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Guten Morgen Israel – Corona, na und?

Auch bei um die 2000 Neuinfizierungen am Tag war das Wochenende fast ganz normal

Guten Morgen Israel – Corona, na und?
Tomer Neuberg/Flash90

Boker Tov liebe Leser!

Ich begrüße Sie zu einer neuen Woche. Ja, das Wochenende ist schon wieder vorbei. Es ist wirklich erstaunlich, dass die Zeit ausgerechnet am Wochenende besonders schnell zu vergehen scheint. Vor einer Woche machten wir uns noch Sorgen darüber, ob unser ältester Sohn aus Tel Aviv zu uns nach Modiin kommen kann, oder ob eine neue Ausgangssperre an den Wochenenden dies verhindern wird. Doch nach dem ganzen Durcheinander und den chaotischen Verhältnissen, was die Entscheidungen unserer Regierung und des „Corona-Ausschusses“ betreffen, war die Möglichkeit einer Ausgangssperre an den Wochenenden in weite Ferne gerückt und dem Besuch unseres Sohnes mit einer Freundin und dem Hund „Apollo“ stand nichts im Wege.

So haben wir den Freitag und den Morgen des Schabbats gemeinsam verbracht. Gegen Mittag wollte unser Sohn dann wieder nach Tel Aviv fahren, um, Sie ahnen sicher schon warum, ja genau, um einen Parkplatz in der Nähe der Wohnung zu ergattern. Das ist ein Problem, dass auch in der Corona-Ära weiter aktuell und akut ist.

Vor Beginn des Schabbats gab es in den Nachrichtenportalen eine Meldung, über die ich mir ein Grinsen nicht verkneifen konnte. Sie lautete in etwa so:

„Die Einschränkungen zum Wochenende treten um 17 Uhr in Kraft. Strände und Schwimmbäder bleiben geöffnet, so auch sämtliche Parks und andere Attraktionen wie Zoos und Museen. Auch die Restaurants können weiter Gäste empfangen, den Anweisungen entsprechend. Einkaufszentren und Friseure werden geschlossen sein.“

Gut, die Einkaufszentren und Friseure mussten am Wochenende schließen, aber sonst? Alles fast normal würde ich sagen. So waren auch an diesem Wochenende die Parks und Strände überfüllt, so wie immer. Einschränkungen?

Gestern Abend gab es dann wieder Live-Übertragungen von den Demonstrationen gegen Netanjahu in Tel Aviv und besonders in Jerusalem, wo sich tausende Menschen jeden Dienstag, Donnerstag und Samstagabend treffen und gegen die momentane Lage protestieren. Der erste Eindruck, den man bekommen könnte, ist, dass diese Demos eine gute Gelegenheit sind, etwas rauszukommen, denn die Clubs und Bars sind nach wie vor geschlossen und eine Demonstration ist momentan die einzige Möglichkeit, sich mit mehr als 30 Menschen auf einmal zu treffen.

Die einzige Möhglichkeit, sich mit mehr als 30 Menschen zu treffen, gestern Abend in Jerusalem

Aber nein, ich will die Situation jetzt nicht kleinreden, die Lage ist wirklich ernst, fast eine Million Menschen sind ohne Arbeit und Einkommen und von den versprochenen Geldern, so wie die 750 Schekel für jeden Bürger, haben viele außer etwas Kleingeld, noch nichts gesehen. Ja, irgendetwas läuft hier schief.

Aber wir haben ja jetzt einen neuen sogenannten „Corona-Befehlshaber“, der die Krise leiten soll. Seine Benennung war wieder ein Beispiel dafür, wie mit dieser ganzen Krise bei uns umgegangen wird, chaotisch. Bis heute weiß eigentlich niemand, was für Befugnisse er bekommen wird, oder ob er die Krise jetzt wirklich leiten soll oder nur nach Anweisungen “von oben” handeln wird.

Jeden Tag infizieren sich fast 2000 weitere Menschen mit dem Virus. Es wird wohl noch recht lange dauern, bis wir wieder ins wirkliche normale Leben zurückkehren können.

Die neue Woche wird heiß werden, in jeder Hinsicht. Immerhin wissen wir, mit der erwarteten Hitzewelle klarzukommen, dafür haben wir eine Klimaanlage, ein Knopfdruck genügt und das Problem ist beseitigt. Schade, dass es gegen Corona noch keinen Knopf gibt, den man drücken kann.

 

Das Wetter für heute in Israel

Die Woche beginnt mit einer Hitzewelle. Besonders im Landesinneren und in den Bergen Wird es sehr heiß und trocken werden, an der Küste schwül. Für heute werden folgende Höchsttemperaturen erwartet: Jerusalem 35 Grad, Tel Aviv 31 Grad, Haifa 27 Grad, Tiberias am See Genezareth 39 Grad, am Toten Meer 41 Grad, Beersheva 36 Grad, Eilat am Roten Meer 42 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist am Wochenende um dreieinhalb Zentimeter gesunken und liegt jetzt bei – 209.34 m unter dem Meeresspiegel, es fehlen 54 Zentimeter bis zur oberen Grenze!

Am Strand von Tel Aviv, gestern

 

Im Namen der gesamten Redaktion von Israel Heute wünsche ich Ihnen einen angenehmen Sonntag, machen Sie das beste daraus und bleiben Sie gesund.

 

Schalom aus Modiin!