Flaggenkampf auf dem Campus

PLO Flaggen auf dem Campus der Universität Tel Aviv – Gilt die Flagge des Staates Israels als Provokation?

Flaggentanz auf dem Campus der Tel Aviver Universität. Foto: Tomer Neuberg/Flash90

Gestern wurde von den Arabern Israels, Judäa und Samaria der sogenannte „Nakba Tag“ begangen, der an die „Katastrophe“ der Gründung Israels und der Vertreibung von 700.000 „Palästinensern“ aus dem Gebiet des ehemaligen britischen Mandatsgebiets erinnern soll.

Auch die arabischen Studenten der Universität Tel Aviv begangen gestern den „Nakba Tag“, auf dem Campus der Universität, wo es zu einem regelrechten Kampf zwischen der Flagge der PLO und der israelischen Flagge kam.

War es vor den Osloer Verträgen noch verboten, in Israel die PLO Flagge zu schwingen, ist dies heute problemlos möglich, auch auf dem Campus der Tel Aviver Universität. So kam es gestern, wie schon in den Jahren zuvor, zu den Bildern aus Tel Aviv, die auf den ersten Blick mit Bildern aus Ramallah verwechselt werden konnten.

Den arabischen Studenten der Universität, die mit der PLO Flagge schwenkend gegen den Staat Israel protestierten, der es ihnen unter andere ermöglicht, an der Universität zu studieren, so wie es jedem Bürger Israels möglich ist, standen auf der anderen Seite Aktivisten der rechten Organisation „Im Tirzu“ gegenüber, die ihrerseits mit israelischen Flaggen schwenkten.

Nein, das Bild stammt nicht aus Ramallah, sondern vom Herzen des Staates Israel, vom Campus der Universität Tel Aviv. Bild: Tomer Neuberg/Flash90

Dann kam es irgendwann zu einer skurrilen Szene, als sich eine israelische Frau mit einer großen israelischen Flagge den demonstrierenden arabischen Studenten gegenüberstellte und mit der Flagge tanzte.

Eine arabische Studentin gesellte sich zu ihr und es kam zu einem gemeinsamen Tanz der Flaggen. Zunächst verlief alles ruhig und mit einem Lächeln auf beiden Seiten. Aber irgendwann schien es einem anderen arabischen Teilnehmer der Demonstration zu bunt zu werden und er näherte sich der mit der Flagge tanzenden Israelin und forderte sie auf, sich zu entfernen. Er versuchte seine Forderung auch physisch durchzusetzen und versuchte, der Frau die Flagge zu entreißen, was ihm allerdings nicht gelang.

Zu diesem Zeitpunkt begannen die israelischen Sicherheitskräfte einzugreifen und baten die Israelin darum, sich zu entfernen, um eine Eskalation zu vermeiden. Daraufhin ging die Frau auf die andere Seite und gesellte sich zu den anderen mit der israelischen Flagge schwenkenden pro-israelischen Demonstranten.

Gegenüber fand eine pro-israelische Demonstration mit israelischen Flaggen statt. Bild: Tomer Neuberg/Flash90

Heute früh wurde die israelische Frau zu einem Interview im israelischen Frühstücksfernsehen eingeladen, wo sie von ihrem Erlebnis erzählte. Die 45 Jahre alte Frau wohnt gegenüber der Universität und als sie die Demonstration der arabischen Studenten mit den Flaggen der PLO sah, entschloss sie sich kurzfristig, mit einer israelischen Flagge zum Campus zu gehen.

Ein Mitglied des Panels des Morgenprogramms kritisierte die Aktion der Frau und bezeichnete sie als Provokation. Die Frau erwiderte, dass es nicht sein könnte, dass eine israelische Flagge in Tel Aviv, im Herzen des Staates Israel, als Provokation angesehen werde.

Die Demonstration mit den Flaggen der PLO wurde übrigens nicht kritisiert.

Bei der Demonstration in Tel Aviv wurden 3 pro-arabische Demonstranten wegen Angriffs auf einen Beamten und Ruhestörung während der Kundgebung festgenommen. Zwei pro-israelische sollen von den arabischen Demonstranten angegriffen worden sein.

Wir befinden uns in einer komplizierten Zeit. Es scheint, als ginge es Israel als Erstes darum, die Ruhe zu bewahren. Wir wollen unsere Gegner um jeden Preis ruhig halten, bloß keine Auseinandersetzung. Haben wir uns von den Drohungen der Hamas aus dem Gazastreifen einschüchtern lassen?

In den Abendnachrichten wurde gestern von einem außergewöhnlichen Fall berichtet. Ein Mitarbeiter des öffentlichen Senders KAN wurde von einem arabischen Kollegen körperlich angegriffen, nachdem er eine israelische Flagge an seinem Arbeitsplatz aufgestellt hatte. Der Angreifer wurde natürlich sofort entlassen.

Dieser Vorfall zeigt eine unangenehme Realität. Der Hass auf Israel scheint leider auch in einigen arabischen Mitbürgern zu stecken, die völlig gleichberechtigt als Bürger des Staates Israels mit uns zusammen leben.

Sicher ist, wir dürfen uns nicht schämen und sollten keine Angst haben, unsere israelische Flagge zu zeigen. Wenn das nicht möglich ist, dann haben wir ein sehr großes Problem.

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