Guten Morgen Israel – Am siebten Tag sollst Du ruhen, oder?

Bei uns in Modiin stören sich einige Bürger daran, wenn Geschäfte am Schabbat geschlossen haben. Sie selber ruhen jedoch an diesem Tag.

Modiin
Dov Eilon

Boker Tov liebe Leser!

Und wieder beginnt eine neue Woche, das Wochenende ist viel zu schnell vergangen. Schon haben wir Sonntag, eine neue Woche hat begonnen. Ich muss zugeben, dass ich am Sonntag immer ein wenig neidisch auf Sie bin, dass sie am Sonntag ruhen können. Auch wenn ich schon seit über 31 Jahren hier in Israel lebe, ist mir der freie Sonntag noch sehr gut in Erinnerung. Aber wir haben ja unseren Ruhetag, den Schabbat. Unser Wochenende beginnt eben einen Tag früher als bei Ihnen.

Doch nicht alle ruhen am Schabbat. Besonders bei uns in Modiin gibt es mehrere Geschäfte, die auch am Schabbat geöffnet haben. Als ich einmal nicht genug Milch für das Wochenende gekauft hatte, fand auch ich es sehr praktisch, am Schabbat mal eben schnell zu einem Geschäft zu fahren, das geöffnet hatte. Es war ein relativ neues Geschäft in einem anderen Stadtviertel. Nach seiner Eröffnung hatte es viel Werbung für dieses Geschäft gegeben, endlich konnte man auch am Schabbat noch schnell etwas besorgen, ohne bis zum „Jischpro-Einkaufszentrum“ zu fahren, das einige Kilometer vor der Stadt liegt.

Ein großer Teil der Bürger von Modiin ist begeistert, wenn es Geschäfte und Restaurants gibt, die am Schabbat geöffnet haben. Gestern las ich ein paar Posts in einer Facebookgruppe der Stadt Modiin. Jede Stadt hat heute wohl mindestens eine Seite, wo sich die Bürger über alles mögliche in ihrer Stadt austauschen und beschweren können. Dabei fiel mir ein Post besonders auf. Dort wurde berichtet, dass das von mir erwähnte Geschäft ab heute nur noch sechs Tage in der Woche geöffnet hat und nun auch das Koscher-Zertifikat des örtlichen Rabbinats besitzt. Viele Modiiner reagierten fast entsetzt darauf. Der Ladenbesitzer habe sich wohl dem religiösen Zwang unterworfen. Nein, das dürfe in Modiin nicht passieren. Es wurde sogar aufgerufen, nur Geschäfte zu unterstützen, die am Schabbat offen sind.

Ich musste schmunzeln. Denn es gab da einen Post des Ladeninhabers, wo er erzählte, dass er sich entschlossen habe, sich mehr Zeit für seine Familie zu nehmen. Denn er habe ein weiteres Geschäft übernommen und er brauche jetzt den Schabbat, um neue Kräfte zu sammeln mit seiner Familie zu sein, er ist Vater von fünf Kindern.

Die gewissen Menschen, die sich daran stören, dass der Ladeninhaber jetzt nicht mehr am Schabbat arbeiten möchte, saßen gestern am Schabbat in Ruhe zu Hause bei ihren Familien. Sie ruhten am Schabbat, verlangten aber gleichzeitig von anderen, am Schabbat für sie zu arbeiten. Irgendetwas ist da nicht in Ordnung, denke ich.

Auch ich liebe die Ruhe des Schabbats und ich bin bereit, den Schabbat auch einmal ohne Milch zu verbringen. Denn am Abend kann ich ja schon wieder einkaufen gehen.

 

Und jetzt noch das Wetter für heute in Israel:

Teils heiter, teils wolkig mit einem leichten Anstieg der Temperaturen. Im Norden und Yentrum des Landes kann es yu keichten Regenschauern kommen. Für heute werden folgende Höchsttemperaturen erwartet: Jerusalem 12 Grad, Tel Aviv 17 Grad, Haifa 15 Grad, Tiberias am See Genezareth 18 Grad, am Toten Meer 19 Grad, Beersheva 16 Grad, Eilat am Roten Meer 22 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist am Wochenende um weitere sechs Zentimeter gestiegen und liegt jetzt bei –210.24 m unter dem Meeresspiegel.

Und nun wünsche ich Ihnen zusammen mit meinen Kollegen von Israel Heute noch einen angenehmen sonntäglichen Ruhetag und eine gute neue Woche. Machen Sie es gut.

 

Schalom aus Jerusalem!

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