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Geld und orthodoxe Juden verärgert viele im Land

„Ich kann mit diesen Menschen nicht zusammenleben, sowie sie mit mir nicht leben können.“

Israelis nehmen am 17. Mai 2023 in Bnei Brak an einem Protestmarsch gegen die Milliardenbeträge teil, die im Staatshaushalt für ultraorthodoxe Parteien vorgesehen sind. Foto von Omer Fichman/Flash90
Israelis nehmen am 17. Mai 2023 in Bnei Brak an einem Protestmarsch gegen die Milliardenbeträge teil, die im Staatshaushalt für ultraorthodoxe Parteien vorgesehen sind. Foto von Omer Fichman/Flash90

200 Ökonomen und Wirtschaftswissenschaftler warnen: Die Verteilung der Koalitionsgelder wird Israel zu einem rückständigen Land machen. Zu den Unterzeichnern des Briefes gehören der ehemalige Generaldirektor des Finanzministeriums, Avi Ben Best und der ehemalige Leiter der Haushaltsabteilung, Udi Nissan. Sie warnen, dass „die Regierung Maßnahmen wählt, die das Problem verschärft und die Zukunft der israelischen Wirtschaft verschlechtern wird. Wir werden zur dritten Welt.“ Sie forderten die Regierung auf, „zur Besinnung zu kommen und die Zuweisung der Koalitionsfinanzen an die orthodoxen Koalitionspartner zu überdenken, die jetzt für kurzfristige politische Zweck bereitgestellt werden“.

„Der beispiellose Anstieg von Geldüberweisungen an inoffizielle ultraorthodoxe Bildungseinrichtungen ohne die Bedingung einer obligatorischen Aufsicht und eines vollständigen Kernstudiums sowie die Erhöhung der finanziellen Unterstützung für Jeschiwa-Schüler ist für ihre eigene Zukunft eine Gefahr. Auch die Gewährung von Lebensmittel-Coupons  über privaten Kanäle außerhalb des normalen Sozialsystems, ohne einen Beschäftigungstest zu bestehen, wird ultraorthodoxen Kindern die Möglichkeit nehmen, grundlegende Fähigkeiten zu erwerben, die für ihre Integration als Hochschulabsolventen in den Arbeitsmarkt in einer fortgeschrittenen Wirtschaft erforderlich sind. Dies verringert den Anreiz für ultraorthodoxe Juden sich in diesen Markt zu integrieren.“

Demonstranten streiten mit ultraorthodoxen Juden während eines Protestmarsches in Bnei Brak. Foto von Flash90
Demonstranten streiten mit ultraorthodoxen Juden während eines Protestmarsches in Bnei Brak. Foto von Flash90

„Die derzeit im Rahmen der Koalitionsverträge getroffenen Entscheidungen der Regierung erhöhen die Arbeitsersatzzulagen und stellen einen weiteren erheblichen negativen Beschäftigungsanreiz dar“, betonen Finanzexperten. Die Milliarden-Finanzierung ultraorthodoxer Bildung, der Jeschiwa-Schulen für nicht arbeitende Männer und für Lebensmittel-Coupons signalisiert, dass ultraorthodoxen Familien unter dieser Regierung ein Vorrang eingeräumt wird.

Natürlich verärgert dies die säkulare Bevölkerung in Israel, die darin ein unfaires Ausnutzen der Steuerbezahler sieht. Die orthodoxen Parteien sollen nun über 13 Mrd. Schekel von der nationalreligiösen Regierung für ihr Jeschiwa- und Religionssystem erhalten. „Die orthodoxen Juden wollen nur Geld, Geld und Geld. Das war schon immer so“, sagte in den letzten Tagen der ehemalige Knessetabgeordnete Daniel Ben Simon. „Ich kann mit diesen Menschen nicht zusammenleben, sowie sie mit mir nicht leben können.“ Noch mehr verärgerte die israelische Fernsehmoderatorin Galit Gutmann die orthodoxen Juden, als sie am Wochenende in ihrem Programm im Fernsehkanal 12 sagte: „Die orthodoxen Juden sind Blutsauger. Sie haben jeden Scham verloren diese Menschen. Genug ist genug. Man muss die Wahrheit sagen, wie sie ist“. Natürlich musste sie sich sofort dafür entschuldigen, denn ihr wurde Antisemitismus vorgeworfen. Aber so denken viele Menschen in Israel, denn in diesen Tagen sehen sie die Gefahr, dass die Koalition die Staatskasse für ihre orthodoxen Verbündeten leert. Aber die orthodoxen Juden sehen das anders und sie sagen, dass die Tora und der Gott Israel mächtiger ist als alles andere.

Gottesvertrauen ist eine große Tugend. Aber müssen die Säkularen die Kosten dafür tragen? Foto von Noam Revkin Fenton/Flash90
Gottesvertrauen ist eine große Tugend. Aber müssen die Säkularen die Kosten dafür tragen? Foto von Noam Revkin Fenton/Flash90

Dementsprechend behaupten die leitenden Ökonomen, die den öffentlichen Brief unterzeichnet haben: „Bereits heute wird fast ein Viertel der Kinder unter dem Schulalter in ultraorthodoxen Familien geboren, und diese Rate wird sich voraussichtlich bis 2050 verdoppeln.“ Unter den israelischen Ökonomen herrscht Einigkeit darüber, dass die Fähigkeit dieser Kinder, sich in Zukunft in den Arbeitsmarkt zu integrieren, einen angemessenen Lebensunterhalt zu verdienen und Steuern zu zahlen, sehr schwierig sein wird. Die Forschung zeigt deutlich, dass Kinder, die Kernfächer nicht in vollem Umfang studieren, große Schwierigkeiten haben, diese als Erwachsene zu bewältigen.“ Israels Zukunft und Wirtschaft hängt davon mit ab.

Um die Integration orthodoxer Juden in den Arbeitsmarkt zu ermöglichen, müssen Kinder und Erwachsene eine Ausbildung erhalten, die dies ermöglicht. Es gäbe Anreize, dies zu tun. Leider befasst sich die israelische Regierung nicht nur nicht mit diesem schmerzhaften Problem, sondern wählt auch Maßnahmen, die das Problem verschärfen und die Zukunft der israelischen Wirtschaft verschlechtern.

Im orthodoxen Viertel Meah Shearim in Jerusalem scheint die Zeit stehengeblieben zu sein. Foto von Olivier Fitoussi/Flash90
Im orthodoxen Viertel Meah Shearim in Jerusalem scheint die Zeit stehengeblieben zu sein. Foto von Olivier Fitoussi/Flash90

Die Armutsrate unter der ultraorthodoxen Bevölkerung steigt. Aber es wird nicht nur die ultraorthodoxe Bevölkerung geschädigt. Wenn ein erheblicher Teil der israelischen Kinder keine grundlegenden Fähigkeiten erwirbt, ist es offensichtlich, dass der Staat Israel nicht in der Lage sein wird, weiterhin das Vertrauen der entwickelten Volkswirtschaften der Welt zu genießen. Israels Finanzministerium befürchtet, dass Israels Wirtschaft bis 2060 aufgrund des Anstiegs der orthodoxen Bevölkerung fast 6,7 Mrd. Schekel verlieren wird, auch durch die Integration dieser Bevölkerung in Israels modernen Arbeitsmarkt. „Die wirtschaftlichen Kosten des „Sozialismus“ werden sich nicht nur im Verlust des BIP manifestieren, sondern auch darin, dass die Wirtschaft Schwierigkeiten haben wird, den Einwohnern Israels Gesundheitsdienste, Bildung, Transport und Sozialhilfe zu bieten und das Niveau einer fortgeschrittenen Wirtschaft erreichen“, heißt es in dem Brief der Wirtschaftswissenschaftler.

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Patrick Callahan

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Ein Kommentar zu “Geld und orthodoxe Juden verärgert viele im Land”

  1. marie.luise.notar sagt:

    2 Thess.3..10 Denn als wir bei euch waren, geboten wir euch dies: Wenn jemand nicht arbeiten will, soll er auch nicht essen.
    1Mo 3:19 Im Schweiße deines Angesichtes sollst du dein Brot essen……. 

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