich überprüfbaren Beweise vorgelegt.

Arabische Parteien könnten entscheidende Rolle spielen

Die Vorwürfe fallen in eine politisch angespannte Phase nach der Knessetwahl vom 27. Oktober. Nach den am Freitag gemeldeten Ergebnissen kommt der Netanjahu-Block auf 53 Mandate, während das oppositionelle Lager um Gadi Eisenkot 48 Sitze erreicht. Die arabischen Parteien gewinnen zusammen 19 Mandate. Die Wahlbeteiligung liegt bei 77,9 Prozent.

Damit verfügt keines der beiden großen politischen Lager über die für eine Regierungsmehrheit erforderlichen 61 Sitze. Die starke Wahlbeteiligung im arabischen Sektor und der Erfolg der arabischen Parteien haben die politischen Kräfteverhältnisse erheblich beeinflusst. Die endgültige Bestätigung der Wahlergebnisse ist für den 4. November vorgesehen.

Ob tatsächlich ausländische Gelder zur unrechtmäßigen Beeinflussung der Wahl eingesetzt wurden, müssen die weiteren Ermittlungen des Schin Bet klären. Der Zentrale Wahlausschuss stellte inzwischen ausdrücklich klar, dass die Untersuchung keinen Einfluss auf die endgültigen Wahlergebnisse haben werde. Die Ermittlungen richteten sich zudem nicht gegen eine bestimmte Bevölkerungsgruppe. Die offiziellen Wahlergebnisse sollen wie geplant am 4. November Präsident Isaac Herzog vorgelegt werden.

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Patrick Callahan

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