Verteidigungsminister Israel Katz hat die IDF angewiesen, sich auf eine groß angelegte Anti-Terror-Operation in einem weiteren palästinensischen Flüchtlingslager in Judäa und Samaria vorzubereiten. Nach Angaben israelischer Sicherheitsvertreter verschärft sich die Sicherheitslage in der Region zunehmend.
Katz nannte weder das Ziel der geplanten Operation noch einen Zeitplan. Er erklärte jedoch, das Militär solle nach demselben Modell vorgehen wie zuvor in Dschenin, Tulkarem und Nur al-Schams, wo israelische Streitkräfte gegen fest etablierte Terrornetzwerke, Waffenlager und vom Iran unterstützte Infrastruktur vorgingen.
Die Botschaft war eindeutig: Israel will nicht warten, bis s ich von Judäa und Samaria aus eine weitere Überraschungsattacke nach dem Muster des 7. Oktober entwickelt.
Die IDF hatte die Operation „Eiserne Mauer“ im Januar 2025 in Dschenin begonnen und später auf Tulkarem und Nur al-Schams ausgeweitet. Diese Gebiete hatten sich zu bewaffneten Hochburgen entwickelt, in denen Terrororganisationen die dicht besiedelten Flüchtlingslager als Ausgangsbasen für Angriffe auf israelische Zivilisten und Soldaten nutzten.
Nach Angaben des Büros von Katz hat die offensive Sicherheitspolitik der Regierung dazu beigetragen, dass die terroristischen Aktivitäten in den Jahren 2025 und 2026 um 80 Prozent zurückgegangen sind. Katz betonte wiederholt, Israel müsse die Terrorinfrastruktur zerschlagen, bevor sie sich zu einer noch größeren Bedrohung entwickeln könne.
Die Anweisung erfolgt nach dem tödlichen Schussanschlag vom vergangenen Freitag und vor dem Hintergrund wachsender Sorge, dass sich die Gewalt auf weitere Teile Judäas und Samarias ausweiten könnte. Der Kommandeur des IDF-Zentralkommandos, Generalmajor Avi Bluth, bezeichnete die Lage als angespannt und erklärte, die Armee setze „alle verfügbaren Mittel“ ein, um eine weitere Eskalation zu verhindern.
Was für ausländische Beobachter wie ein weiterer lokal begrenzter Militäreinsatz erscheinen mag, ist aus israelischer Sicht Teil einer umfassenderen Strategie, um zu verhindern, dass vom Iran unterstützte Terrorgruppen Judäa und Samaria in ein zweites Gaza oder einen zweiten Südlibanon verwandeln.
Die neue Anordnung von Katz deutet darauf hin, dass Israel seine Offensive fortsetzen will, auch wenn der nächste Einsatz erneut internationale Kritik hervorrufen sollte. Die Alternative bestehe nach Auffassung israelischer Regierungsvertreter darin, bewaffnete Terrorhochburgen weiter anwachsen zu lassen, bis ihre Zerschlagung einen wesentlich höheren Preis fordern würde.




