Die israelische Armee hat eine neue Phase des Krieges gegen die Hamas eingeleitet. Seit dem Wochenende läuft die großangelegte Bodenoffensive „Gideons Streitwagen“ – mit dem Ziel, die verbliebene Kampfkraft der Terrororganisation zu zerschlagen, ihre Infrastruktur zu zerstören und den Druck auf die Hamas-Führung zu erhöhen.
In den letzten 24 Stunden griff die IDF mehr als 670 Terrorziele im Gazastreifen an – darunter unterirdische Tunnelanlagen, Waffenlager, Beobachtungsposten und Panzerabwehrstellungen. Dabei wurden nach Angaben des Militärs zahlreiche Terroristen gezielt eliminiert. Parallel dazu rückten Bodentruppen in mehreren Sektoren vor und übernahmen die Kontrolle über strategisch wichtige Gebiete im Norden und Süden des Streifens.
IDF-Chef Generalleutnant Eyal Zamir besuchte die Einheiten an der Front gemeinsam mit dem Kommandeur des Südkommandos, Generalmajor Yaniv Asor, und dem Kommandeur der 162. Panzerdivision, Brigadegeneral Sagiv Dahan. „Wir haben an diesem Wochenende ‚Gideons Streitwagen‘ gestartet“, erklärte Zamir vor Ort. „Wir machen weiter, bis wir den Feind entscheidend schlagen.“ Eine Rückkehr zur Sicherheitslage vor dem 7. Oktober sei ausgeschlossen, betonte er.
𝐈𝐃𝐅 𝐭𝐫𝐨𝐨𝐩𝐬 𝐡𝐚𝐯𝐞 𝐛𝐞𝐠𝐮𝐧 𝐞𝐱𝐭𝐞𝐧𝐬𝐢𝐯𝐞 𝐠𝐫𝐨𝐮𝐧𝐝 𝐨𝐩𝐞𝐫𝐚𝐭𝐢𝐨𝐧𝐬 𝐭𝐡𝐫𝐨𝐮𝐠𝐡𝐨𝐮𝐭 𝐧𝐨𝐫𝐭𝐡𝐞𝐫𝐧 𝐚𝐧𝐝 𝐬𝐨𝐮𝐭𝐡𝐞𝐫𝐧 𝐆𝐚𝐳𝐚 𝐚𝐬 𝐩𝐚𝐫𝐭 𝐨𝐟 𝐎𝐩𝐞𝐫𝐚𝐭𝐢𝐨𝐧 “𝐆𝐢𝐝𝐞𝐨𝐧’𝐬 𝐂𝐡𝐚𝐫𝐢𝐨𝐭𝐬”
Over the past week, the IAF conducted a… pic.twitter.com/3qZq1ngMfH
— Israel Defense Forces (@IDF) May 18, 2025
Die Offensive verfolgt zwei Hauptziele: die Rückkehr der noch immer 58 Geiseln – mittlerweile 590 Tage in der Gewalt der Hamas – und die vollständige Zerschlagung der Terrororganisation. Zamir unterstrich, dass die Armee dem politischen System die notwendige Flexibilität gebe, um ein mögliches Geiselabkommen voranzutreiben. „Ein Geiselabkommen ist kein Halt – es ist ein Erfolg. Wir arbeiten aktiv darauf hin.“
Aus Jerusalem heißt es, dass Israel an einem umfassenden Abkommen zur Beendigung des Krieges arbeitet. Dieses beinhalte die Freilassung aller Geiseln, die Vertreibung der Hamas-Führung aus Gaza und die vollständige Entwaffnung des Gebiets. Die Gespräche in Doha laufen derzeit unter mehreren Formaten, darunter ein Vorschlag des US-Sondergesandten Steve Witkoff. Dieser sieht eine mehrstufige Lösung vor – zunächst Waffenruhe und Geiselfreilassung, dann die Freilassung palästinensischer Häftlinge und Verhandlungen über eine dauerhafte Einstellung der Feindseligkeiten.
Verteidigungsminister Israel Katz erklärte am Samstag: „Mit dem Start von ‚Gideons Streitwagen‘ kündigte die Hamas-Delegation in Doha plötzlich die Rückkehr an den Verhandlungstisch an – nach monatelanger Blockadehaltung.“ Die Kombination aus militärischem Druck, nationaler Geschlossenheit und klarer politischer Führung, so Katz, steigere die Chancen auf ein Ergebnis.
Nach Angaben der IDF wird die Militäroperation so lange fortgeführt, bis die Hamas in allen verbliebenen Hochburgen neutralisiert ist. Ziel sei es, eine neue Realität zu schaffen – jenseits der Schwäche und des Terrors vom 7. Oktober.




