Es war ein Abend, eine Nacht, die weit über Musik hinausging. Beim Eurovision Song Contest 2025 in Basel sang sich die israelische Sängerin Yuval Raphael mit ihrer Ballade „New Day Will Rise“ in die Herzen der Zuschauer – und landete auf Platz zwei. Noch bemerkenswerter als der künstlerische Erfolg war jedoch das politische Signal, das von diesem Ergebnis ausging: Die Zuschauer in ganz Europa gaben Israel die meisten Punkte im Publikumsvoting – ganze 297 Zähler, mehr als jedes andere Land. In einer Zeit, in der Regierungen sich öffentlich von Israel distanzieren, hat Europas Bevölkerung gesprochen – und zwar anders, als viele erwartet hätten.
„Thank you, Europe. Am Yisrael Chai!“, rief Yuval am Ende ihres Auftritts – „Das Volk Israel lebt!“ Mit bewegender Stimme, klarem Blick und aufrechter Haltung trotzte sie nicht nur dem Druck des Wettbewerbs, sondern auch dem spürbaren Hass, der ihr bei den Proben entgegenschlug. Immer wieder kam es zu Buhrufen, palästinensischen Flaggen im Saal – doch Yuval ließ sich nicht beirren.
Dabei war es erst ihr zweiter großer Auftritt überhaupt – ein Detail, das Yoav Tzafir, der Leiter der israelischen Delegation, besonders betonte: „Yuval ist eine Königin. Ein seltener Fall – jemand, der vor sechs Monaten noch nie auf der Bühne stand und jetzt singt wie eine Weltklassekünstlerin.“
Ein Abend zwischen Basel und dem Schutzraum
Wie jedes Jahr hatten wir als Familie auch diesmal alles für die ESC-Nacht vorbereitet. Snacks, Getränke, gemütliches Beisammensitzen – es gehört zur Tradition. Ja, ich gebe es zu: Wir lieben den ESC. Vielleicht hat dieser Wettbewerb für ein kleines Land wie Israel eine ganz besondere Bedeutung. Israel möchte Teil der internationalen Gemeinschaft sein, möchte anerkannt werden. Doch noch immer kämpft dieses Land – nicht nur militärisch, sondern auch symbolisch – um seine Unabhängigkeit, seine Legitimität. Und so wird auch ein Musikwettbewerb, so nebensächlich er manchen erscheinen mag, für uns zur Bühne. Eine Gelegenheit, sich zu zeigen – und gesehen zu werden.
Doch in Israel ist derzeit nichts wirklich planbar. Am Ende, als der Sieger gekürt wurde, heulten bei uns die Sirenen. Eine Rakete war aus dem Jemen abgeschossen worden. Die Huthis – in ihrer zynischen Logik – hatten den Zeitpunkt der größten öffentlichen Aufmerksamkeit gewählt. Wir verbrachten das Ende der Show in unserem Schutzraum. Doch die Huthis schafften es nicht, unsere Freude über das tolle Ergebnis zu beeinträchtigen.

Was Europas Bürger wirklich über Israel denken
In den sozialen Netzwerken wirkt es oft, als sei Israel in Europa komplett isoliert. Bilder von Demonstrationen, empörten Hashtags, Boykottforderungen dominieren den digitalen Raum. Doch das reale Europa sieht anders aus – zumindest dann, wenn Millionen Menschen aus allen Ländern sich frei entscheiden dürfen. Der ESC ist ein solches Ventil. Und das Publikum entschied sich deutlich: Israel erhielt aus Ländern wie Norwegen, Finnland und sogar Irland viele Punkte. Irland vergab sieben Zähler – ausgerechnet jenes Land, dessen Regierung Israel kürzlich des Völkermords beschuldigt hatte.
So hat das deutsche Publikum entschieden:
Die Punkte des deutschen Televotings:
12 – Israel
10 – Griechenland
8 – Albanien
7 – Polen
6 – Österreich
5 – Schweden
4 – Estland
3 – Ukraine
2 – Italien
1 – Island#Eurovision #ESChttps://t.co/wnodrvPHxI— ESC Deutschland (@eurovisionde) May 18, 2025
Die Fachjurys waren zurückhaltender – insgesamt 60 Punkte erhielt Israel von ihnen, unter anderem 12 aus Aserbaidschan, 7 aus Frankreich und auch aus Irland, 6 aus Kroatien sowie kleinere Wertungen aus Deutschland, Dänemark, der Ukraine, Zypern und weiteren. Doch das Publikumsvotum war ein Erdrutsch – und vielleicht das ehrlichste Zeichen dieser Nacht.
Der ESC zeigt, was Europa wirklich bewegt
Der ESC war nie rein unpolitisch. Gerade in Krisenzeiten wird der Wettbewerb zur Projektionsfläche für Haltungen, Ängste, Hoffnungen – und für das, was die Menschen wirklich denken. 2025 offenbarte sich ein Europa, das nicht bereit ist, sich von vereinfachten Narrativen leiten zu lassen. Die Botschaft: Auch wenn unsere Regierungen lautstark urteilen – wir denken selbst.
Yuval Raphaels Lied war keine politische Rede. Es war ein stiller Ruf nach Licht in dunkler Zeit. Doch wer genau hinhörte, konnte zwischen den Zeilen erkennen, was viele in Europa bewegt: die Sehnsucht nach Dialog, Menschlichkeit – und Gerechtigkeit auch für Israel.

Fazit
„Europa hat entschieden“ – nicht mit Resolutionen oder diplomatischen Noten, sondern mit Herzen und Stimmen. Die Publikumsabstimmung beim Eurovision Song Contest 2025 ist ein eindrucksvolles Zeugnis dafür, dass die Realität vielschichtiger ist, als es der Lärm in den sozialen Netzwerken vermuten lässt. Und dass Israels Stimme – musikalisch wie menschlich – in Europa weiterhin gehört wird.





Dieser zweite Platz wird noch eindrucksvoller, wenn man bedenkt, dass man heute als normaler binärer Mensch schon fast keine Chancen mehr hat zu gewinnen. Das hat letztes Jahr Nemo vorgeturnt, der rechtzeitig auf den Zug aufgesprungen ist und sich – Marketing versteht er, Geschäftssinn hat er – zum Non-Binären erklärt hat, nachdem er es kurz zuvor seine Freundin wissen liess. In seltener Überschätzung und Arroganz hat er mit der Brechstange den ESC zum politischen Event hochstilisieren und Yuval den Auftritt verbieten lassen wollen. Das ist ihm glücklicherweise nicht gelungen, im Gegenteil, die Reihen haben sich hinter Yuval geschlossen, während sein Beitrag (ausserhalb des eigentlichen Wettbewerbs) denkbar schlecht performte (1. Mose 12.3).