Israel Heute Morgen

Wir haben Winter, er ist tatsächlich da. Wie es sich gehört. Damit meine ich natürlich den israelischen Winter. Ein paar Worte über ein Gespräch im Radio mit einem Landwirt über den Regen und die Hoffnung auf einen vollen See Genezareth und über ein Radio-Programm, das ich freitags besonders gerne höre.

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Guten Morgen liebe Leser!

Wir haben Winter, er ist tatsächlich da. Wie es sich gehört. Damit meine ich natürlich den israelischen Winter. Winter in Israel bedeutet Regen. Und den hat es seit gestern gegeben, wie wir es uns gewünscht haben. Am Abend gab es hier in Modiin noch einmal eine richtige „Dusche“. Wenn es in Modiin regnet, dann meistens sehr heftig, wolkenbruchartig. Wirklich wahnsinnig stark. Als ich gestern noch mit dem Auto unterwegs war, schafften es die Scheibenwischer kaum, gegen die Wassermassen anzukommen, ich fuhr im Schritttempo. Zum Glück befindet sich unser Parkplatz unter dem Haus, sodass ich völlig trocken geblieben war.

Jetzt hat sich das Wetter etwas beruhigt, es sind bereits einige blaue Stellen am Himmel zu erkennen. Aber in der Nacht sind fast im ganzen Land recht anständige Mengen an Regen gefallen. Im Radio wurde heute früh mit einem Landwirt gesprochen. Er wurde gefragt, ob er mit dem Regen, der nun endlich in großen Mengen fällt, zufrieden sei. Natürlich sei er das, war seine erste Antwort. Allerdings hätte er sich gerne eine kleine Pause gewünscht, denn das Getreide, das er anpflanze, bräuchte auch ein paar Sonnenstrahlen. Auch würde zu starker Regen den Dünger wegspülen. Aber insgesamt sei er sehr glücklich, denn Israel habe den Regen bitter nötig. Danach erwähnte er die grandiosen Pläne des Staates, durch Meerwasserentsalzung dem See Genezareth Wasser zu bringen, damit er schnell wieder auf seinen normalen Stand käme. Es sei viel versprochen, aber am Ende doch recht wenig dabei herausgekommen. Auch jetzt sei die Situation des Genezareth Sees sehr kritisch.

Er hat recht. Es gibt diesen Plan, dem See durch eine Leitung mehr Wasser zu geben. Aber diese ganzen großartigen Pläne brauchen dann leider immer viel mehr Zeit, als ursprünglich geplant. Daher sollten wir uns über jeden starken Regenfall freuen, auch wenn der Landwirt sein Feld dann doch noch einmal düngen muss.

Der Hermon ist mittlerweile weiß gefärbt, dort sind bis jetzt um die 10 Zentimeter Schnee gefallen. Ein Anfang.

Und hier ist das Wetter für heute in Israel:

Teils bewölkt bis bewölkt mit einem leichten Anstieg der Temperaturen, besonders in den Bergen und im Landesinneren. Bis zum Nachmittag Möglicheit zu leichten Regenschauern. Folgende Höchsttemperaturen werden erwartet: Jerusalem 13 Grad, Tel Aviv 18 Grad, Haifa 17 Grad, Tiberias am See Genezareth 19 Grad, am Toten Meer 21 Grad, Beersheva 18 Grad, Eilat am Roten Meer 21 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist um anderthalb Zentimeter gestiegen und liegt jetzt bei -214.58 m unter dem Meeresspiegel.

Und nun haben wir wieder Freitag. Wegen des Regens werden wir das Wochenende wohl mehr in der Wohnung verbringen und dabei dem Geräusch der Regentropfen lauschen. Mein Sohn sagte mir heute früh, als ich ihn zur Schule fuhr, dass er diese “winterliche” Atmosphäre sehr gerne hat. Es sei schön zu Hause zu sein, während es draußen stürmt und regnet. Ich kann ihm da nur zustimmen.

Ich höre freitags immer sehr gerne ein bestimmtes Radioprogramm des neuen israelischen Rundfunks, dem Nachfolger meines früheren Arbeitsplatzes. Die Studios befinden sich sogar hier in Modiin, was mich immer wieder amüsiert. Jetzt, wo ich nicht mehr am Rundfunk bin, befindet er sich hier in “meiner” Stadt.

Zurück zum Radioprogramm. Es heißt “Emily und der Professor”, Emily Amrussi ist eine Schriftstellerin und Journalistin, die früher Sprecherin der Siedlungen in Judäa und Samaria gewesen war, der Professor heißt Yuval Elbashan, Schriftsteller, Rechtsanwalt und Jura-Professor. Die beiden sprechen im Programm über die Ereignisse der Woche. Was mir dabei gefällt, ist die lockere Art, in der sie sich unterhalten und manchmal auch mal streiten. Man fühlt sich, als würde man mit ihnen an einem Tisch sitzen und am Gespräch teilhaben. Heute sprachen sie unter anderem über die jüdische Identität, dabei wurde gefragt, inwieweit zu Hause jüdische Traditionen gepflegt werden, wie jeder sein Judentum praktiziert, auch diejenigen, die als nicht religiös gelten. Ein anderes Thema befasste sich damit, ob Jerusalem heute religiöser sei als damals. Ein interessantes Thema, mit dem auch wir uns einmal beschäftigen können.

Das Programm wird gleichzeitig auch im Fernsehen gesendet, sodass man Emily und den Professor auch sehen kann. Dabei gibt es auch aktuelle Posts aus dem Twitterkonto, bei dem sich auch die Hörer/Zuschauer beteiligen können. Im Laufe des Programms wird auch eine bekannte Persönlichkeit angerufen, meistens ein bekannter Politiker, der am Ende dann gefragt wird, was er persönlich Freitags für den kommenden Shabbat kocht. Auch der ehemalige Verteidigungsminister Liberman war schon einmal an der Reihe, allerdings erinnere ich mich nicht mehr daran, was für ein Essen er selbst am Freitag zubereitet. Ich mag das Programm, ich höre es oft, während ich diese Zeilen schreibe.

Hier einfach mal ein Ausschnitt eines der Programme, der Inhalt ist dabei nicht wichtig. Ich zeige ihn nur, damit Sie sich ein Bild davon machen können.

Gehört für mich zum Freitag: Emily und der Professor.

Und nun ist es an der Zeit, sich auf das Wochenende vorzubereiten. Hoffentlich werden wir ein ruhiges Wochenende und einen friedlichen Shabbat bekommen. Der Shabbat beginnt jetzt jede Woche etwas später, die Tage werden endlich wieder länger. Ich wünsche Ihnen ein angenehmes Wochenende und einen gesegneten Shabbat. Machen Sie es gut.

Shabbat Shalom aus Modiin!

Dov

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