Eis und Politik

Von Zeit zu Zeit passiert es, dass internationale Marken dem Druck der Israelgegner nicht standhalten und dann armselige Entscheidungen treffen. Diesmal geht es um die in Israel beliebteste Eismarke.

Ein heißer Tag in Tel Aviv Foto: Miriam Alster/Flash90

Guten Morgen liebe Leser!

Seit einigen Tagen läuft unsere Klimaanlage fast pausenlos. Es ist heiß, sogar sehr heiß. Und wenn es bei uns im Land so richtig heiß ist, dann ist es hier bei uns in Modiin immer noch etwas heißer. Zum Glück ist die Luftfeuchtigkeit hier nicht so hoch wie in Tel Aviv, sodass man die Hitze noch irgendwie überleben kann. Als ich gestern in unserer Redaktion in Jerusalem war, habe ich auf meinen sonst üblichen Spaziergang in der Stadt verzichtet und lieber die angenehme Kühle der hervorragenden Klimaanlage in unserem Büro genossen.

Aber es gibt noch ein sehr beliebtes Mittel, gegen die Hitze vorzugehen, ein leckeres Eis! Wir haben im Sommer immer ein paar Eissorten im Gefrierfach. Neben allen möglichen Sorten von Eis am Stil leisten wir uns ab und zu auch mal ein paar Eisbecher von Ben & Jerry’s. Es ist etwas teurer als anderes Eis, aber dennoch die beliebteste Eismarke hier in Israel. Wir sind bereit, für gute Produkte etwas mehr zu bezahlen, und Ben & Jerry’s gehört absolut dazu. Bis gestern jedenfalls.

Bis gestern unser beliebtestes Eis

Wie sie hier bei uns lesen konnten, hat Ben & Jerry’s beschlossen, kein Eis mehr an Israelis zu verkaufen, die in Judäa und Samaria wohnen, die von dem Unternehmen als „palästinensische besetzte Gebiete“ bezeichnet werden. „Wow“, war meine erste Reaktion, als ich davon hörte. Mein nächster Gedanke war dann, das diese armselige Entscheidung ein Eigentor für die Eismarke werden könnte.

Denn vor ein paar Jahren hatten wir hier eine ähnliche Geschichte. Alle Jahre scheint es zu passieren, dass ein internationales Unternehmen dem Druck der PDS-Bewegung, der Israelgegner, nicht mehr standhält. Vor etwa zwei Jahren war es der Ferienwohnungsvermittler Airbnb, der erklärte, keine Wohnungen und Häuser zu vermitteln, die sich in Judäa und Samaria befinden. Es ging dabei allerdings nur um Wohnungen jüdischer Eigentümer. Wie auch jetzt bei Ben & Jerry’s löste diese Entscheidung in Israel eine Welle der Entrüstung aus und es dauerte nicht lange bis das Unternehmen einen Rückzieher machte. Wir es nun auch mit Ben & Jerry’s so sein?

Als gestern bei uns die ersten Aufrufe laut wurden, ab sofort kein Eis von Ben & Jerry’s mehr zu kaufen, meldete sich der lokale Hersteller und Vertreiber der beliebten Eismarke zu Wort und erklärte, dass er auch weiterhin das Eis überall verkaufen werde und der Forderung, den Verkauf in Judäa und Samaria einzustellen, nicht Folge leisten werde. Der Vertrag mit dem lokalen Hersteller läuft erst in anderthalb Jahren aus. Solange können und sollten wir das Eis von Ben & Jerry’s also noch genießen. Sonst wäre die Zukunft der 160 Angestellten der israelischen Firma in Gefahr. Und das haben sie nicht verdient, im Gegenteil. Und wer weiß, vielleicht gehört der Boykott von der internationalen Leitung von Ben & Jerry’s dann schon längst der Vergangenheit an. Politik hat im Eis nichts zu suchen. Und jetzt das Wetter.

Das Wetter für heute in Israel

Heute sollen die Temperaturen endlich wider etwas nach unten gehen, heiß wird es aber dennoch bleiben.  Für heute werden folgende Höchsttemperaturen erwartet: Jerusalem 32 Grad, Tel Aviv 31 Grad, Haifa 29 Grad, Tiberias am See Genezareth 38 Grad, am Toten Meer 39 Grad, Beersheva 36 Grad, Eilat am Roten Meer 42 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist seit Freitag um weitere drei Zentimeter gesunken und liegt bei – 209,725 m unter dem Meeresspiegel. Es fehlen 92,5 Zentimeter bis zur oberen Grenze.

Im Namen der gesamten Redaktion von Israel Heute wünsche ich Ihnen einen wunderbaren Dienstag und hoffe, dass es Ihnen gut geht, besonders in den von der Flutkatastrophe betroffenen Regionen. Wir denken an Sie.

 

Schalom aus Modiin!