Themen: Guten Morgen

Israel Heute Morgen – Übertritt zum Judentum

Man konvertiert nicht von heute auf morgen zum Judentum, es ist ein Prozess, der Jahre dauern kann

Israel Heute Morgen – Übertritt zum Judentum
Yonatan Sindel/Flash90

Boker Tov liebe Leser!

Dass man nicht am Morgen aufsteht und sagt „Heute trete ich mal zum Judentum über“ ist klar. Es ist ein langwieriger Prozess, bei uns hat er über 10 Jahre gedauert.

Schon von Anfang an haben wir uns mehr auf das Alte Testament konzentriert. Vor dem Mauerfall war nicht viel los mit „Informationen“, danach war alles offen, auch die Glaubensfreiheit. Ich erinnere mich, dass wir als Erstes angefangen haben, kein Schweinefleisch mehr zu essen. Kein großes Problem, es gibt genügend Rindfleischprodukte (zwar nicht koscher – aber… eins nach dem anderen). Danach fingen wir an, den Schabbat zu halten, irgendwie halt, was wir unter „Ruhe“ so verstanden. So sind wir Freitagabend nicht ausgegangen, aber man hat ja noch den Samstagabend – auch das hat nicht gestört.

Danach war Pessach an der Reihe. Nicht so einfach, eine Woche ohne Brot, Nudeln und Gebäck. Nach Pessach sind wir dann zum Bäcker gefahren, um uns mit Brot „neu“ einzudecken, die Brötchen sahen auf einmal wie reines Gold aus und haben gerochen, wie sie nie zuvor gerochen haben. So kam eins zum anderen. Später sind wir nach Berlin gezogen, denn es gab noch VIEL mehr zu lernen. Synagoge, wirklich koscher essen, Mikwe (Tauchbad) usw. Eine liebe Bekannte aus meinem Heimatort hat mich mal gefragt „Aber du bist doch getauft worden!“ da habe ich ihr nur gesagt „Ach, das bisschen Wasser, jetzt bin ich vollständig eingetaucht“  😉 .

Für uns war es keine Frage, direkt nach dem Übertritt nach Israel einzuwandern. Der Antisemitismus und die nicht so günstigen Umstände (wenig religiöse Schulen, koscheres Essen ist recht teuer), das Judentum so zu leben wie es ist, fanden wir unmöglich. Und überhaupt, was will man als Jude in Deutschland? Es ist ein Gebot, in Israel zu wohnen. Und das machen wir doch gern. Wie mein Kollege Michael schon geschrieben hat, wer einmal hier ist, kommt nicht mehr weg. So geht es uns auch, wir möchten auf keinen Fall zurück, auch, wenn manches hier schwerer ist, wie z. B. die finanzielle Situation. Aber das ist auch schon bald das einzige, was schwerer ist als in Deutschland, alles andere hat hier in Israel absolut europäischen Standard, wie z. B. das Gesundheitswesen, das Schulsystem, Kultur und vieles mehr. Von daher sind wir froh, hier zu sein, in dem Land, wo alles seinen Ursprung hat.

Jerusalem
Jerusalem, Jaffa Straße

Und jetzt das Wetter für heute in Israel:

Teilweise bewölkt bis heiter mit einem deutlichen Rückgang der Temperaturen. Für heute werden folgende Höchsttemperaturen erwartet: Jerusalem 25 Grad, Tel Aviv 27 Grad, Haifa 26  Grad, Tiberias am See Genezareth 34 Grad, am Toten Meer 36 Grad, Beersheva 30 Grad, Eilat am Roten Meer 38 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist unverändert und liegt bei – 209.06 m unter dem Meeresspiegel, es fehlen 26 Zentimeter bis zur oberen Grenze!  

Im Namen aller meiner Kollegen von Israel Heute wünsche ich Ihnen einen wunderbaren Donnerstag. Genießen Sie das Wochenende.

 

Schalom aus Jerusalem!