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IDF tötet als Journalist getarnten Hisbollah-Terroristen

Das israelische Militär identifiziert Ali Hassan Shaib als Mitglied der Radwan-Truppe, die für Überwachung und Propaganda zuständig ist, was erneut die Frage aufwirft, warum ähnliche Angriffe westlicher Streitkräfte auf ISIS-Medienmitarbeiter weitaus weniger Empörung hervorgerufen haben.

Ali Hassan Shaib trug eine Presseweste, war aber kein Journalist. Bild: IDF-Sprecher
Ali Hassan Shaib trug eine Presseweste, war aber kein Journalist. Bild: IDF-Sprecher

Die israelischen Streitkräfte gaben am Samstag bekannt, Ali Hassan Shaib bei einem Angriff im Südlibanon getötet zu haben. Sie beschrieben ihn nicht als unabhängigen Reporter, sondern als Mitglied der Radwan-Einheit der Hisbollah, der seine Tätigkeit beim Fernsehsender Al-Manar der Gruppe lange Zeit als operative Tarnung genutzt habe.

Nach Angaben des israelischen Militärs half Shaib dabei, die Standorte israelischer Truppen im Südlibanon und entlang der Grenze aufzudecken, hielt Kontakt zu Hisbollah-Mitgliedern und fungierte während des aktuellen Krieges als Propagandainstrument für die Organisation.

Der Angriff ereignete sich in der Nähe von Jezzine, wo laut libanesischen Medien eine Drohne ein Fahrzeug traf, das auf der Hauptstraße unterwegs war. Al-Manar und andere libanesische Medien berichteten, Fatima Ftouni, eine Korrespondentin des mit der Hisbollah verbundenen Senders Al-Mayadeen, sei ebenfalls getötet worden, zusammen mit ihrem Bruder, der als Kameramann arbeitete. Der libanesische Präsident Joseph Aoun verurteilte den Angriff als Verstoß gegen den Schutz, der Journalisten in Kriegszeiten gewährt wird.

Israel nannte die Operation jedoch einen Angriff auf einen Kämpfer, der eine Medienrolle innehatte, und nicht auf einen zivilen Reporter. Das Militär erklärte, Shaib habe jahrelang unter dem Deckmantel des Journalismus operiert und dabei die militärischen Aktivitäten der Hisbollah unterstützt, insbesondere die Radwan-Truppe, die Eliteformation der Terrorgruppe. Die Armee warf ihm zudem Anstiftung gegen israelische Soldaten und Zivilisten sowie die Unterstützung bei der Verbreitung von Hisbollah-Propaganda während der „Operation Brüllender Löwe“ vor.

Der Vorfall dürfte eine alte Debatte darüber verschärfen, wer im Krieg als geschützter Journalist gilt, insbesondere wenn sich mediale Arbeit mit operativen oder nachrichtendienstlichen Funktionen überschneidet. Diese Debatte ist nicht neu und auch kein Phänomen, das nur in Israel auftritt. Während des Feldzugs gegen den IS griff die von den USA geführte Koalition wiederholt und offen die Propaganda-Infrastruktur der Gruppe und die dafür verantwortlichen Personen an. Im Jahr 2016 teilte das Pentagon mit, bei einem Luftangriff der Koalition sei Wa’il Adil Hasan Salman al-Fayad getötet worden, ein ISIS-Führer, der den Propagandaapparat der Gruppe und deren Hinrichtungsvideos beaufsichtigte. Im Jahr 2017 gaben Vertreter der Koalition den Tod mehrerer ISIS-„Propagandisten und Unterstützer“ bekannt, darunter hochrangige Medienvertreter und der Gründer von Amaq, dem offiziellen Propagandakanal des ISIS.

Diese Bilanz offenbart eine bekannte Inkonsequenz: Wenn westliche Streitkräfte gegen ISIS-Medienmitarbeiter vorgingen, wird dies allgemein als legitime Anti-Terror-Maßnahme gegen feindliche Kommando-, Rekrutierungs- und Propagandanetzwerke angesehen. Wenn Israel erklärt, es habe einen Hisbollah-Aktivisten angegriffen, der in einem mit der Organisation verbundenen parteiischen Medium tätig war, dreht sich die Diskussion augenblicklich um Pressefreiheit und den Schutzstatus.

Ein ähnliches Narrativ spielte sich in Gaza ab, wo die Welt Israel vorwarf, Hunderte von Journalisten getötet zu haben, während ihre Verbindungen zur Hamas ignoriert wurden.

Siehe: Wie viele Journalisten wurden in Gaza getötet? Die Antwort lautet: null

Die rechtliche und moralische Frage ist also enger gefasst, als es ein Großteil der Rhetorik vermuten lässt. Journalisten genießen im Krieg Schutz. Aktivisten, die eine Presseakkreditierung als Deckmantel nutzen, hingegen nicht. Israels Argumentation stützt sich auf diese Unterscheidung, und die Reaktion auf den Angriff lässt vermuten, dass viele Kritiker nicht bereit sind, denselben Maßstab anzuwenden, den sie akzeptierten, als das Ziel der IS war.

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Patrick Callahan

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