Guten Morgen Israel – Die Tel Aviver und der Parkplatz

Die Sorge um einen Parkplatz beendete das gemeinsame Wochenende schon am Mittag. So ist das, wenn man in Tel Aviv wohnt.

von Dov Eilon | | Themen: Guten Morgen
Tel Aviv Hunde
Spazieren mit Hunden in Tel Aviv Foto: Miriiam Alster/FLASH90

Boker Tov, liebe Leser!

Gerade hat das Wochenende begonnen, da ist es auch schon wieder zu Ende und meine Kollegen und ich sitzen bereits wieder in der Redaktion in Jerusalem, um zusammen mit Ihnen in die neue Woche zu starten.

Bei uns zu Hause steht das Wochenende ganz im Zeichen der Familie, besonders seitdem unser Sohn in Tel Aviv zusammen mit seiner Freundin wohnt. An den meisten Wochenenden kommen sie dann zu uns, zusammen mit ihrem Hund, der auch Teil der Familie geworden ist. So hatten wir auch diesmal wieder seit Freitagabend ein volles Haus. Es regnete gestern fast den ganzen Tag, dennoch konnten wir eine kurze Regenpause nutzen, um einen Spaziergang im Gegenüber unseres Hauses zu unternehmen, denn der Hund muss schließlich Gassi gehen und war überglücklich, dass wir alle zusammen mit ihm draußen waren. An fast jeder Ecke im Park gibt es eine Box mit Plastiktüten, mit denen man das Hundegeschäft aufheben soll, um es dann anständig zu entsorgen. Ich muss sagen, dass ich beeindruckt bin, wie es uns hier im Land gelungen ist, das wirklich jeder Hundehalter Verantwortung an den Tag legt. Und das nicht nur in Modiin, auch in Tel Aviv, die als eine der hundefreundlichsten Städte überhaupt gilt. Ich kann mich nicht mehr daran erinnern, wann ich das letzte Mal in einen „Haufen“ getreten bin. Ich glaube, das war in Deutschland, womit ich jetzt kein schlechtes Wort über die deutschen Hundehalter sagen möchte.

Das gemeinsame Wochenende mit der ganzen Familie nahm dann so gegen 14 Uhr ein plötzliches Ende. „Wir müssen los“, sagte mein Sohn etwas gestresst. Früher war er oft bis kurz vor dem Ende des Schabbats geblieben. „Wir bekommen sonst keinen Parkplatz mehr“, erklärte er mir seinen Willen, schon so früh nach Hause fahren zu wollen. Er hat leider vollkommen recht. Wer in Tel Aviv wohnt, für den hat ein Parkplatz für das Auto die absolute Priorität. Gegen Mittag hat man in Tel Aviv noch die Chance, einen Parkplatz in der Nähe der Wohnung zu ergattern. Später am Nachmittag kommen dann auch die anderen Tel Aviver von ihren Schabbatbesuchen bei der Familie zurück. Sollten Sie einmal an einem Schabbat in Tel Aviv ein, schauen Sie sich am Vormittag in den engen Straßen um den Dizengoff – Platz herum um. Sie werden sehen, wie viele Parkplätze dann noch frei sind. Gegen Abend ist dann alles wieder voll. Wer zuerst kommt, gewinnt. Es gibt sogar besondere WhatsApp-Gruppen, in denen sich Nachbarn über freie Parkplätze in Wohnungsnähe informieren. Ja, die Parkplatznot ist enorm in Tel Aviv. In Tel Aviv hat das Auto mitten in der Woche nur einen Zweck: einen Parkplatz zu besetzen. Das Auto wird erst am Wochenende wieder bewegt, um es dann noch möglichst früh vor Ende des Schabbats wieder auf einem Parkplatz abzustellen.

Die Stadt versucht, zu helfen. So gibt es sogar einige städtische Parkhäuser, in denen die Bewohner, die im Besitz eines Aufklebers sind, umsonst parken können. Auch ist das Parken in den Anliegerstraßen für die Bürger natürlich umsonst. Doch was hilft das, wenn alle Plätze belegt sind? Es gibt viel zu viele Autos, es reicht einfach nicht. Ein Parkplatz in Tel Aviv ist heutzutage eine attraktive Immobilie, die wie Wohnungen zum Verkauf oder zur Miete angeboten werden. 400.000 Schekel und Sie sind Eigentümer eines Parkplatzes in Tel Aviv, den man dann für bis zu 1000 Schekel pro Monat vermieten kann. Absoluter Wahnsinn.

Noch vor 15 Uhr war unser Sohn dann wieder zu Hause in Tel Aviv. Er hat einen guten Parkplatz nicht weit von der Wohnung erwischen können, wie er mir stolz berichtete. Die neue Woche kann beginnen.

Und wie die neue Woche beginnt, das sagt uns der Wetterbericht von heute für Israel:

Für die Jahreszeit zu kühl. Gelegentliche Regenschauer und Gewitter vom Norden bis Zentrum des Landes, auf dem Hermon Berg wird es schneien. An der Küste besteht die Gefahr von Überschwemmungen. In der Judäischen Wüste kann es zu Blitzfluten kommen. Für heute werden folgende Höchsttemperaturen erwartet: Jerusalem 9 Grad, Tel Aviv 14 Grad, Haifa 13 Grad, Tiberias am See Genezareth 15 Grad, am Toten Meer 19 Grad, Beersheva 14 Grad, Eilat am Roten Meer 20 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist am Wochenende um weitere vier Zentimeter angestiegen und liegt jetzt bei –210.74 m unter dem Meeresspiegel.

Im Namen aller meiner Kollegen von Israel Heute wünsche ich Ihnen einen angenehmen Sonntag und einen guten Start in die neue Woche. Machen Sie es gut!

Schalom aus Jerusalem!

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