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Guten Morgen Israel – Jeder, wie er will

Ich wollte nicht mehr darüber schreiben, mache es jetzt aber doch. Corona bestimmt noch immer unseren Alltag

Guten Morgen Israel – Jeder, wie er will
Miriam Alster/Flash90

Boker Tov, liebe Leser!

Ich weiß, wir haben alle keine Lust mehr, darüber zu sprechen. Auch ich wollte zu diesem Zeitpunkt eigentlich schon längst wieder unser ganz normales Leben hier in Israel beschreiben. Denn wir haben uns doch vor einige Zeit schon von dieser Sache verabschiedet, aber es tut mir leid, ich kann dieses Wort nicht verschweigen, Corona bestimmt noch immer unser tägliches Leben, ob wir es wollen oder nicht, ob wir daran glauben oder nicht.

Ich habe schon einige Male über die Rückkehr geschrieben, die Rückkehr in den Alltag, die Rückkehr nach Jerusalem. Und ja, seit zwei Wochen arbeiten wir auch wieder von unserer Redaktion hier in Jerusalem aus, aber unseren gewohnten Alltag, den haben wir leider noch nicht wieder zurückbekommen.

Wie Sie ja auf dem Bild von mir sehen können, müssen wir in der Öffentlichkeit nach wie vor mit der Maske herumlaufen. Und seit gestern wird in den Medien wieder sehr viel über die Maske gesprochen, oder besser gesagt, über das Nichttragen der Maske von einem großen Teil der Bürger. Das mag in erster Linie daran liegen, dass man uns die Stimmung von „Es ist vorbei!“ vermittelt hat. Dazu kommen alle möglichen „Experten“, die meinen, dass es sich beim Coronavirus  ja eh um nichts anderes handle als um eine weitere Grippe-Art. Menschen, die mit dem Virus infiziert sind, seien gar nicht krank.

Seit Beginn des Monats ist die Zahl der am Virus Erkrankten wieder drastisch angestiegen. In den letzten 10 Tagen hat es mehr neue Coronafälle gegeben als im ganzen Monat Mai zusammen. Und besonders in Tel Aviv scheint es den Menschen egal zu sein, was ich auch gestern wieder mit eigenen Augen sehen konnte, als wir mit der Familie, also einem Teil, denn wir sind ja meistens nur noch zu dritt, einen kleinen Ausflug nach Tel Aviv gemacht hatten.

 

Tel Aviv
Tel Aviv – jeder macht, was er will

 

In Tel Aviv, und nicht nur da, macht jeder, was er will. Einer geht mit, der andere geht ohne Maske. Viele andere tragen die Maske um ihr Handgelenk, wohl nur, um schnell reagieren zu können, wenn ein Beamter der Polizei oder der Stadt zu sehen ist, die für das Nichttragen der Maske Strafzettel in einer Höhe von 200 Schekeln verteilen. Allerdings haben sie das in den letzten Tagen kaum gemacht. Das soll ab heute wieder anders werden, denn gestern hat die Regierung beschlossen, härter durchzugreifen, um eine neue Coronawelle zu verhindern.

Mir ist klar, dass es nicht angenehm ist, mit dieser Maske herumzulaufen, aber andererseits sollten wir nicht egoistisch sein und auch an die anderen denken. Zu Hause kann dann jeder machen, was er will, aber in der Öffentlichkeit sollten wir nicht nur an uns denken, auch wenn eben nicht alle von uns glauben, dass das Coronavirus gefährlich ist. Niemand weiß das wirklich von uns, noch nicht. Und daher ist es momentan eben so, wie es ist.

Es ist nicht toll, bei der Hitze die Maske zu tragen, das stimmt, aber es wird ja nicht ewig so sein. Und wenn ich jetzt schon von der Hitze schreibe:

 

Hier ist das Wetter für heute in Israel:

Meistens wird auch heute die Sonne scheinen, hier und da kann es ein paar Wolken geben. Die Temperaturen werden heute kaum anders als gestern sein. Für heute werden folgende Höchsttemperaturen erwartet: Jerusalem 29 Grad, Tel Aviv 26 Grad, Haifa 24 Grad, Tiberias am See Genezareth 33 Grad, am Toten Meer 34 Grad, Beersheva 33 Grad, Eilat am Roten Meer 38 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist um einen weiteren Zentimeter gesunken und liegt jetzt bei – 209.025 m unter dem Meeresspiegel, es fehlen 22,5 Zentimeter bis zur oberen Grenze!

Tel Aviv
Tel Aviv – gestern

Ich hoffe wirklich, dass wir bald wieder etwas mehr von unserem alten Alltag bekommen werden und dass Sie, liebe Leser, uns endlich wieder hier in Jerusalem besuchen können. Es fühlt sich wirklich etwas leer an ohne Sie und ohne die ganzen Touristen überhaupt, die zu dieser Zeit unsere Stadt gefüllt hätten.

Und nun wünsche ich Ihnen im Namen der gesamten Redaktion von Israel Heute einen wunderbaren Mittwoch und so viel Alltag, wie nur möglich. Machen Sie es gut.

 

Schalom aus Jerusalem!