Die internationale Gemeinschaft will nicht, dass Palästinenser aus Gaza ausreisen, obwohl sie dort angeblich Hunger leiden. Die Forderung, die leidenden Palästinenser im Gazastreifen gefangenzuhalten, hat einzig den Zweck, den Konflikt mit Israel fortzuführen, aber wird als humanitäre Maßnahme verkauft.
Israel Heute berichtete bereits vor drei Jahren, dass ein Großteil der Einwohner Gazas auswandern möchte, aber von der Hamas daran gehindert wird. Heute ist dieser Wunsch noch weit stärker geworden, aber es ist nicht mehr die Hamas, die die Palästinenser im Gazastreifen gefangen hält, sondern die internationale Gemeinschaft, allen voran Ägypten, das verständlicherweise nicht von einer radikalisierten palästinensischen Bevölkerung überlaufen werden möchte.
Sich selbst helfen
Glücklicherweise ist Ägypten jedoch ein arabischer Staat, bei dem mit ein bisschen „Bakschisch“, also Bestechung, einiges erreicht werden kann. Obwohl die Grenze zwischen dem Gazastreifen und Ägypten offiziell geschlossen ist, scheint es doch möglich, sie zu überqueren, was jedoch nicht billig ist.
Um die erforderlichen Gelder aufzutreiben, wenden sich tausende Einwohner Gazas im Internet an potenzielle Spender und bitten um Geld für die Evakuierung ihrer Familien aus dem Gazastreifen. Auf der Website GoFundMe gibt es über 1000 Spendenseiten, in denen Einwohner Gazas um Geld für ihre Auswanderung bitten.

Der Blogger Elder of Ziyon hat diese Spendenaufrufe zuerst entdeckt. Er schreibt:
In den Angaben auf den Spendenseiten ist nicht direkt von „Bestechungsgeldern“ die Rede, aber das ist damit gemeint.
Auf einer Seite heißt es, sie benötigen 6.300 € pro Familienmitglied für „Genehmigungen“ und „Überfahrtsgebühren“. Eine andere Seite spricht von 10.000 bis 15.000 Dollar pro Person für Genehmigungen und Überfahrtsgebühren. Eine andere redet von 5.500 $ für Erwachsene und 2.700 $ pro Kind, und wieder eine andere behauptet, man benötige 7.000 $ für einen Erwachsenen und 1.500 $ pro Kind.
Diese Zahlen stammen nicht aus Ägypten, sondern von „Maklern“, die versprechen, die richtigen Leute zu bestechen, um die Palästinenser herauszuholen, und die das Geld vielleicht auch einfach selbst einstecken. Es wird vermutet, dass einige von ihnen mit dem ägyptischen Geheimdienst in Verbindung stehen.
Schmuggler und Reiseagenturen
Elder of Ziyon zitiert einen Bericht der Website Organized Crime and Corruption Reporting Project, in dem verdeckte Reporter mit Schmugglern in Verbindung traten, um herauszufinden, wie man den Gazastreifen verlassen kann:
Der Leiter eines in Gaza ansässigen Reisebüros erklärte einem Reporter, der sich als potenzieller Kunde ausgab, er müsse jeweils 5.000 Dollar für seine palästinensische Schwester und seine Mutter zahlen, damit diese den Gazastreifen innerhalb von sieben Tagen verlassen könnten.
Der formale Prozess der Registrierung durch die Hamas „hat nach dem Krieg aufgehört“, erklärte der Agent am 10. Januar.
„Die palästinensische Seite hat mit diesen Genehmigungen nichts mehr zu tun. Es handelt sich um eine reine Operation des ägyptischen Geheimdienstes“, fügte er hinzu.
Im Dezember kontaktierten die Reporter einen anderen Vermittler mit Sitz in Ägypten, von dem keine Verbindung zu einem Reisebüro bekannt ist. Zum Nachweis seiner Referenzen schickte der Vermittler eine Kopie seines Personalausweises, eine Quittung von einem früheren Kunden und Kopien palästinensischer Pässe, für die er Ausreisegenehmigungen erhalten hatte.
„Sie zahlen die Hälfte des Preises jetzt mit Vodafone Cash“ – einer Online-Zahlungsmethode – und den Rest bei der Einreise“, schrieb er.
Auf die Frage, ob er die Namen der Ausgereisten und ihre Telefonnummern nennen könne, antwortete er: „Schwester… nachdem sie die Grenze überquert haben, vernichten wir ihre Bewerbung und alle persönlichen Daten aus Sicherheitsgründen. Wenn diese Daten in die Hände von irgendjemandem fallen, wird das ein Problem sein, verstanden?“
Gute Reise
Die Unterstützung freiwilliger Auswanderung aus dem Gazastreifen wird seit dem 7. Oktober auch unter Israels Politikern diskutiert, aber für die internationale Gemeinschaft ist dieses Thema ein Tabu. Egal, wie sehr die Menschen in Gaza leiden, sie müssen weiterhin als Schachfigur im Krieg gegen Israel dienen.

Auch sogenannte Menschenrechtsorganisationen sind sich einig, dass niemand den Gazastreifen verlassen darf. Die Einwohner Gazas sind jedoch anderer Meinung und nutzen die Möglichkeiten, die ihnen zur Verfügung stehen, auch wenn diese leider sehr teuer sind.
Vielleicht sollte Israel diesen Weg ebenfalls nutzen und den Palästinensern das benötigte Geld inoffiziell online spenden. Was Krieg und internationale Diplomatie nicht erreichen kann, kann vielleicht die arabische Tradition des Bakschisch erreichen.




