Ein politisches Beben erschüttert den Iran. Die Reformfront, Dachorganisation mehrerer reformorientierter Parteien und Persönlichkeiten, hat am letzten Sonntag ein Manifest veröffentlicht, das sie selbst als „goldene Gelegenheit für Wandel und Rückkehr zum Volk“ bezeichnet. Dies passiert mitten in der Eskalation des Kriegs mit Israel, was das Land spaltet. Sie warnt vor den humanitären, wirtschaftlichen und psychologischen Kosten, die ein Weiter-so auf militärischer Abschreckung mit sich bringt, und fordert nationale Versöhnung, tiefgreifende Reformen und direkten Dialog mit der Welt, einschließlich der USA. Kernpunkte der Erklärung sind: freiwilliger Stopp der Urananreicherung, Akzeptanz von IAEA-Kontrollen, Freilassung politischer Gefangener, Auflösung paralleler Institutionen, Entkopplung des Militärs von Politik und Wirtschaft, Stärkung von Frauenrechten und wirtschaftlicher Transparenz. Israels jüngste Kriegsführung, im Libanon gegen die Hisbollah und durch gezielte Schläge im Iran, hatte nicht nur militärische, sondern auch weitreichende politische Folgen. Irans Reformisten schöpfen neuen Mut und rütteln am Machtmonopol.
Die Reaktionen sind heftig. Hardliner sprechen von Kapitulation und „fremdgesteuertem Verrat“, während Reformisten die Vision loben,...
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