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Israel Heute Morgen

Auch heute scheint wieder die Sonne, es ist keine einzige Wolke am Himmel. Gestern war ich zufrieden, dass sich die Zeitungen „nur“ mit ganz normalen Alltagsmeldungen befassen. Leider ist das heute nicht so, wie wir bei unserem Blick auf die Wochenendausgaben der Zeitungen sehen werden. Dazu dann natürlich auch das Wetter für heute in Israel, es wird wunderbar.

Guten Morgen liebe Leser!

Auch heute scheint wieder die Sonne, es ist keine einzige Wolke am Himmel. Wir haben Freitag, das Wochenende ist da, das erste Wochenende im Dezember. Wie schnell doch dieses Jahr vergangen ist. Und nun zum Wetter, denn das soll am Wochenende einfach wunderbar werden. Die Temperaturen sind etwas noch oben gegangen, in Tel Aviv und hier in Modiin werden gegen Mittag um die 24 Grad erwartet, Sommer im Dezember.

Und hier ist das Wetter für heute in Israel:

Heiter bis teilweise bewölkt mit einem weiteren Anstieg der Temperaturen. Für die Jahreszeit zu warm und zu trocken. Am Vormittag starke östliche Winde im Norden des Landes. Folgende Höchsttemperaturen werden erwartet: Jerusalem 18 Grad, Tel Aviv 24 Grad, Haifa 22 Grad, Tiberias am See Genezareth 25 Grad, am Toten Meer 26 Grad, Eilat am Roten Meer 27 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist unverändert und liegt bei -214.34 m unter dem Meeresspiegel.

Gestern erzählte ich zufrieden, dass wir hier in Israel unseren Alltag leben mit ganz “normalen” Schlagzeilen auf den Titelseiten der Zeitungen. Ich bin ja eigentlich nicht abergläubisch, aber warum sind wir gestern wieder aus dem Alltagsleben gerissen worden? Hier unser Blick auf die Titelseiten der heutigen Tageszeitungen mit Schlagzeilen über Mörsergranaten, Steinwürfen und den Mord an eines 19-jährigen Soldaten in Arad. Ein trauriger Beginn des so sonnigen Wochenendes.

Die Titelseiten von heute. Von links nach rechts: Maariv, Jediot Achronot, Israel Hayom

Die Zeitung Maariv berichtet zu Beginn natürlich von der Messerattacke gegen den jungen Soldaten. ”Anschlag in Arad: 20-jähriger an Haltestelle erstochen”. Die Zeitung schliesst ihre Redaktion immer etwas früher als zum Beispiel Jediot Achronot, so dass zu dem Zeitpunkt noch nicht veröffentlicht wurde, dass es sich bei dem Opfer um einen Soldaten handelt.Gleich darunter dann die Meldung über die angespannte Lage an der Grenze zum Gazastreifen. ”IDF verstärkt Truppen an der Grenze zum Gazastreifen”. Nachdem gestern mehrere Mörsergranten auf eine Stellung der israelischen Armee abgeschossen worden waren, bereitet sich die Armee nun auf eine mögliche Eskalation vor, auch wenn Israel nicht daran interessiert ist. Links auf der Seite veröffentlicht die Zeitung das Ergebnis einer Umfrage. ”Der Effekt des Empfehlungsgesetzes”, lautet hier die Überschrift. Es wurde gefragt, wenn die Wöhler lieber an der Spitze des Likud sehen würden. Mit dem ehemaligen Bildungsminister Gidon Saar würde der Likud bei Wahlen heute 30 Mandate, mit Netanjahu an der Spitze “nur” 25 Mandate erhalten. Dies sollte Netanjahu du denken geben. Unten rechts dann eine Meldung von einem Vorfall in Samaria, wo jüdische Kinder, die auf einem Ausflug waren, von mehreren Arabern mit Steinen beworfen wurden, daraufhin schoss einer der Begleitpersonen auf einen Steinewerfer, der dadurch tödlich veletzt wurde. ”Schüsse beim Bar-Mitzva-Ausflug”, lautet die Überschrift. Der Ausflug war nicht mit der Armee abgesprochen gewesen und dadurch nicht abgesichert worden. Die Kinder wurden in eine gefährliche Situation gebracht. Dir Gruppe flüchtete in eine Höhle, der Schütze der tödlichen Schüsse schien in Panik geraten zu sein, als er auf den Araber schoss. All das hätte vermieden werden können.

Auch die Zeitung Jediot Achronot berichtet als Hauptschlagzeile natürlich von der Messerattacke und dem Tod des jungen Soldaten. ”Soldat ermordet und seine Waffe gestohlen”, wird in der Überschrift berichtet. Wegen der gestohlenen Waffe ist man überzeugt davon, dass es sich hierbei um einen Terroranschlag gehandelt hat. Gleich darunter die Überschrift: ”Tag des Feuers im Süden”. Auch wir berichteten gestern bereits von dem Mörsergranatenbeschuss auf eine Stellung der israelischen Armee an der nördlichen Grenze zum Gazastreifen und die darauffolgende Reaktion (Artikel). Rechts daneben, wir kann es anders sein bei Jediot Achronot, eine Meldung über die Untersuchungen der Verdächtigungen gegen Ministerpräsident Netanjahu. “Das hat mich angewidert“ und “Sie baten darum, so habe ich gegeben“, lauten die beiden Überschriften in roter Farbe. Hier geht es um die Befragungen der beiden „Freunde“ Netanjahus, Milchan und Packer. Beide sagten, dass es sich nicht unbedingt um Geschenke gehandelt hätte, die sie dem Paar Netanjahu gegeben hätten, sondern um Forderungen, die von ihnen erfüllt wurden. Das sind etwas unangenehme Aussagen. Wer hier wohl recht hat?

Die Gratis-Zeitung Israel Hayom widmet den größten Teil der Titelseite dem Bericht über die Lage im Süden. “Befehlshaber nach den Mörsergranaten: Wir haben wichtige Ziele getroffen“. So beschreibt er die Reaktion der Armee auf den Beschuss. Man habe vier Ziele der Hamas angegriffen. Der Beschuss aus dem Gazastreifen wird als Reaktion auf die Zerstörung des Terrortunnels durch die israelische Armee vor genau einem Monat angesehen. Fünf Leichen der dabei ums Leben gekommenen Terroristen der Hamas und des Islamischen Dshihads befinden sich weiter in den Händen Israels. Über dieser Meldung wird in Rot über den Mord an den Soldaten berichtet. “ Verdacht auf Terroranschlag: 20-jähriger Soldat erstochen“. Darunter dann die Meldung von dem Vorfall in Samaria: “Samaria: Bar-Mitzva-Ausflug wurde fast zum Lynch“, lautet die dramatische Überschrift. Dutzende Araber hatten Steine auf die 25 Kinder geworfen, drei wurden verletzt, ein Araber, wie schon gesagt, erschossen. Kein schöner Ausflug, der noch viel schlimmer hätte enden können. Lanks gibt es ein Foto des zurückgetretenen Gesundheitsministers Litzman mit der Überschrift: “Ich wünschte, ich könnte das ganze Land am Shabbat schließen“. Die Zeitung hat ein Interview mit ihm geführt nach der Krise um die Arbeiten an der Eisenbahn am Shabbat. Eine weitere Überschrift befasst sich mit dem Smartphone beim Autofahren: “DIe Strafe ist auf dem Weg: Nimmt die Augen nicht von der Straße“, heißt es hier. Man möchte der gefährlichen Gewohnheit, sich während der Autofahrt mit dem Handy zu beschäftigen, ein Ende machen und höhere Strafen einführen. 500 Shekel (ca. 120 Euro) und sechs Punkte soll es ab jetzt geben, wer bei der Fahrt auf das Handy schaut. Ich denke, die Strafe müsste noch viel höher sein.

Das waren die wichtigsten Schlagzeilen der heutigen dicken Wochenendausgaben der Zeitungen. Sie wissen ja bereits, dass das Wochenende immer auch das Fest der Zeitungen ist. Hier bei uns liebt man die Zeitungen am Wochenende.

Und nun wünsche ich Ihnen ein angenehmes und friedliches Wichenende und einen gesegneten Shabbat, machen Sie es gut.

Shalom aus Jerusalem (ja, auch heute aus Jerusalem)!

Dov

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Patrick Callahan

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