(JNS) Der aktuelle Konflikt zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran wird häufig durch eine westliche Brille betrachtet, die die Welt als transaktional versteht. Sie geht davon aus, dass letztlich alle Akteure nach Wohlstand, Stabilität, Sicherheit und materiellem Wohlergehen streben. Zwar werden diese Dinge kulturübergreifend grundsätzlich geschätzt, doch reichen sie mitunter nicht aus, um das Verhalten von Staaten und Bewegungen zu erklären, die darauf kaum reagieren.
Deshalb müssen wir den westlichen Deutungsrahmen neu bewerten und klären, warum er unter bestimmten Umständen gut funktioniert, unter anderen jedoch nicht.
Dies lässt sich am klassischen Paradigma von Zuckerbrot und Peitsche veranschaulichen. Um bei der Metapher zu bleiben: Zuckerbrot und Peitsche wirken oft sehr gut – vorausgesetzt, man hat das richtige Zuckerbrot und die richtige Peitsche gewählt. Internationale Akteure setzen häufig finanzielle Anreize (Handel, Zuschüsse, Kredite oder gemeinsame Projekte) als Zuckerbrot und finanzielle Einschränkungen (wie Sanktionen) als Peitsche ein. Militärisches Eingreifen ist natürlich die ultimative Peitsche.
Doch diese Anreize und Abschreckungsmaßnahmen erfassen womöglich nur einen Teil des Problems. Oft...
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