Seit Beginn der Operation „Brüllender Löwe“ hat die israelische Luftwaffe mehr als 15.000 Sprengkörper auf Ziele im Iran abgeworfen – eine systematische Militäraktion, die darauf abzielt, die Kernkapazitäten des Regimes zu zerstören.
Am Mittwochmorgen genehmigten Verteidigungsminister Israel Katz und der Stabschef der israelischen Streitkräfte, Generalleutnant Eyal Zamir, eine erweiterte Liste von sogenannten „hochrangigen strategischen Zielen“ sowohl im Iran als auch im Libanon.
Die Ziele wurden ausgewählt, um die Infrastruktur, die Kommandokapazitäten und die langfristige Einsatzfähigkeit weiter zu schwächen.
Seit Kriegsbeginn am 28. Februar bestanden die zentralen Ziele darin, dem Atomprogramm des iranischen Regimes schweren Schaden zuzufügen und die Bedrohung durch ballistische Raketen auf ein Niveau zu senken, das das strategische Umfeld grundlegend verändert.
Doch das Kriegsgebiet weitete sich rasch aus.
Die Hisbollah schaltete sich am 2. März in den Kampf ein und feuerte Raketen und Selbstmorddrohnen auf Israel ab, nachdem der iranische Oberste Führer Ali Khamenei in der Anfangsphase der Kampagne gezielt getötet worden war. Diese Entwicklung beseitigte jegliche verbleibende Unklarheit über die Natur des Konflikts.
Israel reagierte entsprechend.
Jerusalem betrachtete die Angriffe der Hisbollah nicht als vereinzelte Provokationen, sondern als direkten Verstoß gegen den von den USA vermittelten Waffenstillstand vom 27. November 2024. Das Ergebnis war vorhersehbar. Israel intensivierte seine Luftangriffe im Libanon und verlegte Bodentruppen in weitere Stellungen im Südlibanon, um grenzüberschreitenden Beschuss zu unterbinden und im Norden wieder ein gewisses Maß an Sicherheit herzustellen.
Die Strategie des Iran beruht seit langem auf mehrschichtigem Druck: nukleare Weiterentwicklung, Ausbau des ballistischen Raketenarsenals und Einkreisung Israels durch Stellvertretergruppen wie die Hisbollah. Die Logik hinter der aktuellen israelischen Kampagne ist klar. Wenn Teherans Stärke in einer dezentralen Bedrohungsarchitektur liegt, dann muss diese Architektur Stück für Stück, Knotenpunkt für Knotenpunkt, Front für Front demontiert werden.
Das ist es, was eine erweiterte Zielbank in der Praxis bedeutet.
Es bedeutet, dass Israel glaubt, es gebe noch bedeutende strategische Ziele, die es zu treffen gilt. Es bedeutet, dass die Operation ihren Höhepunkt noch nicht erreicht hat. Und es bedeutet, dass die Entscheidungsträger in Jerusalem signalisieren, dass weder dem Iran noch der Hisbollah gestattet wird, die ersten Schläge abzufangen und sich unter dem Deckmantel internationaler Aufrufe zur „Zurückhaltung“ einfach neu zu formieren.
Was als Nächstes kommt, wird davon abhängen, wie viel einsatzfähige Kapazität der Iran und die Hisbollah noch besitzen und wie viel politischen Spielraum Israel zu haben glaubt, um weiter Druck auszuüben. Aber die derzeitige Richtung ist unmissverständlich.
Die Zielliste wächst, weil die Mission noch nicht beendet ist.




