Israel und Venezuela haben vereinbart, die konsularischen Beziehungen wieder aufzunehmen. Damit endet eine 17-jährige Phase ohne formelle diplomatische Kontakte, was ein weiteres Zeichen für die plötzliche Annäherung von Caracas an Jerusalem darstellt.
Außenminister Gideon Sa’ar und der venezolanische Außenminister Félix Plasencia erzielten diese Einigung nach jüngsten Gesprächen, deren Ziel es war, einen Mechanismus zur Erbringung konsularischer Dienstleistungen für die Bürger beider Länder zu schaffen.
The Governments of the State of Israel and the Bolivarian Republic of Venezuela announce that, following the visit of the Israeli humanitarian delegation to Venezuela in the wake of the double earthquake that occurred on June 24, and further to talks held between senior officials…
— Israel Foreign Ministry (@IsraelMFA) August 11, 2026
Die Ankündigung bedeutet zwar noch keine vollständige Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen, ist jedoch der erste offizielle Schritt, nachdem die Beziehungen 2009 vom damaligen Präsidenten Hugo Chávez während einer Operation der israelischen Streitkräfte gegen die Hamas im Gazastreifen abgebrochen worden waren.
Jahrelang stellte sich Venezuela unter Chávez und später unter Nicolás Maduro auf die Seite des Iran, verurteilte Israel und schuf ein Klima, in dem die jüdische Gemeinde des Landes Druck und Einschüchterungen ausgesetzt war. Viele venezolanische Juden verließen das Land in dieser Zeit.
Diese Haltung hat sich geändert, seit Delcy Rodríguez nach der Absetzung Maduros durch die USA im Januar die Macht übernommen hat.
Der Durchbruch erfolgte im Rahmen der Katastrophenhilfe. Nachdem Venezuela am 24. Juni von zwei schweren Erdbeben heimgesucht worden war, entsandte Israel humanitäre und technische Teams, um bei der Notfallhilfe, den Such- und Rettungsarbeiten sowie der Wiederaufbauplanung zu helfen. Rodríguez dankte der israelischen Delegation öffentlich und würdigte die jüdische Gemeinde Venezuelas, darunter Oberrabbiner Isaac Cohen, für ihre Hilfe bei der Herstellung des Kontakts.
From words to action.
Israel’s aid delegation is now on the ground in Venezuela, working together with local authorities to help communities affected by the earthquake. 🇮🇱🇻🇪 pic.twitter.com/2glp7uPSA3
— Israel Foreign Ministry (@IsraelMFA) July 5, 2026
Cohen überreichte Plasencia später einen Brief, in dem er die Regierung dazu aufforderte, die Beziehungen zu Israel wiederherzustellen. Der Außenminister erklärte, im Mittelpunkt des Treffens stünden die Bedürfnisse der jüdischen Gemeinde Venezuelas, und lobte deren historischen Beitrag für das Land.
Beide Regierungen betonen nun, dass die jüdische Gemeinde als wichtige Brücke der Freundschaft zwischen den Nationen diene. Sie vereinbarten zudem, die technische Zusammenarbeit im Zusammenhang mit dem Wiederaufbau nach dem Erdbeben fortzusetzen.
Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte die Hilfsmission bereits als mehr als nur humanitäre Arbeit dargestellt und erklärt, die israelischen Teams trügen zum „Wiederaufbau der Beziehungen“ bei, indem sie Venezuela das wahre Gesicht des jüdischen Staates zeigten.
Dieser Schritt ist Teil einer umfassenderen diplomatischen Wende in Lateinamerika, wo Israel bestrebt ist, Partnerschaften wieder aufzubauen, die durch anti-israelische Regierungen belastet oder zerrüttet wurden.
Ob Caracas den Schritt von der konsularischen Zusammenarbeit zu vollwertigen diplomatischen Beziehungen vollziehen wird, bleibt abzuwarten. Doch nach fast zwei Jahrzehnten der Feindseligkeit hat sich die Richtung eindeutig umgekehrt.




