Guten Morgen Israel – Israel holt seine Kinder nach Hause

In den letzten Tagen bemüht sich Israel, seine im Ausland gestrandeten Kinder nach Hause zu bringen. Auch mein Neffe ist unter ihnen.

Guten Morgen Israel – Israel holt seine Kinder nach Hause
Avshalom Sasson/Flash90

Boker Tov liebe Leser!

Immer mehr Länder schließen in diesen Tagen ihre Grenzen und verhängen Ausgangssperren, um sich vor dem Coronavirus, das nun fast alle Teile der Welt erreicht hat, zu schützen. Für die Touristen bedeutet das, noch rechtzeitig das Land zu verlassen und nach Hause kommen, bevor das letzte Flugzeug an den Start geht.

Wie Ihnen sicher bekannt ist, verbringen viele junge Israelis nach ihrem langen Dienst in der Armee eine gewisse Zeit im Ausland. „Die Reise nach der Armee“ nennt man diese oft mehrere Monate dauernde Rucksackreise, die oft nach Indien, den Fernen Osten und auch nach Südamerika führt. Vor der Reise arbeiten sie ein halbes Jahr lang und sparen jeden Schekel. Dann geht es in die weite Welt.

Einer dieser ehemaligen Soldaten ist mein Neffe Tamir. Seinen Armeedienst leistete in einer Elite-Einheit. Nach seinem Dienst arbeitete er in einem Restaurant auf dem Jerusalemer Machane Jehuda Markt. Dann packte er seinen Rucksack, verabschiedete sich von seiner Familie und flog nach Südamerika. Dort lernte er Freunde kennen, mit denen er durch das Land reiste. Als sie Brasilien erreicht hatten, begann die Corona-Krise.

Tamir und seine Freunde

Am Anfang wurde es nicht so richtig ernst genommen und wie viele dachten auch sie, dass es schnell vorbei sein werde. Doch dann begann man sich überall, zu isolieren, Touristen wurde die Einreise verweigert und die Bewegungsfreiheit außerhalb des Hauses eingeschränkt. Uns wurde klar, dass Tamir und seine Freunde so schnell wie möglich nach Hause kommen müssen.

So kauften sie sich ein Flugticket, doch dann wurde ihr Flug storniert. Sie buchten einen anderen Flug, doch auch dieser wurde abgesagt. Mittlerweile haben sie schon dreimal Tickets gebucht zu enorm hohen Preisen. Das Geld für die Stornierungen haben sie noch nicht rückerstattet bekommen. Sie wissen, dass sie einen Großteil des Geldes nicht wiedersehen werden.

Im Hintergrund droht ständig die Gefahr, dass sich der brasilianische Himmel schließt.

Es gab einen Flug von Brasilien nach Israel, aber es war nicht genug Platz. Nun hoffen Tamir und seine Freunde, im nächsten Flug einen Platz zu bekommen.

Vor zwei Tagen habe ich in den sozialen Netzwerken einen Beitrag von Lior, der Tochter meines Bruders, Tamirs Schwester, gesehen:

“Die Corona-Krise

An das Außenministerium

Bitte teilen

 

Mein großer Bruder sitzt jetzt zusammen mit vielen Israelis in Brasilien fest, ohne nach Hause zurückkehren zu können. Alle Flüge wurden in letzter Minute abgesagt.

Alle sind auf ihrer Reise nach der Armee, es sind alles Kämpfer, die zur Sicherheit des Staates beigetragen haben.

Jetzt ist der Staat an der Reihe, zurückzugeben.

Wir fordern das Außenministerium und die Regierung auf, alles zu tun, um sie nach Israel zurückzubringen.

Wenn Sie in Peru erfolgreich sind, haben Sie bitte auch Erfolg in Brasilien. “

 

Mein Bruder Ofer unternimmt große Anstrengungen. Er hat einen Freund in der Regierung, Dudu Ansalem. Dieser wandte sich nun in dieser Sache an unseren Außenminister Israel Katz, der wiederum die Abteilung kontaktierte, die für im Ausland festsitzende Israelis zuständig ist. Sie versicherten meinem Bruder, alles zu tun, um Tamir und die anderen in Brasilien festsitzenden Israelis nach Hause zu bringen.

Vor ein paar Tagen schickte die israelische Fluggesellschaft EL Al mehrere Flugzeuge, um alle in Peru gestrandeten Israelis zurückzubringen. Ein Land nach dem anderen schließt jetzt seine Grenzen. Und in Tagen wie dieses spricht nur das Herz. Eltern wollen ihre Kinder neben sich haben.

Mein Bruder sagte zu Tamir, der besorgt über das Geld war, das er für seine Bemühungen ausgegeben hatte, um einen Flug zu finden: “Selbst wenn es mich 100.000 Schekel kosten werde, dich nach Israel zurückzubringen, werde ich es bezahlen. Geld ist im Moment meine letzte Sorge.”

 

Hoffnung

Gestern gab es dann eine Nachricht, die uns Hoffnung macht, dass Tamir und seine Freunde bald endlich wieder im Land sein werden. In den nächsten Tagen starten mehrere Rettungsflüge von EL AL, um die gestrandeten Israelis aus den verschiedenen Ländern nach Hause zu holen, auch aus Brasilien wird einen Flug geben. So können wir vielleicht schon bald unseren Tamir in die Arme schließen,  d.h. leider nicht wirklich, denn wir müssen ja 2 Meter Abstand halten. Aber das wird unsere Freude nicht betrüben.

 

Das Wetter für heute in Israel

Der leere Strand von Tel Aviv

Teilweise bewölkt mit einem deutlichen Anstieg der Temperaturen. Für heute werden folgende Höchsttemperaturen erwartet: Jerusalem 17 Grad, Tel Aviv 21 Grad, Haifa 19 Grad, Tiberias am See Genezareth 23 Grad, am Toten Meer 21 Grad, Beersheva 22 Grad, Eilat am Roten Meer 24 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist am Wochenende um weitere  zwei Zentimeter gestiegen und liegt jetzt bei –209.29 m unter dem Meeresspiegel, es fehlen noch 49 Zentimeter bis zur oberen Grenze!

Im Namen aller Mitarbeiter von Israel Heute wünsche ich Ihnen einen wunderbaren Montag. Bleiben Sie gesund.

 

Schalom aus Bar Giora!

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