Christlich-israelisch-arabischer Botschafter: Darum geht es beim Nakba-Tag wirklich

Während viele Araber die Wiedergeburt des jüdischen Staates als “Katastrophe” betrachten, sagt der israelisch-christliche Botschafter, dass sie sich irren

Christlich-israelisch-arabischer Botschafter: Darum geht es beim Nakba-Tag wirklich
Majdi Fathi/TPS

George Deek, Israels Botschafter in Aserbaidschan, engagiert sich auf Twitter, um einer in den sozialen Medien gestarteten anti-israelischen Kampagne entgegenzuwirken und zu klären, worum es beim Nakba-Tag wirklich geht. Er ist der erste christlich-arabische Botschafter, der vom jüdischen Staat ernannt ausgesandt worden ist.

Am Nakba-Tag, der am 15. Mai begangen wurde, betrauern die Araber die Gründung des Staates Israel im Jahr 1948.

Die US-Kongressabgeordnete Rashida Tlaib twitterte am Freitag, dass „Palästinenser auf der ganzen Welt der Nakba gedenken, arabisch für „Katastrophe“, in Anerkennung der ethnischen Säuberung des einheimischen Palästina“.

Sie behauptet, dass circa „530 palästinensische Ortschaften entwurzelt und zerstört worden sind und etwa 750.000 Palästinenser zu Flüchtlingen wurden“.

Deek reagierte auf Tlaibs Tweet und merkte an, dass „wie andere palästinensische Familien auch meine unter den tragischen Folgen des Krieges von ’48 litt“. Sein Großvater floh während des Unabhängigkeitskrieges in den Libanon, kehrte dann aber nach Israel zurück.

Deek betonte jedoch, dass „die humanitäre Katastrophe nicht das ist, woran man am Nakba-Tag gedenkt“. Der Nakba-Tag wurde nicht an Tagen begangen, an denen sich augenscheinlich humanitäre Tragödien ereigneten, wie am 9. April, als sich der Vorfall in Dir Yassin ereignete.

„Der Nakba-Tag wurde auf den 15. Mai festgelegt, einen Tag nach der Unabhängigkeit Israels. Es geht also nicht um die Vertreibung oder das Exil, sondern um die Gründung Israels. Diejenigen, die den Nakba-Tag begehen, sind weniger betrübt über die humanitäre Tragödie der Palästinenser als vielmehr über die Wiederbelebung des jüdischen Staates“, sagte er.

Der Nakba-Tag, normalerweise ein Tag mit gewalttätigen Zwischenfällen und Protesten, verging dieses Jahr ohne nennenswerte Zwischenfälle und wurde vor allem im digitalen Bereich begangen. Mehrere anti-israelische Organisationen starteten dazu die #KeyToJustice-Kampagne auf Twitter, in der sie Menschen aus aller Welt aufforderten, sich mit einem Schlüssel zu posieren und die Rückkehr aller Flüchtlinge nach Israel zu fordern. Dabei symbolisieren die Schlüssel jene zu den Häusern der Flüchtlinge „im besetzten Palästina“.

Pro-Israel-Aktivitäten starteten die #KeyToPeace-Gegenkampagne, in der Organisationen und Meinungsbildner in den USA, den Niederlanden, Australien, Israel und Großbritannien Status und Bilder zur Unterstützung Israels und des Friedens austauschten.

„Statt der typischen Gewalt und des Hasses gegen Israel am „Nakba Day“ wollen wir etwas Konstruktiveres versuchen, um Frieden und Harmonie zwischen Israelis und Palästinensern zu erreichen #NakbaDay #KeyToJustice“, twitterte die Maccabee Task Force.