„Ich werde nicht sterben“ – Hoffnung im Holocaust

Zum internationalen Holocaust Gedenktag

von David Lazarus | | Themen: Holocaust
Jad Vashem Foto: Yonatan Sindel/Flash90

Das Thema des diesjährigen Internationalen Holocaust-Gedenktages 2021, „Sei das Licht in der Dunkelheit“, ist ein Zeugnis der ewigen Hoffnung Israels. Die Betonung, Hoffnung in einem der tragischsten Gräuel der Geschichte zu finden, erinnert an den israelischen „Jom Hashoah“, der am 27. Nisan (im April oder Mai) begangen wird und als „Holocaust and Helden Gedenktag“ bezeichnet wird, um auch die Tapferkeit all jener zu ehren, die einst den Gräueltaten trotzten.

Der 27. Januar wurde zum Gedenken an das Datum der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz durch die Rote Armee im Jahr 1945 von der Generalversammlung der Vereinten Nationen am 1. November 2005 gewählt.

Viele Länder haben ihre eigenen Holocaust-Gedenktage eingeführt. Viele, wie der Holocaust-Gedenktag in Großbritannien, fallen ebenfalls auf den 27. Januar, während andere, wie der israelische Jom HaShoah, zu anderen Zeiten des Jahres begangen werden.

 

Licht in der Dunkelheit finden – „Ich werden nicht sterben“

Ein Mitglied meines Buchclubs hat einen Dokumentarfilm mit uns geteilt, der bestimmt auch unseren Lesern gefallen würde. Wir sollten uns einen Moment Zeit nehmen, um des Holocausts zu gedenken.

Ruth Fazal, die Schöpferin des Werkes, das übersetzt „Oratoriums Theresienstadt“ heißt und in der Dokumentation vorgestellt wird, ist eine persönliche Freundin meiner Frau und mir. Wir lernten Ruth in den 1990er Jahren in Toronto, Kanada, kennen und waren tief bewegt von ihrer Musik, die eine tiefe und anhaltende Liebe für das jüdische Volk ausdrückte. Später trat sie im Laufe der Jahre viele Male in Israel auf.

Ruth sieht alles, was sie tut, ob sie spielt oder singt, als ein ein Weg, um das Herz Gottes auszudrücken. Sie hat den Wunsch, etwas vom Herzen des Vaters für sein Volk Israel durch ihre Musik zu vermitteln.

Das Jahr 2000 markierte einen Wendepunkt in Ruths Leben, als sie mit der Arbeit am Terezin Oratorium begann, einem Werk für Solisten, Chöre und Sinfonieorchester, das 2003 in Toronto uraufgeführt wurde, gefolgt von Tourneen in Europa, Israel und den USA. „Oratorio Terezin“ basiert auf der Poesie von Kindern aus dem Holocaust, kombiniert mit Teilen der Heiligen Schrift. Ruth erklärt, dass das Schreiben des Oratorio Terezin die Tür war, die Gott für sie wählte, um in sein Herz für sein Volk Israel einzutreten. Bei allen Aufführungen sind Überlebende des Holocausts als Ehrengäste anwesend.

Während des Holocausts war das Ghetto Terezin (Theresienstadt) in der Tschechoslowakei eine Art Wartestation für die Todeslager der Nazis. Fünfzehntausend jüdische Mädchen und Jungen passierten die Tore von Theresienstadt. Ein paar mehr als hundert überlebten.

Viele der Kinder vertrauten ihre Gefühle und Gedanken der Kunst und Poesie an, die sie während ihres Aufenthalts im Ghetto schrieben. Einige dieser Werke überlebten und wurden schließlich veröffentlicht, darunter dieses Gedicht, aus dem der Titel des Dokumentarfilms „Ich werde nicht sterben“ stammt.

„Die Welt steht in voller Blüte und scheint zu lächeln,

Ich will fliegen, aber wohin, wie hoch?

Wenn im Stacheldraht Dinge blühen können,

warum nicht auch ich – ich will nicht sterben.“

Es sind Kinderwerke wie diese, die Ruth zur Komposition des Terezin Oratoriums inspirierten, in dem die Stimmen der jüdischen Kinder, Gottes, des Leidens und der hebräischen Schriften zum Ausdruck kommen. Sie beschreibt es als „ein Liebeslied … eine Botschaft der Hoffnung, komponiert im Kontext von so viel Dunkelheit.“

Die Kinder, die im Oratorium singen, singen die Worte derer, die gestorben sind, und da ihr eigenes Leben durch ihre Erfahrungen auf dieser Reise verändert wird, werden sie zu deren Stimme. Sie zollen denjenigen Tribut, die umgekommen sind. Es ist eine seltene Geschichte, die eine Bejahung der Hoffnung bietet, eine Inspiration, die in allen weiterlebt, die sie sehen. Text zum Dokumentarfilm von der Webseite mit geringfügigen Bearbeitungen.

 

Hier der Dokumentarfilm:

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