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Israel beweist präventive Fähigkeiten

Auf operativer Ebene hat der jüdische Staat bewiesen, dass er schnell auf Warnungen der Geheimdienste reagieren kann, doch die meisten Fähigkeiten der Hisbollah bleiben intakt.

Hisbollah
Ein beschädigtes Wohnhaus nach einem Raketenangriff aus dem Libanon in Akko, Nordisrael, am 25. August 2024. Foto: Chaim Goldberg/Flash90

Der große Präventivschlag der israelischen Luftwaffe am Sonntag kurz vor 5 Uhr morgens gegen Stellungen der Hisbollah im Südlibanon war eine schmerzhafte Überraschung für die vom Iran unterstützte Terrormiliz.

Trotz dieses wichtigen Erfolges und der willkommenen Umsetzung von Präventivmaßnahmen darf jedoch nicht vergessen werden, dass die grundsätzliche Bedrohung für den Norden Israels weiterhin besteht.

Sowohl die Hisbollah als auch ihr iranischer Sponsor dürften eine umfassende Lagebeurteilung vornehmen, um den Schaden, den die Terrorgruppe erlitten hat, einzuschätzen und ihre nächsten Schritte zu planen. Erste Anzeichen deuten darauf hin, dass sie diese Episode beenden und sich für die nächste Phase ihres Krieges gegen Israel neu formieren wollen.

Laut Oberstleutnant Nadav Shoshani, dem internationalen Sprecher der israelischen Streitkräfte, war die Operation eine direkte Reaktion auf Geheimdienstinformationen, die darauf hindeuteten, dass die Hisbollah einen umfassenden Raketenangriff auf Nord- und Zentralisrael vorbereitete.

Die israelischen Streitkräfte haben die Angriffsfähigkeiten der Hisbollah und des Iran genau beobachtet und waren in Erwartung eines Angriffs auf Israel in höchster Alarmbereitschaft. Seit Wochen drohte die vom Iran angeführte radikale schiitische Achse mit einer Reaktion auf die Tötung des Generalstabschefs der Hisbollah, Fuad Shukr, in Beirut am 30. Juli und des Politbürochefs der Hamas, Ismael Haniyeh, in Teheran am 31. Juli.

Diese schnelle und entschlossene Aktion der IDF, an der etwa 100 Kampfflugzeuge beteiligt waren, richtete sich gegen Tausende von Raketenwerfern der Hisbollah in mehr als 40 Abschussgebieten im Südlibanon und vereitelte einen Angriff, der für Israel von großer Bedeutung hätte sein können.

Die Hisbollah war am Sonntag noch in der Lage, Hunderte von Raketen und unbemannten Flugkörpern auf Ortschaften im Norden Israels abzufeuern, aber die meisten ihrer Angriffe wurden durch den Präventivschlag der israelischen Luftwaffe abgewehrt.

Zu den Vorbereitungen der Hisbollah gehörte es, Raketenwerfer in Dörfern und Städten im gesamten Südlibanon zu vergraben, was die Gefahr von Kollateralschäden bei Vergeltungsschlägen erhöhte.

Die israelische Armee, die am Sonntag die libanesische Zivilbevölkerung aufforderte, sich aus den Operationsgebieten der Hisbollah zurückzuziehen, führte eine bemerkenswerte Operation durch, bei der nicht nur eine beträchtliche Anzahl von Abschussvorrichtungen zerstört wurde, sondern die auch auf operativer und nachrichtendienstlicher Ebene bewies, dass Israel die Aktivitäten der Hisbollah in Echtzeit verfolgt und schnell auf nachrichtendienstliche Warnungen reagieren kann.

Die Hisbollah hatte sich darauf vorbereitet, Raketen und Flugkörper auf Israel abzufeuern, und einige Berichte deuten darauf hin, dass diese auf strategisch wichtige Ziele in Zentralisrael, einschließlich Sicherheits- und Militäreinrichtungen, gerichtet waren. Shoshani bestätigte, dass die meisten der geplanten Angriffe der Hisbollah auf Ziele im Norden Israels und „einige auf Ziele in Zentralisrael“ gerichtet waren.

 

Mehr als 7.000 Geschosse

Shoshani betonte, dass die Hisbollah seit Oktober 2023 mehr als 7.000 Raketen, Flugkörper und Sprengstoffdrohnen auf Israel abgefeuert habe.

Dies erinnere an die unerträgliche Situation im Norden Israels, die dieser iranische Stellvertreter geschaffen habe.

Die Hisbollah hat den Zweifrontenkonflikt und die knappen militärischen Ressourcen Israels ausgenutzt und es geschafft, einen ganzen Teil Nordisraels für zehn Monate in eine Sperrzone für Zivilisten zu verwandeln. Rund 60.000 Israelis sind noch immer Binnenflüchtlinge.

Für den geplanten Angriff am Sonntag hatte die Hisbollah offenbar vor, eine Kombination aus präzisionsgelenkten ballistischen Raketen, Drohnenschwärmen und ungelenkten Raketen auf wertvolle Ziele in Israel abzufeuern, darunter militärische Ziele im Herzen einer zentral gelegenen israelischen Stadt.

Nach Angaben des Alma Research and Education Center verfügt die Hisbollah über Tausende von Präzisionsgeschossen, darunter die vom Iran gelieferten Fateh-110-Raketen, die eine Reichweite von 350 Kilometern haben und vom Südlibanon aus abgefeuert das Zentrum Israels treffen können. Insgesamt verfügt die Hisbollah schätzungsweise über 250.000 Sprengköpfe, davon 150.000 Mörsergranaten und 65.000 Raketen mit einer Reichweite von bis zu 80 Kilometern.

Mit der Demonstration seiner Bereitschaft und Fähigkeit zu groß angelegten Präventivoperationen sendet Israel eine klare Botschaft an die Terrorgruppe und ihre Unterstützer in Teheran: Jede größere unmittelbare Bedrohung israelischer Zivilisten wird mit präventiver Gewalt beantwortet.

Die Frage bleibt, wie Israel die Sicherheit im Norden des Landes wiederherstellen will.

Die tiefe Verankerung der Hisbollah in der schiitischen Gemeinschaft im Südlibanon, der Ausbau von rund 200 südlibanesischen Dörfern zu Angriffsbasen und ihr ideologisches Bekenntnis zur islamischen Revolution im Iran stellen sicher, dass die Bedrohung so lange bestehen bleibt, bis Israel sich entschließt, strategisch dagegen vorzugehen.

Auch die internationale Gemeinschaft muss ihren Beitrag zur Bekämpfung des vom Iran und der Hisbollah geführten dschihadistischen Krieges leisten. Die Hisbollah und ihr iranischer Gönner drohen, den Libanon in einen größeren Konflikt mit verheerenden Folgen für die Zivilbevölkerung hineinzuziehen.

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Patrick Callahan

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